Die Südseite der Stadtkirche soll eine PV-Anlage erhalten. Foto: Ziechaus

Der Antrag für die Installation einer PV-Anlage auf dem Süddach der Stadtkirche von Schiltach führte zur Diskussion örtlicher Bauvorschriften.

Im Gemeinderat Schiltach stellte Gudrun Fahrner vom Hauptamt die Rahmenbedingungen für eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung von PV-Anlagen in der Altstadt vor.

 

Die in der Altstadtsatzung bisher festgeschriebenen Vorschriften für die Installation von PV-Anlagen seien durch neue Entscheidungen aus dem Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen nicht mehr haltbar. Dort heißt es, die Nutzung erneuerbarer Energien sei uneingeschränkt zuzulassen und Vorgaben aus örtlichen Bauvorschriften zu streichen.

Strenge Vorgaben für die Stadtkirche

Für die evangelische Stadtkirche als Kulturdenkmal gelten die Bauvorschriften der Altstadtsatzung, und für den „Stadtbaustein Kirche“ seien Solaranlagen ausgeschlossen. Für die Gesamtanlage der Altstadt sei vom Landesdenkmalamt ein Leitfaden mit Solarkataster als Planungsinstrument im Umgang mit Solaranlagen empfohlen worden. Die Fernwirkung einer Anlage auf dem Süddach der Kirche sei vom Schlossberg aus besonders relevant und trete dominant in Erscheinung.

Auf den Dächern könnten Solaranlagen installiert werden, dies hänge aber von Einzelentscheidungen des Denkmalamts ab. Michael Buzzi sah die Möglichkeit, mit dem Leitfaden den Aufbau von Solarzellen in der Dachlandschaft der Stadt zu ermöglichen und etwas Neues zu probieren. Er begeisterte sich für die Vorstellung, das Dach der Stadtkirche mit roten Solarzellen zu gestalten. Schiltach werde mit dieser Innovation zu einem Vorreiter für andere Altstädte im Land, warb Michael Buzzi für seine farbige Idee.

Gesamtbild der Stadt wird von anderen Dingen bestimmt

Das Gesamtbild der Stadt werde noch von anderen Dingen bestimmt, verwies Axel Rombach auf Aufladestationen, Wärmepumpen und Müllbehälter bei den Häusern. Die Verwaltung wurde beauftragt, in einer veränderten Satzung für bauliche Anlagen die Nutzung regenerativer Energien festzulegen. Orientiert an der Geschichte der Stadt sollte deutlicher der Umgang mit Gauben, Dachfenstern und freigelegtem Fachwerk formuliert werden. Von der evangelischen Gemeinde wurde der Antrag gestellt auf die Installation einer PV-Anlage auf dem Süddach der Stadtkirche mit mattschwarzen Modulen.

Es soll eine Spitzenleistung von 86,4 Kilowatt-Peak bei einem Ertrag von 86 870 Kilowattstunde erzeugt werden. Damit könnte man 33 000 Kilogramm CO2 im Jahr einsparen.