Die Dorfdisco Waldpeterle in Schonach kommt bei der Bevölkerung gut an. Doch wie lang wird es diese noch geben? (Archivbild) Foto: Gemeindeverwaltung Schonach

Disco-Fieber in Schonach: Das Waldpeterle begeistert Jung und Alt und ist immer ausverkauft – doch wie lange lebt der Traum weiter? Das berät der Gemeinderat.

Anlässlich der Ausstellung „ZeitGeschichten“ zur 750-Jahr-Feier der Gemeinde wurde im Konferenzraum im Haus des Gastes das Waldpeterle installiert. Liebevoll und mit Original-Interieur des Vorbilds, der ehemaligen Diskothek „Waldpeter“ ausgestattet, hatte die Location bis Ende 2025 an bestimmten Tagen geöffnet.

 

Die Veranstaltungen dort waren blitzschnell ausverkauft, die Stimmung hervorragend und dank des Einsatzes von Beate Feser und ihrem Team lief alles problemlos ab. Kurzum – der der Erfolg war immens.

Die Besucher aus Nah und Fern fragten sich allerdings, was den aus dem Waldpeterle werden solle. Ursprünglich war geplant, den Disco-Nachbau Anfang 2026 wieder zurückzubauen. Allerdings wurden viele Stimmen laut, man möge doch alles belassen.

Am Dienstag nun beschäftigte sich der Gemeinderat mit der Frage, ob es weitergehen könnte. Bei Gesprächen mit Feser, die mit ihrem Team für die Bewirtung sorgte, signalisierte diese, dass man sich vorstellen könnte, im Februar, März und April insgesamt an vier Abenden zu öffnen.

Für private Zwecke vermieten

Angesichts dieser Bereitschaft schlug die Gemeindeverwaltung dem Gemeinderat nun vor, die Räumlichkeiten zu belassen und auch für private Zwecke zu vermieten – mit Ausnahme von Fasnacht.

Danach soll dann allerdings Schluss sein. Denn sollte das Waldpeterle eine dauerhafte gastronomische Einrichtung werden – was durchaus vorstellbar wäre – müsste man in bauliche und sicherheitstechnische Voraussetzungen investieren – und zwar im sechsstelligen Bereich. Für die Gemeinde eine aktuell nicht leistbare Aufgabe.

Zudem erklärte Feser, dass man nach April 2026 nicht mehr in der Lage sei, Bewirtungen vorzunehmen. Ohne Betreiber und ohne immense Investitionen sei eine längerfristige Öffnung nicht möglich. Und außerdem sei zu beachten, dass man doch die eine oder andere Klage aus der Nachbarschaft wegen des Geräuschpegels bekommen habe.

Einverständnis des Landratsamts

Für die vier geplanten Öffnungstermine bis April liegt indes von Landratsamt ein Einverständnis vor, auch den vorhandenen zweiten Rettungsweg hat man so akzeptiert.

So ganz will man den Traum von der eigenen Dorf-Disco aber noch nicht Begraben: Die Verwaltung forderte die Einwohner dazu auf, sich unbedingt zu melden, wenn die Möglichkeiten zu Räumlichkeiten oder Ideen zum Fortbestand dieser tollen Idee bestünden.

Dass die Location so ein riesiger Erfolg werden würden, hätte man seitens der Verwaltung nicht gedacht. Bürgermeister Jörg Frey nahm die Gelegenheit war, dem Team um Feser zu danken. Denn deren Einsatz sei sicherlich auch ein Garant für den Erfolg des Waldpeterle, so Frey.

Ein Treffpunkt für Jung und Alt

Insgesamt, so erklärte Bernd Kaltenbach (FW), würde eine solche Location im Ort einfach fehlen, ein Treffpunkt für Jung und Alt. „Eine bessere Verwendung hat der Konferenzraum im Haus des Gastes in den letzten 10 Jahren sicherlich nicht gefunden“, zeigte er sich sicher und hoffte, dass sich vielleicht eine Möglichkeit zur Fortführung in privater Hand finden würde.

Der Gemeinderat stimmte dem Fortbestand des Waldpeterles bis Ende April 2026 und dem darauffolgendem Rückbau einstimmig zu.