Ein kommunaler Wärmeplan soll bis 2040 aufzeigen, wie in Mühlenbach künftig geheizt wird. Foto: Breithaupt

Die Gemeinde befasst sich mit Möglichkeiten, in den kommenden Jahren den Gebrauch fossiler Brennstoffe deutlich zu reduzieren.

Wie kann Mühlenbach künftig klimafreundlich heizen? Mit dieser Frage hat sich die Gemeinde in den vergangenen Monaten intensiv beschäftigt. Das Ergebnis ist ein umfassender kommunaler Wärmeplan, der im Gemeinderat vorgestellt und anschließend einstimmig beschlossen wurde. Präsentiert wurde das Fachgutachten von Daniel Cohen von der Badenova Netze GmbH, die den Plan gemeinsam mit weiteren Partnern er arbeitet hat. Der Wärmeplan soll als Grundlage für alle weiteren Schritte auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2040 dienen. Er zeigt auf, wie viel Wärme in Mühlenbach verbraucht wird, womit aktuell geheizt wird und welche Möglichkeiten es gibt, fossile Energieträger schrittweise zu ersetzen.

 

Wärmeplan ist auf das Zieljahr 2040 ausgelegt

Die Analyse macht deutlich: Der Wärmeverbrauch entsteht zu einem sehr großen Teil in privaten Haushalten. Viele Gebäude sind älter und wurden zu einer Zeit errichtet, in der Wärmedämmung kaum eine Rolle spielte. Rund drei Viertel der Wohnhäuser stammen aus der Zeit vor 1984. Entsprechend hoch ist das Einsparpotenzial durch Sanierungen. Geheizt wird in Mühlenbach überwiegend mit Heizöl und Holz. Zwar stamme bereits mehr als die Hälfte der eingesetzten Wärme aus erneuerbaren Quellen – vor allem aus Holz – doch verursache insbesondere der hohe Ölanteil nach wie vor einen Großteil der CO₂-Emissionen.

Der Wärmeplan kommt zu einem klaren Ergebnis: Für den überwiegenden Teil der Gemeinde ist auch künftig eine dezentrale Wärmeversorgung am sinnvollsten. Bedeutet: Jedes Gebäude heizt für sich, künftig vor allem mit Wärmepumpen, ergänzt durch Solarthermie oder Biomasse. Eine Ausnahme bildet der Ortskern entlang der Hauptstraße. Dort ist die Bebauung dichter, und mit Schule und Gemeindehalle gibt es große öffentliche Gebäude mit hohem Wärmebedarf. Hier sieht der Wärmeplan die Möglichkeit eines kleinen Nahwärmenetzes, sofern genügend Anlieger Interesse zeigen. Ob ein solches Netz tatsächlich umgesetzt wird, soll in einem nächsten Schritt durch eine Interessenabfrage geklärt werden.

Thomas Becherer (CDU) wollte wissen, wie ein solches Netz beheizt würde. „Holz ist in Mühlenbach keine schlechte Option“, so Cohen. Frank Neumaier (FWV) fragte, ob eine Anschlusspflicht bestehen würde, was Cohen verneinte. „Die meisten Wärmenetz-Betreiber wollen das nicht.“ Er zeigte auf, wie sich der Wärmeverbrauch bis 2040 entwickeln könnte: Durch Sanierungen und effizientere Technik soll der Bedarf insgesamt sinken, gleichzeitig sollen fossile Energieträger vollständig verschwinden. Im Ergebnis könnten die wärmebedingten CO₂‑Emissionen im Vergleich zu heute um mehr als 80 Prozent reduziert werden.

Felxibilität

Der Rat sieht den Wärmeplan nicht als starres Konzept, sondern als Orientierung und Arbeitsgrundlage. Er soll regelmäßig angepasst werden.