Die Anreise nach Neubulach klappt auch mit der Kulturbahn, die an der "Station Teinach" Halt macht.Foto: Geideck Foto: Schwarzwälder Bote

Tourismus: Gemeinderat Neubulach diskutiert über den Nutzen des Programms

Taugt das Konus-Programm für Touristen etwas oder nicht? Das war die Grundfrage, die im Gemeinderat Neubulach für eine Diskussion sorgte. Eines steht aber fest: Es wird teurer.

Neubulach. An der Frage, ob die Stadt Neubulach für weitere fünf Jahre im Kooperationsprojekt "Konus" bleiben soll oder nicht, schieden sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung etwas die Geister.

Denn der Betrag steigt zum 1. Januar 2022 pro relevantem Tourist von 0,42 Euro auf 0,47 Euro. Was nach wenig klingt, macht übers Jahr dann doch eine gewisse Summe aus, wie Bürgermeisterin Petra Schupp vorrechnete. Während man im Jahr 2019, die Jahr 2020 und 2021 waren wegen der Corona-Krise zahlenmäßig nicht repräsentativ, auf Ausgaben von 8855,28 Euro kam, würde es bei gleichbleibenden Zahlen ab dem Jahr 2022 9909,48 Euro kosten. "Das hängt natürlich an den Gästezahlen", erklärte die Bürgermeisterin.

Kostenlose Fahrten möglich

Doch was ist das Konus-Programm überhaupt? Übernachtungsgäste des Schwarzwaldes können hiermit während ihrer Urlaubszeit alle Busse und Bahnen des ÖPNV im Geltungsbereich der teilnehmenden Verkehrsverbünde kostenlos nutzen.

Und für genau diesen Service müssen die beteiligten Kommunen eben einen Betrag von 0,47 Euro pro Gast an die Verkehrsbetriebe entrichten – denn auch die laufen nicht mit den Spendierhosen durch den Schwarzwald und verschenken einen solchen Service großmütig an die Kommunen.

Stadtrat Bernd Schwarz hatte mit der Verlängerung des Programms so seine Probleme und bezweifelte den Nutzen. "Wenn wir jedem Gast 50 Euro geben und sagen ›Geh vor Ort was essen‹, dann haben wir sicher mehr davon", formulierte er es recht plakativ, traf damit aber die Grundfrage, inwieweit Konus in Neubulach überhaupt genutzt wird. Denn, konstatierte Schwarz weiter, die meisten Touristen seien ohnehin mit dem Auto da und dann selber mobil.

Das sah Ratskollege Björn Ahsbahs etwas anders. Er verwies darauf, dass die Taktung im ÖPNV im Kreis Calw inzwischen ja besser sei als früher und so auch die Anreise nach Neubulach ohne Auto klappen könne.

Ähnlich sah das auch An­dreas Kubesch: "Der Kreis hat für den ÖPNV drei Millionen Euro in die Hand genommen, das ist schon ein Quantensprung. Vor zehn Jahren ist quasi kein Bus gefahren, das ist jetzt ja anders", hob auch er auf die verbesserte Taktung und zeigte sich davon überzeugt, dass dadurch auch der Nutzen der Konus-Karte steigen werde.

Schlussendlich stimmte der Gemeinderat für die Verlängerung. Schwarz bat dann aber darum, auch mal die Nutzerzahlen zu erheben, um sich künftig ein besseres Bild machen zu können.

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