Vorerst weiter wischen müssen die Sportler, die in der Sporthalle Geißbühl trainieren – die Halle wird noch nicht saniert, denn die Stadt will sich wegen hoher anstehender Kosten für andere Projekte nicht zu sehr verausgaben. Foto: Karina Eyrich

Eine Funktionshalle für Duschen, Toiletten und Umkleiden aber hält der Gemeinderat für nötig, um den Betrieb der Außensportanlage, die derzeit saniert und erweitert wird, zu ermöglichen.

Mit Enthusiasmus hat Tobias Eisenbraun, Architekt des Stuttgarter Planungsbüros „SpOrt concept“ am Freitag dem Gemeinderat drei Varianten für eine Sanierung der Sporthalle neben der Freisportanlage auf dem Geißbühl, die derzeit saniert und erweitert wird, vorgestellt: Variante eins mit Sanierung der Halle und dem Neubau eines Funktionsgebäudes für Duschen, Umkleiden und Toiletten veranschlagt er mit 6 990 055 Euro, die Instandsetzung und Erweiterung der bestehenden Halle samt neuem Funktionsgebäude mit 7 971 685 Euro und Variante drei mit Instandsetzung der Halle und Anbau eines minimierten Funktionsgebäudes mit 5,2 Millionen Euro – alle Kosten inklusive.

 

„Ist das noch ein reiner Zweckbau?“

Mit so einhelligem Gegenwind von Verwaltungsbank und Stadträten hatte Eisenbraun dann wohl freilich nicht gerechnet. „Wir müssen uns fragen: Was hat das noch mit einem reinen Zweckbau zu tun?“ fragte Bürgermeister Frank Schroft angesichts der hohen Kosten. „Zum ersten Mal in neun Jahren Amtszeit muss ich fragen, ob wir uns diesen Standard finanziell dauerhaft leisten sollten.“ Schroft nannte teure Projekte wie den Anbau an den Kindergarten Bueloch und das Feuerwehrhaus Heinstetten, aber auch solche des Zollernalbkreises wie das geplante Zentralklinikum und die Regionalstadtbahn. Wenngleich Meßstetten – verglichen mit anderen Städten – in einer „komfortablen finanziellen Ausgangsposition“ sei, hat der Schultes Bedenken, „dass wir uns mittel- bis langfristig finanziell überfordern“.

Bei den Stadträten rannte er damit offene Türen ein: CDU-Fraktionschef Ernst Berger betonte, dringend nötig sei nur das Funktionsgebäude, Oliver Rentschler, Fraktionschef der Bürgerliste, sieht das „Problem, dass von außen zunehmend in unsere Kasse gegriffen wird“ – Stichwort Kreisumlage. Die Halle auf dem Geißbühl sei eine Trainingshalle, nicht einmal eine Schulsporthalle, und für Wettkämpfe habe Meßstetten die Heuberghalle.

Matthias Schwarz, Fraktionschef der Freien Wählervereinigung, hält das Funktionsgebäude für „zeitnah nötig für den Betrieb der Außensportanlage“, gab zu bedenken, dass eine Sanierung der Halle in fünf Jahren nicht billiger sein werde, stimmte aber zu: „Wir können uns die Sanierung nicht leisten.“

Zwölf Millionen Euro für Notfälle in Reserve

„Könnten schon“, sagte Schroft, wies aber auf die Festsetzung des Sockelbetrags von zwölf Millionen Euro hin, den der Gemeinderat für Notfälle im Stadtsäckel zurückhalten will: „Die fetten Jahre sind nicht vorbei – aber sie wären es, wenn wir so wirtschaften.“

Jürgen Clesle wies auf das Sportstättenentwicklungskonzept hin, das Meßstetten eine gute Versorgung – ohne Nutzung der Geißbühlhalle – bescheinige. Alfred Sauter schlug vor, zu prüfen, ob die Sanitärräume im früheren Wach-Gebäude der Kaserne nutzbar seien. „Die sind top in Schuss!“ Jochen Wienke brachte eine Containerlösung für die Sanitärräume ins Spiel und kommentierte die Hallensanierung: „Fünf bis acht Millionen Euro – das wäre anderen in der Stadt gegenüber nicht fair.“

Erst einmal wird nur ein Funktionsgebäude geplant

Doris Vivas (Frauenliste), erinnerte an den Bürgerwunsch nach einer Schwimmhalle im Rahmen der „Agenda Meßstetten 2030“ – in dieser Lage „Utopie“, so Schroft.

Ernst Berger stellte schließlich jenen Antrag, den das Gremium einstimmig goutierte: die Hallensanierung zu vertagen und die Verwaltung zu beauftragen, die Planung eines Funktionsgebäudes auf den Weg zu bringen.