Auf Mötzinger Dächern – wie dem des Rathauses – ist viel Platz für Photovoltaik-Anlagen. Foto: Priestersbach

Bei der Planung von Freiflächen-Photovoltaik- und Windkraftanlagen sollen die Vorhaben der Gemeinde nicht außer Acht gelassen werden, mahnte der Mötzinger Gemeinderat.

Mötzingen - Der geplante Ausbau erneuerbarer Energien beschäftigte den Mötzinger Gemeinderat. Auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung stand die vorgesehene Teilfortschreibung des Regionalplans in Sachen Freiflächen-Photovoltaik und Vorranggebieten für Windkraftanlagen.

Wie Bürgermeister Marcel Hagenlocher erläuterte, befinde man sich "noch in einem sehr frühen Stadium der geplanten Teilfortschreibung" – doch wolle man eben frühzeitig den Gemeinderat und die Bevölkerung über die Thematik informieren. Das Land Baden-Württemberg hat sich bekanntlich auf die Fahnen geschrieben, spätestens 2040 Klimaneutralität zu erreichen, und daher den Ausbau erneuerbarer Energien zu forcieren. Der Bund will den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung bis 2050 auf mindesten 80 Prozent steigern – um eine nachhaltige Energieversorgung zu entwickeln, mit der fossile Ressourcen geschont werden.

Mindestens zwei Prozent

Zur Beschleunigung der dazu notwendigen Anstrengungen hatte der Landtag im Oktober vergangenen Jahres den Regionalverbänden im Klimaschutzgesetz verbindlich vorgeschrieben, in den Regionalplänen Gebiete mit einer Größenordnung von mindesten zwei Prozent für die Nutzung von Windkraft und Photovoltaik auf Freiflächen festzulegen. Dieses Etappenziel soll nun mit einer "Planungsoffensive" zeitnah umgesetzt werden. "Zeitnah" heißt in diesem Fall bis Ende 2025.

Fortschreibung ist erster wichtiger Schritt

Wie Bürgermeister Hagenlocher dazu feststellte, sei der Ausbau der erneuerbaren Energien alternativlos und bedürfe der Anstrengung aller Akteure – wobei er die vom Regionalverband in Angriff genommen Fortschreibung des Regionalplanes als ersten wichtigen Schritt bezeichnete. Mitentscheidend sei aber, dass die Maßnahmen von der Bevölkerung unterstützt werden. Dabei komme vor allem den kommunalen Mandatsträgern als meinungsbildenden Taktgebern eine besondere Rolle zu, ist der Rathauschef überzeugt. Die Verwaltung wolle sich diesen Themen auf jeden Fall nicht verschließen, und man stehe im Rathaus für einen fachlichen Austausch zur Verfügung.

"Da gibt es ein Riesenpotenzial"

Wie Egon Stoll (UWV) anmerkte, sei man in den neuen Wohnbaugebieten in der Röte in Sachen Photovoltaik auf dem richtigen Weg. Klar sei aber auch, dass es "einen großen Nachholbedarf gibt, wenn wir von den fossilen Brennstoffen wegkommen wollen". SPD-Rat Frank Zischek sieht in Mötzingen genügend Dachflächen, die für Photovoltaik in Frage kommen – egal, ob es sich dabei um private oder gemeindliche Dächer handelt. "Da gibt es ein Riesenpotenzial", machte er deutlich.

Vorranggebiete entlang bestehender Trassen

Im aktuellen Stadium nahm der Gemeinderat Kenntnis von den Planungen des Regionalverbandes. Gleichzeitig wurde die Verwaltung beauftragt, sich im weiteren Planungsprozess dafür auszusprechen, dass regionalplanerische Vorranggebiete für Freiflächen-Photovoltaik in erster Linie entlang bestehender Verkehrstrassen, im Umfeld von Umspannwerken, Deponien oder sonstigen Konversionsflächen ausgewiesen werden. Zudem soll der Regionalverband auf die kommunalen Planungsziele in Sachen Wohn- und Gewerbegebieten aufmerksam gemacht werden, um in diesem Bereich Konflikte zu vermeiden.