Was den Glasfaser- und Breitbandausbau in Nusplingen angeht, habe es zuletzt einige Verzögerungen und Änderungen gegeben – nun aber kommt Bewegung in die Sache, erfuhren die Gemeinderäte in jüngster Sitzung (Symbolfoto). Foto: Sina Schuldt/dpa

Den Bericht zum Lückenschluss beim Breitbandausbau in Nusplingen-Heidenstadt haben die Ratsmitglieder zur Kenntnis genommen. Ein Punkt aber bereitet ihnen weiter Bauchschmerzen.

Das Thema Glasfaserausbau, vor allem im Neubaugebiet Hirtenwiese II in Heidenstadt beschäftigt die Gemeinde nach wie vor – das ging aus der jüngsten Sitzung des Gemeinderates hervor.

 

Nach dem Backbone-Ausbau seien Änderungen und Verzögerungen aufgetreten, so Kommunalberaterin Veronika Kriese von der zuständigen Firma OEW Breitband. Hierfür entschuldige sie sich in der Sitzung aufrichtig. Gemeinsam mit Michael Zillgener vom Amt für Digitalisierung des Landratsamtes Zollernalbkreis stellte sie das weitere geplante Vorgehen vor.

Spätestens gegen Oktober 2026 ist der Baustart anvisiert

Es seien Anpassungen notwendig gewesen, um die Effizienz der internen Abläufe der OEW-Breitband zu steigern und die Herausforderungen im Bereich des Breitbandausbaus erfolgreich bewältigen zu können, so Kriese.

Die bisherige „Komm.Pakt.Net“ sei in die OEW-Breitband integriert worden. Das Thema Breitbandausbau in Nusplingen nehme nun endlich Gestalt an.

Die Planungsphase beginnt laut Kriese in den nächsten Tagen; gerechnet werde mit einer Planungsdauer von etwa 30 Wochen. Somit könne die Bauausschreibung Ende des ersten oder Anfang des zweiten Quartals 2026 erfolgen.

Der Baustart ist dann frühestens für Ende Quartal drei bis Anfang Quartal vier 2026 vorgesehen. Außerdem soll es eine Informationsveranstaltung für die Bürger geben. „Wir wollen mehr Transparenz schaffen“, erklärte Veronika Kriese.

Kein Telefon und Internet in Heidenstädter Neubaugebiet

Bauchschmerzen bereite dabei das Neubaugebiet Hirtenwiese II in Heidenstadt. „Dort bestehen derzeit weder Internet- noch Telefonversorgung“, berichtete Bürgermeister Alisch.

Die Kommune habe das Gebiet mit Leerrohren erschlossen, allerdings habe sich kein Telekommunikationsanbieter zur Anbindung bereit erklärt. „Wir haben zusammen mit der OEW-Breitband nach Lösungen gesucht“, so Alisch weiter.

Gegen alle Erwartungen ist es gelungen, einen positiven Förderbescheid zu erhalten. Dies sei der erste positive Förderfall beim Projektträger PwC deutschlandweit, so Michael Zillgener: „Dafür können Sie sich wirklich auf die Schulter klopfen.“

Auch Obernheim und Hausen am Tann werden vom Anschluss umfasst

Um das Neubaugebiet anzuschließen, muss nun ein kleiner Lückenschluss baulich realisiert werden, hieß es in der Sitzung weiter. Laut Veronika Kriese handle es sich um etwa 250 Meter, welche über eine Mitverlegungsmaßnahme der Netze BW erfolge. Ziel ist Baustart im Frühjahr kommenden Jahres.

Die Dringlichkeit sei allen zuständigen Akteuren bewusst. Daher habe die Netze BW ihren gesamten Projektplan angepasst, so dass der Lückenschluss unmittelbar nach Beginn der Bauarbeiten umgesetzt werde.

„Es ist viel Zeit ins Land gegangen, aber das Gebiet dort wird definitiv als erstes Licht kriegen“, so Michael Zillgener. In welcher Reihenfolge die restlichen Bereiche dann angeschlossen werden, sei noch nicht bekannt. Das Gebiet umfasse neben Nusplingen auch noch die Gemeinden Obernheim und Hausen am Tann.

Ein Abo via Elon Musks Satellit Starlink sei eine akzeptable Übergangslösung

Um die Zeit ohne Internet- und Telefonanschluss zu überbrücken, habe sich Zillgener für die Betroffenen viele Gedanken gemacht. Ein Abo bei Elon Musks Satellit Starlink sei eine akzeptable Lösung, wenn ein normaler Verbrauch stattfinde ohne riesigen Upload. „Mir fällt sonst keine andere Möglichkeit ein“, gab er zu.

Das Gremium nahm den gesamten Bericht zu Kenntnis. Bürgermeister Jörg Alisch fasste zusammen: „Wir sind sehr froh, dass wir bei diesem Thema jetzt so weit sind.“