Der Gemeinderat diskutierte in seiner jüngsten Sitzung über die zentrale Wärmeversorgung für die Gebäude der Gemeinschaftsschule, der Turn- und Festhalle und dem Bauhof.
Mit einer zentralen Wärmeversorgung will die Stadt Neubulach künftig die Gebäude der Gemeinschaftsschule als auch der Turn- und Festhalle sowie den Bauhof miteinander verbinden.
Bereits im Juli 2022 beschloss der Gemeinderat den Kauf einer Hackschnitzelanlage. Mit der Planung dieser Maßnahme wurde das Planungsbüro „Dwks Plan“ aus Ubstadt-Weiher bei Bruchsal beauftragt. In der letzten Sitzung des Gemeinderates stellte Firmeninhaber Daniel Wollitzer die Planungen für eine Hackschnitzelanlage vor.
Planung für eine zentrale Wärmeversorgung
Die Planung für eine zentrale Wärmeversorgung, so Daniel Wollitzer, würde eine 440 Meter lange Nahwärmeleitung umfassen und die vorhandenen Räumlichkeiten nutzen. Im Heizraum der Turn- und Festhalle könnte ein Hackschnitzelkessel installiert und die Hackschnitzel im dort vorhandenen ehemaligen Lagerraum bevorratet werden. Außerhalb des Gebäudes könnte ein Pufferspeicher mit Anbindung an den Heizraum ebenso aufgestellt werden, wie eine Wärmepumpe.
Varianten der möglichen Beheizung
Aufgezeigt wurden mehrere Varianten der möglichen Beheizung. Variante eins beinhaltet eine Hackschnitzelanlage mit Wärmepumpe. Die Wärmepumpe diene zur Abdeckung der Grundlast im Sommerbetrieb, während die Hackschnitzelanlage den erhöhten Winterbedarf decken soll.
Variante zwei ergänzt die erste Variante um eine Gas-Brennwertanlage als Redundanz, falls die Hackschnitzelanlage eine Störung hätte. Für Variante eins errechnete Wollitzer eine Investitionssumme von rund 939 000 Euro ohne Nebenkosten. Der Betrag setzt sich aus Kosten für die Heizungsanlage von 832 000 sowie baulichen Kosten in Höhe von 154 000 Euro zusammen, abzüglich einer möglichen Förderung von 20 Prozent, sprich rund 235 000 Euro Zuschuss, da 30 Prozent der Wärme durch eine Wärmepumpe erzeugt werden sollen. Zur Variante zwei kommen noch 120 000 Euro für eine Gas-Brennwertanlage hinzu, also insgesamt rund 1,059 Millionen Euro. Dabei werden die beiden vorhandenen Gasheizungen um eine weitere Anlage ergänzt.
Wollitzer empfahl die Variante zwei als schlüssige Lösung mit Betriebssicherheit, auch für die Schule, um Unterrichtsausfall bei einer eventuell auftretenden Störung zu vermeiden.
Diskussion im Gremium
Auf die Planvorstellung durch „Dwks Plan“ folgte eine intensive Diskussion innerhalb des Gremiums. Angesprochen wurde eine ausreichende Lüftung, um im Hackschnitzellager Schimmelbildung zu vermeiden.
Bezüglich der Förderung empfahl Wollitzer, möglichst frühzeitig Förderanträge zu stellen, zur Realisierung bleiben dann 24 Monate Zeit.
Falls die geplante Wärmepumpe auch kühlen soll, wäre ein separater Verteiler nötig, was sich auch als zweiter Bauabschnitt realisieren ließe, sofern nicht im ersten Bauabschnitt bereits eingeplant. Bürgermeisterin Petra Schupp findet Kühlung wichtig. Es seien überall zwei Heizsysteme für warmes und kaltes Wasser vorhanden, sagte sie.
Hierzu werde das Planungsbüro die Planungen aufnehmen und eine Kostenberechnung vornehmen, die im nächsten Schritt erläutert wird. Der geplante Hackschnitzelbunker mit 64 Kubikmetern Inhalt würde bei einem kalkulierten Jahresverbrauch von 77 000 Kilowattstunden etwa 13 Mal im Jahr befüllt werden müssen, in der Heizsaison einmal jede Woche, erklärte Wollitzer auf Nachfrage. Seitens des Gremiums wurde die fragliche Notwendigkeit einer Gasbrennwertanlage und der Wunsch nach Einsparung der hierfür genannten 120 000 Euro laut. Laut Wollitzer sei diese Redundanz nicht nötig, wenn man bei einem möglichen Ausfall der Anlage eine Schulschließung akzeptiere. Beim Ausfall wäre, mit Vorlauf von einer Woche, auch der Einsatz eines Hotmobils möglich. Bezüglich der Lebenszeit eines solchen Heizwerks können keine exakten Zahlen genannt werden. Seitens des Gremiums erhoffe man sich langfristige Einsparungen. Vorgeschlagen wurden mehrere Wärmepumpen. Diese seien nicht sinnvoll, da sie nicht die benötigten hohen Wärmeleistungen bringen.
Eine realistische zeitliche Umsetzung wäre laut Wollitzer folgendermaßen möglich: Zuerst ist ein Förderantrag zu stellen mit Gas-Brennwertanlage als optionaler Position. Im nächsten Schritt stehe dann eine Kostenberechnung mit Leistungsverzeichnis bis Ende des Jahres an. In den ersten Monaten 2024 könnten dann Angebote eingeholt und im April 2024 darüber beschlossen werden. Baubeginn im Mai 2024 mit Abschluss noch im selben Jahr wäre realistisch.
Als weiteren Weg bleibt die Variante 2 mit Gas-Brennwertanlage im Rennen und die Kosten für Kühlung werden durch das Planungsbüro berechnet.