Noch steht die alte Alemannenhalle in Maulburg. Bald wird sie für den Neubau einer Sprachheilschule weichen. Auch dieses neue Gebäude ist als Anbau an das Hallenbad gedacht. (Archivfoto) Foto: Alexandra Günzschel

Der Landkreis will in Maulburg eine Sprachheilschule errichten. In seiner jüngsten Sitzung am Montag stimmte der Bauausschuss der Gemeinde dafür, die Baugenehmigung zu erteilen.

Bürgermeisterin Jessica Lang erläuterte das Bauvorhaben: Der Landkreis will die Sprachheilschule zwischen Hallenbad und Alemannenhalle bauen. Daher wird die alte Mehrzweckhalle am gleichen Standort derzeit abgerissen. Entstehen soll ein zweistöckiges Gebäude für rund 100 Schulkinder, die zweizügig in den Klassen eins bis vier mit maximal 14 Kindern pro Klasse unterrichtet werden. Vorgesehen ist Ganztagsbetrieb. Beim Schulgebäude will der Landkreis außerdem eine Straße mit neuen Parkplätzen bauen, über die der Gemeinderat in der Sitzung am gleichen Abend zu beschließen hatte. Die Sprachheilschule soll mit einer Wärmepumpe im Winter geheizt und im Sommer gekühlt werden.

 

Anschluss an das Nahwärmenetz gewünscht

Bürgermeisterin Jessica Lange wünschte sich jedoch, dass der Landkreis das Schulgebäude an das vorhandene Nahwärmenetz der Gemeinde anschließt. Kurt Greiner (Freie Wähler) sah das genauso und verwies auf die interkommunale Wärmeplanung des Landkreises. Schließlich stimmte der Bauausschuss mit Greiners Gegenstimme für Erteilung der Baugenehmigung.

Der Ausschuss stimmte auch zu, dass während des Baus der Schule auf der angrenzenden Landwirtschaftsfläche Abbruchmaterial gelagert werden darf. Es soll beim Neubau wiederverwendet werden. Heidrun Seidensticker (Freie Wähler) wies aber darauf hin, dass beim Brechen von Recyclingmaterial Lärm entsteht. Sie fragte, ob die Lärmbelastung im angrenzenden Wohngebiet überwacht werde. Christian Leszkowski (SPD) fragte nach Asbestbelastungen. Asbesthaltige Platten von der alten Halle seien schon entsorgt, erklärte die Bürgermeisterin. Das übrige Abbruchmaterial habe der Landkreis untersuchen lassen.

Zusätzliche Parkplätze wären notwendig

Der Gemeinderat vertagte in der anschließenden Sitzung eine Entscheidung über die geplante Straße mit Parkplätzen. Der Landkreis würde gerne westlich des Hallenbads, der neuen Sprachheilschule und der Alemannenhalle eine Straße bauen. Sie soll an der Alemannenstraße beim Parkplatz des Bades beginnen. In Planungsvariante eins würde die Straße nur bis zur Schule gebaut mit 15 Parkplätzen für die Schule und 15 weitere für die Gemeinde Maulburg. In Planungsvariante zwei würde die Straße bis zur Sportplatzstraße führen, wo weitere Sportanlagen liegen, mit 20 Parkplätzen für die Gemeinde. Maulburg müsste bei Variante eins 371 000 Euro der Baukosten tragen und bei Variante zwei 761 000 Euro.

Wichtig wären zusätzliche Stellplätze in Maulburg durchaus: Zum einen wird bei Großveranstaltungen in der Halle in den benachbarten Wohnvierteln „wild“ geparkt, weil Parkplätze fehlen. Zum anderen würden 15 Stellplätze wegfallen, wenn eines Tages der Radschnellweg (RS 7) gebaut wird. Baurechtlich nachweisen muss der Landkreis für die Sprachheilschule nur sieben Stellplätze.

Straßenvariante zwei bringe den größten „Mehrwert“, empfahl die Bürgermeisterin: Sie sei übersichtlich und beinhalte die meisten Parkplätze, was den Parksuchverkehr in den Wohnquartieren verringern würde. Die Gemeinderäte wollten eine Entscheidung jedoch vertagen. „Die Gemeinde Maulburg hat Wichtigeres zu tun, als diese Straße zu bauen“, sagte Christof Schwald (Freie Wähler).

Verkehrstechnisch sei Variante zwei sinnvoll, meinte Christian Leszkowski. Dennoch wollte er mit dem Landratsamt nochmals über die Kosten reden. Weitere Vorschläge wurden diskutiert, etwa, dass der Landkreis die Straße bis zur Schule auf eigene Kosten baut und die Gemeinde später den zweiten Abschnitt.

Christof Schwald wollte mit dem Landkreis besprechen, ob dieser die sieben vorgeschriebenen Parkplätze für die Schule selbst baut oder zunächst einmal bei der Gemeinde Maulburg mietet. Dann könne man alles Weitere in Ruhe besprechen, meinte er. Diesem Vorschlag stimmte der Gemeinderat mit großer Mehrheit zu.