Bürgermeister Oliver Simmendinger (Zweiter von links) und Bauhofleiter Klaus Ritter (Mitte) führten die Gemeinderäte durch das Schulgebäude. Foto: Jäger

Der Gemeinderat Jungingen hat die örtliche Grundschule besucht. Das Gremium begutachtete das frisch sanierte Schulgebäude, wie auch die neuen digitalen Tafeln. Es offenbarten sich aber auch Aufgaben für die Zukunft.

Bei der jüngsten öffentlichen Sitzung des Junginger Gemeinderates lud Bürgermeister Oliver Simmendinger die anwesenden Gemeinderäte und die Öffentlichkeit zu einer Exkursion in das frisch sanierte Grundschulgebäude:

 

Das sanierte Gebäude

In die Arbeiten am Schulhaus waren beinahe eine Million Euro geflossen, wie der Junginger Bauhofleiter Klaus Ritter aufklärte. Die dadurch bewirkten Veränderungen sind weithin sichtbar.

Die neue weiß-blaue Fassade hebt sich deutlich vom früheren grau-braun ab. Klaus Ritter fand mit seinen Erzählungen rund um den alten morschen Dachstuhl eine gespannte Zuhörerschaft. „Das war ein riesiger Kraftakt.“

Eine besondere Herzensangelegenheit für Ritter war das Heimatmuseum im Dachgeschoss des Schulhauses. Bei den Planungen habe es auch Stimmen gegeben, die für dasselbe keine Zukunft sahen. Doch es sei gut, dass man nun alles habe erhalten können, so der Bauhofchef weiter. „Wäre ja schade, wenn es weggekommen wäre.“ Geplant ist nun eine Eröffnung des Heimatmuseums zum Oktober diesen Jahres.

Die digitalen Tafeln

In den unteren Etagen setzten die Gemeinderäte ihren Rundgang mit einer Begutachtung der neu angeschafften digitalen Tafeln fort. Lehrerinnen der Grundschule demonstrierten diese „Digi-Tafeln“, wie sie beschreib- und befüllbar sind und wie Schüler und Lehrer das Geschriebene nach ihren Wünschen gestalten können. Beispielsweise ist etwas Gelöschtes wiederherstellbar. Falls ein Kind doch noch mal das Tafelbild sehen muss.

Deutlich wurde auch den Skeptikern unter den Gemeinderäten, dass die neue Technik von den Lehrkräften pädagogisch fachkundig eingesetzt wird. Schulleiter Tobias Lillge unterstrich wie dankbar er sei, dass der Grundschule die wohlwollende Unterstützung des Bürgermeisters und des Gemeinderates sicher sei. „Für das materielle Rüstzeug ist gesorgt.“

Die Begutachtung der Fassade, des Treppenhauses, des Dachstuhls, der Klassenzimmer und der digitalen Tafeln unterstrich Bürgermeister Simmendinger mit den Worten: „Ein großer Schritt ist gut gelungen.“

Wunsch nach Tartan-Bahn

Ergänzt wurde der Schulleiter allerdings vonseiten der Lehrerschaft mit einer Stellungnahme zur geplanten Tartan-Bahn für die Sportanlagen in der Schüttestraße. Die aktuelle Situation entspräche nicht den Vorgaben. Die bestehende Bahn sei uneben und bedeckt mit Steinen. Das Verletzungsrisiko sei dadurch erhöht. Mit der Stellungnahme positionierte er sich zustimmend gegenüber des Baus einer neuen Tartan-Bahn.

Das Betreuungsangebot

Eine weitere Baustelle offenbarte sich im Erdgeschoss der Grundschule. Die Vorgaben für das Angebot an Ganztagesbetreuung seien für die Gemeinde eine riesige Herausforderung. Es sei notwendig, das bisherige Angebot auszubauen, um die Zukunft der Grundschule nicht zu gefährden, so Bürgermeister Simmendinger.

Gegenwärtig gäbe es bereits Eltern, die ihre Kinder in benachbarten Gemeinden anmeldeten, da ihnen das Betreuungsangebot in Jungingen nicht ausreiche. Allein in diesem Jahr wären es fünf Kinder, deren Eltern sich gegen die Grundschule Jungingen entschieden hätten.

Die Besichtigung der Räumlichkeiten für Hausaufgaben- und Nachmittagsbetreuung zeigte die Dimension der Aufgabe. Tamara Cutali vom Haus Nazareth zeigte den Ort, an dem gegenwärtig etwa 20 bis 25 Kinder auf verhältnismäßig engem Raum betreut werden müssten. Die Betreuung würde durch die aktuelle Situation erschwert. Zu diesem Punkt müsse man sich bei Zeiten Gedanken machen.

Der Bürgermeister stimmte dem zu. Ein Anbau könnte notwendig werden, darüber hinaus müsse aber auch zusätzliches Personal gefunden werden. Die Grundschule wird den Junginger Gemeinderat also weiter beschäftigen.