Personelle oder strukturelle Probleme? Der Neuweiler Gemeinderate stimmte nun über eine neue Kindergarten-Stelle ab. Foto: Thomas Fritsch

Die Personallage des Kindergartens war einmal mehr Gegenstand der Debatte im Neuweiler Gemeinderat. Der Vorschlag der Verwaltung, jetzt eine neue Vertretungskraft einzustellen, traf im Gremium nicht nur auf Beifall.

Braucht der Kindergarten eine zusätzliche Vertretungskraft? Die Frage beschäftigte am vergangenen Dienstag den Neuweiler Gemeinderat. Ein heikles Thema: In vielen Kommunen fehlen gegenwärtig pädagogische Fachkräfte, doch in Neuweiler diskutiert man darüber speziell.

 

Das Thema Kindergarten stand nicht zum ersten mal auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Bereits im vergangenen Dezember war die dortige Personallage beraten worden.

Der Vorschlag der Verwaltung nun, eine weitere Vertretungskraft mit einem Stellenumfang von 80 Prozent anzustellen, wurde prinzipiell durch das Gremium begrüßt.

Konkret hieß es in der Sitzungsvorlage: Eine 80 prozentige Vertretungsstelle „zum nächstmöglichen Zeitpunkt auszuschreiben und diese nach Durchführung von Vorstellungsgesprächen einzustellen.“ Nichtsdestotrotz herrschte im Gremium eine gespannte Stimmung.

Bürgermeister Martin Buchwald erklärte, der Beschlussvorschlag sei nach Abstimmung und auf den Vorschlag der Kindergartenleitung hin erfolgt. Etwaigen Beeinträchtigungen im „Betriebsablauf“ oder gar Schließungszeiten könnte damit vorgebeugt werden. Der hohe Krankenstand im Kindergarten mache es nötig, „zum Wohle unserer Kinder die Stelle auszuschreiben“, so Buchwald . Gemeinderat Micha Stockinger meldete sich zunächst zustimmend zu Wort. Man brauche die Stelle, um den Personalschlüssel zu gewährleisten. Dies geschehe unter anderem auf den Wunsch des Kindergarten-Teams selbst hin. Das Gremium habe in die Sache bereits viel Zeit investiert – auch Bürgermeister Buchwald erklärte es sei „ausführlichst vorberaten“ worden – und doch sparte Stockinger nicht an Kritik. Er warf der Neuweiler Verwaltung vor in dieser wichtigen Angelegenheit unnötig Zeit verstreichen zu lassen. Die Kindergartenvertretung sei bereits vor Wochen mit dem Gemeinderat besprochen worden – passiert sei in dieser Zeit wenig. Es wäre gut gewesen, so Stockinger, man hätte schneller auf den hohen Krankenstand im Kindergarten reagiert.

„Das muss ich mir sagen lassen“, gab sich Buchwald einsichtig. Und doch: Es sei nicht so, dass man gar nichts getan hätte. Man stehe in Kontakt mit der Kindergartenleitung und mit potenziellen Kandidatinnen. Momentan liefen mit zwei Damen entsprechende Gespräch, so der Bürgermeister.

Probleme nicht nur mit dem Personalschlüssel

Gemeinderat Bernd Greule merkte jedoch noch etwas an: „Die Probleme die wir haben liegen nicht am Personalschlüssel.“ Er konstatierte Kommunikations- und Kompetenzschwierigkeiten zwischen der Kindergartenleitung und der Verwaltung.

Im Kindergarten herrsche keine gute Stimmung. Der Team-Gedanke müsse hier gefördert werden. Dem Krankenstand und der hohen Fluktuation könne man damit entgegenwirken, so Greule. Die wahren Probleme könne man nicht mit Aufstockung lösen, schlussendlich koste das nur Geld. „Ich bin nicht für die Aufstockung.“ Und weiter erklärte er: „Wenn der Laden gut laufen würde, wären die Probleme so nicht da.“ Stockinger fügte hinzu: „Das Grundproblem ist die Fluktuation. So lange wir die nicht in den Griff bekommen, werden wir immer wieder in Unterbesetzung kommen.“

Bezüglich des Arbeitsklimas im Neuweiler Kindergarten erklärte Bürgermeister Buchwald, es werde ja bereits daran gearbeitet, die Stimmung zu verbessern. Ein Punkt, dem zumindest Stockinger zustimmte. Es „verbessert sich prinzipiell zum Besseren“, das sei spürbar.

In der abschließenden Abstimmung nahm das Gremium den Beschlussvorschlag der Verwaltung mehrheitlich an – bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme.