Mit einer Änderung der Friedhofssatzung reagierte der Wildberger Gemeinderat auf die neuen Bestattungsformen.
„Wir haben alle Grabfelder barrierefrei gestaltet und können jetzt auch Baumurnengräber anbieten“, berichtete Valentin Enderle als Leiter des Steueramtes den Gemeinderäten. So wurden auf allen städtischen Friedhöfen in Wildberg und den Stadtteilen die baulichen sowie gärtnerischen Voraussetzungen für die Einführung der naturnahen Baumurnenbestattungen geschaffen.
Im vergangenen Jahr hatte der Gemeinderat eine strukturelle Umgestaltung der städtischen Friedhöfe beschlossen, um zeitgemäße Bestattungsformen zu ermöglichen und dem gesellschaftlichen Wandel in Sachen Friedhofskultur gerecht zu werden. Denn die klassischen Erdbestattungen sind weiter rückläufig, während die Nachfrage nach neuen, innovativen und vor allem pflegefreien Bestattungsformen stetig ansteigt.
Kostengünstige Form der Beisetzung
Dazu zählen die bereits vorhandenen Gemeinschafts-Urnengrabfelder sowie jetzt ganz aktuell auch die Baumurnenbestattungen – die eine kostengünstige und in der Pflege eher einfache Form der Beisetzung innerhalb der Friedhofsmauern ermöglichen. Nicht unerwähnt ließ Valentin Enderle allerdings, dass bei Baumurnenbestattungen zwingend ein Namensschild mitbestellt werden müsse.
Vor dem Hintergrund der strukturellen Änderungen wurde natürlich ebenso eine Änderung der Friedhofssatzung, wie auch eine Neukalkulation der Bestattungsgebühren erforderlich. So werden künftig bei eine Bauurnenbestattung für ein Urnenröhrengrab 3025 Euro fällig und das vorgeschriebene Namenschild schlägt mit 180 Euro zu Buche.
Lob für das Angebot von Alternativen
Lobende Worte für die Umsetzung gab es von den Freien Wählern und der SPD. Während Rolf Dittus (Freie Wähler) die Umgestaltung als sehr gut gelungen bezeichnete und auf das positive Echo aus der Bevölkerung aufmerksam machte, sprach SPD-Rat David Mogler von „einer tollen Sache, dass die Stadt jetzt Alternativen bei den Bestattungen anbietet“.
Für die CDU wies Gerhard Ostertag auf die Klagen aus der Bevölkerung über den hohen finanziellen Aufwand bei Bestattungen hin. Dabei würden die Bestattungen aber nach wie vor durch die Stadt subventioniert, so Ostertag mit Blick auf den vom Gemeinderat beschlossenen Kostendeckungsgrad von 70 Prozent auf den Wildberger Friedhöfen. Wie Bürgermeister Ulrich Bünger in diesem Zusammenhang ergänzte, lege man im Rathaus Wert auf Qualität – und nachdem es in Wildberg keinen zentralen Friedhof für alle Stadtteile gebe, fallen eben „die entsprechenden Kosten an“.