Die Zukunft des Farrenstalls sorgt für Zwistigkeit im Junginger Gemeinderat. Foto: Beiter

So hatte sich das Bürgermeister Oliver Simmendinger sicher nicht vorgestellt. Die Beschlussfassung durch den Gemeinderat für eine Konzeptvergabe des Farrenstalls in Jungingen musste vertagt werden.

Jungingen - Eigentlich schien die Sache längst in trockenen Tüchern. Bereits in seiner Juni-Sitzung hatte der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss gefasst, in dem festgelegt wurde, dass die Zukunft des Farrenstalls im Rahmen einer Konzeptvergabe entschieden werden soll. Damit hatte man eigentlich alles richtig machen wollen und sah sich "auf einem guten Weg", bemerkte Bürgermeister Oliver Simmendinger. "Richtig euphorisch" seien manche Räte ob der sich öffnenden Möglichkeiten für das alte Gebäude gewesen. Die verschiedensten Idee seien dabei entstanden, erinnerte sich Simmendinger.

Gemeinderat sah sich "auf einem guten Weg"

Mit der damaligen Entscheidung wollte sich der Gemeinderat auch ein teures Wertgutachten ersparen, das im Falle einer Freihandvergabe an einen Kaufinteressenten fällig gewesen wäre. Das, so hatte man es damals gesehen, sei der einzig "rechtssichere Weg", so Simmendinger. Als Mindestgebot für den Verkauf schlug der Bürgermeister am Donnerstag nun 80 000 Euro vor, was er aus den erst neu festgelegten Bodenrichtwerten abgeleitet hatte.

"Das war damals nicht richtig", intervenierte dann allerdings Alexander Pick. Er hatte sich bei der Kommunalaufsicht informiert und zitierte aus einem entsprechenden Schreiben. "Niemand zwingt uns zu einem Konzeptverfahren", mit dem schwierige Entscheidungssätze in Gang gesetzt würden. Außerdem habe der Gemeinderat damals seine Entscheidung getroffen, ohne genau zu wissen, welche Komplexität sich mit diesem Vergabeverfahren eröffnet hatte.

Konzeptvergabe hat aufwendiges Prozedere

Das Prozedere einer Konzeptvergabe besteht darin, dass sich – stark vereinfacht ausgedrückt – der Verkauf des Grundstücks und des Gebäudes anhand von Vergabekriterien orientiert, die in einem Punkteverfahren die verschiedenen Konzepte der Kaufinteressenten und deren neuen Nutzung bewerten.

Bereits seit Jahren sei ein Interessent bekannt, dem man "fairnesshalber" bereits vor der Eröffnung des jetzt angepeilten Verfahrens die Möglichkeit einräumen sollte, seine Nutzungsideen vorzustellen, so Picks Alternativ-Vorschlag. "Ich sehe ringsum nickende Köpfe", untermauerte er sein Vorhaben durch die stille Zustimmung der Räte.

Bürgermeister will Sachlage erst klären

Doch der Bürgermeister wollte – zumindest nicht zu diesem Zeitpunkt – nicht über den Antrag Picks abstimmen lassen, was diesen sichtlich ärgerte. Doch Simmendinger zeigte Entschlossenheit: "Wir haben einen gefassten Gemeinderatsbeschluss. Den können wir nicht einfach rückgängig machen", so seine Meinung.

Schließlich setzte er den Punkt von der Tagesordnung ab mit dem Hinweis, dass er sich erkundigen werde, was mit dem gefassten Beschluss gemacht werden könne oder muss. Erst dann könne über den Antrag Picks beraten werden.