Auch wenn die Gemeinde Rust finanziell besser dasteht als umliegende Kommunen, ein ausgeglichenen Haushalt wird es 2026 nicht geben. Es geht an die Rücklagen.
Während viele Gemeinden in der Region unter massiven finanziellen Druck stehen, sieht es in Rust sehr viel besser aus. Durch den Europa-Park profitiert die Kommune von hohen Einnahmen aus Gewerbesteuer und Tourismus. Derzeit wird am Haushaltsentwurf für 2026 gearbeitet.
„Verglichen mit anderen Gemeinden geht es Rust noch gut“, formuliert es Rechnungsamtsleiterin Marion Fleig im Gespräch mit unserer Redaktion. Dennoch bleibt bei der Verwaltung eine gewisse Skepsis, was die finanzielle Zukunft Rusts betrifft.
„Die weltpolitische Lage ist der Grund“, bringt es die Kämmerin auf den Punkt. „Die Haushaltsplanung 2026 steht im Zeichen der zahlreichen weltweiten Krisenherde, der Wirtschaftskrise sowie den erhöhten Anforderungen an die Kommunen und den damit verbundenen finanziellen Risiken“, so die Begründung in den Ratsunterlagen.
Wie wirkt sich der Arbeitsplatzabbau aus?
In der Vergangenheit habe sich der Kurzzeittourismus zwar als relativ krisenresistent gezeigt, ob dies jedoch auch in der der aktuellen Wirtschaftskrise mit großem Arbeitsplatzabbau noch gültig ist, bleibe abzuwarten. Die aktuellen Zeiten seien mit mehr Unsicherheiten verbunden, meint Fleig – auch mit Blick auf die mittelfristige Finanzplanung über 2026 hinaus.
Trotz der wirtschaftlich starken Position der Gemeinde wird der Gemeinderat keinen ausgeglichenen Haushalt beschließen können. Ein Minus von etwa 6,2 Millionen Euro wird erwartet. Der Haushaltsentwurf sieht im Ergebnishaushalt aktuell Erträge in Höhe von knapp 31 Millionen Euro vor. Die Aufwendungen sind mit 37 Millionen Euro kalkuliert. Um den Verlust auszugleichen, soll an die Rücklagen der Gemeinde gegangen werden.
Rust erwartet wenigerGewerbesteuereinnahmen
Derzeit verfügt Rust über Rücklagen in Höhe von rund 14,7 Millionen Euro. Der Bestand an liquiden Mitteln liegt den Unterlagen nach derzeit bei etwa 8,4 Millionen Euro. Diese werden den Schätzungen zu Folge mit Blick auf die mittelfristige Finanzplanung bis zum Jahr 2029 auf rund 600 000 Euro abschmelzen.
Den größten Anteil an den Erträgen der Gemeinde machen die Steuern und ähnlichen Abgaben aus. Mit 20,6 Millionen Euro rechnet die Verwaltung für 2026. 15,5 Millionen erwartet Rust aus der Gewerbesteuer.
Wer die Schätzung mit den vergangenen Jahren vergleicht, dem fällt auf: die Steuereinnahmen waren in 2024 (27,7 Millionen Euro) und 2025 (25 Millionen) deutlich höher. Die Mehreinnahmen begründen sich in „steuerlicher Sondereffekten“, wie es im Haushaltsentwurf heißt. Ruster Unternehmen hatten in den beiden Jahren deutlich höhere Gewinne verzeichnet, als üblicherweise zu erwarten wäre, erklärt Kämmerin Fleig. Somit gab es für die Gemeinde in den zwei Jahren höhere Gewerbesteuereinnahmen. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung gab es kleinere Änderungen, so Fleig. Die Fraktionen hatten Anträge eingebracht. Die Mittel für diese Wünsche seien jedoch im Entwurf eingeplant gewesen.
Insgesamt ändere sich am Haushaltsentwurf mit Blick auf die Zahlen nur wenig. Von Verwaltungsseite habe es ebenfalls Änderungen gegeben, erklärt Fleig. Aus den ursprünglich für Grundstückskäufe veranschlagten 600 000 Euro werde nun eine Million im Entwurf eingeplant.
Auch für die Schnakenbekämpfung durch die Kabs werde mehr Geld eingeplant. In anderen Bereichen seien nun auch geringere Ausgaben zu erwarten.
So geht es weiter
Den Haushalt 2026 muss der Gemeinderat noch beschließen. Der aktuelle Entwurf geht somit zurück in das Gremium. Die nächste Ratssitzung ist für den 23. Februar geplant. Getagt wird ab 19 Uhr in der Mensa der Gemeinschaftsschule.