Für Diskussionen sorgte im Gemeinderat ein weiteres Mal die Königshöhe. Foto: Stephan Hübner

Für Unfrieden sorgte im Gemeinderat Königsfeld eine Änderung des Bebauungsplanes Königshöhe. Ursprünglich angedacht war die Verteilung von 400 Gästebetten auf Hotel und Chalets.

Investorengespräche zeigten aber, dass diese die Konzentration auf ein Hotelgebäude bevorzugen, so Bürgermeister Fritz Link in der Sitzung des Gemeinderates.

 

Laut André Leopold vom Büro RIP soll das Sondergebiet der entfallenden Chalets in ein allgemeines Wohngebiet umgewandelt werden, da die entsprechende Nutzung auch laut einem Gutachten nicht wirtschaftlich darstellbar ist. Zudem würde man laut Projektentwickler Peter Henkel mit Chalets 100 Betten verlieren, da jede Couch dazuzählt.

Neu ist laut Leopold unter anderem auch ein naturnah gestalteter Teich im Süden. Eine ursprünglich parkähnliche Anlage soll zur privaten Grünfläche werden, ein geplanter öffentlicher Spielplatz zu einer privaten Grünfläche mit Spielplatznutzung.

Das Hotel soll vier statt drei Vollgeschosse bekommen, aber mit reduzierter Gebäudehöhe. Die Andienung erfolgt nur über die westliche Zufahrt. Außerdem sind mehrere Retentionsflächen geplant.

Vier statt drei Geschosse

Zu einer Frage Matthias Weissers zu einer Rodung erklärte Henkel, dass alle Bäume vom Forst bewertet, Totbäume für Spechte oder Fledermäuse erhalten wurden.

Da der Wechsel von Sonder- zu Wohngebiet nur fünf Prozent der Fläche betrifft sprach Link von einer marginalen Änderung. Sigrid Fiehn sprach sich dennoch dagegen aus, da sie für die Gemeinde keinen Vorteil sah. Dem von ihr gewünschten vorhabenbezogenen Bebauungsplan für einen bestimmten Interessenten, der erst die Wohnbebauung realisierte, erteilte Link eine Absage. Investoren wollten umsetzbares Baurecht, nicht langwierige Änderungen bestehender Bebauungspläne. Auch sei städtebaulich geregelt, dass vor dem Wohnbau das Hotel kommen müsse.

Dem Vorschlag Franziska Hornscheidts einer größeren Freifläche um den Teich hielt Link entgegen, dass man die Gestehungskosten nur mit entsprechenden Nutzungsflächen erlösen könne. Die im Vergleich zur Ursprungsplanung deutlich verringerte Hotelfläche liege auch an Vorgaben der Raumordnungsbehörde. Hornscheidt warf Henel auch eine „Salamitaktik“ vor, Link sprach aber von sukzessiver Entwicklung.

Kritik an „Salamitaktik“

Die Gemeinde sei nicht verantwortlich für das Risiko eines Investors, so Jens Hagen. Die Anzahl schwerwiegender Entscheidungen in der Sitzung seien für den Gemeinderat eine gewisse Zumutung. Optisch gebe man ein gutes Fünftel der Fläche für Wohnbebauung auf, zudem seien wesentliche Punkte nicht aus den Unterlagen herauszulesen. Link wehrte sich gegen den Vorwurf des „Schönredens“. Hagen bemängelte aber den Prozess der Planung, den auch Birgit Helms als „echtes Problem“ sah. Auf eine Frage von Beate Meier, erklärte Link, dass fürs Hotel Sattel- und Walmdächer, nur im Zwischenbaubereich Flachdächer erlaubt sind, die einzugrünen sind. Laut Henkel sind die auch für Photovoltaik wichtig. Link erinnerte daran, dass man sich ganz am Anfang des Verfahrens befinde. Letztlich stimmte der Gemeinderat bei drei Enthaltungen für die vorgeschlagene Änderung des Bebauungsplans und die Beteiligung von Öffentlichkeit, Behörden und Trägern öffentlicher Belange.