Ratsmitglied und Bürgermeister-Stellvertreter Horst Dieterle, hier im Betrieb, den er 30 Jahre lang geführt hat, zieht sich jetzt auch aus dem Gemeinderat zurück. Foto: Stadler

Nach sieben Amtsperioden, also 35 Jahren, verabschiedet sich der langjährige Bürgermeister-Stellvertreter Horst Dieterle (73) aus dem Gemeinderat von Pfalzgrafenweiler. Zahlreiche Errungenschaften in seinem Heimatort tragen auch seine Handschrift.

Auf 35 Jahre im Gemeinderat Pfalzgrafenweiler, davon die letzten 20 als stellvertretender Bürgermeister, blickt Horst Dieterle zum Ende der aktuellen Wahlperiode zurück.

 

Bei der Kommunalwahl am Sonntag kandidiert der 73-Jährige nicht mehr für den Gemeinderat. Er begründet dies damit, dass es Zeit für einen Generationenwechsel sei und nun Jüngere übernehmen sollten. Seinen 47-jährigen Sohn Ralph hat er deshalb auch zu dessen Kandidatur motiviert.

Im Kreistag Freudenstadt hatte Horst Dieterle zwischen 2009 und 2019 ein Mandat inne. Bei der Wahl zum Kreistag am 9. Juni kandidiert er unterstützend für den Bürgermeister von Pfalzgrafenweiler.

Viele Jahre an HGV-Spitze

Während der sieben Wahlperioden, die Horst Dieterle im Gemeinderat war, sei „einiges eingebracht und vieles umgesetzt“ worden, sagt er im Rückblick. Zu den vielen Aktivitäten in der langen Zeit als Ratsmitglied zählt er die Installation der Weihnachtsbeleuchtung am Marktplatz, die Weihnachtssterne über den Straßen und den Erwerb von Holzhütten für den ersten Weihnachtsmarkt in Pfalzgrafenweiler 1986.

Dieterle war zwei Jahrzehnte im HGV Pfalzgrafenweiler aktiv, zunächst als Vize-Vorsitzender, zuletzt als langjähriger Vorsitzender. In dieser Zeit war er verantwortlich für die Organisation von drei Gewerbeschauen auf dem Schulgelände. Auf seine Initiative wurden das Fest mit dem ursprünglichen Namen „Weiler Wald“ sowie die damit verbundenen verkaufsoffenen Sonntage ins Leben gerufen. Unterstützend wirkten die Gemeinde und das staatliche Forstamt mit.

Weitere Projekte, für die er sich engagierte, waren die vier Ortseingangstafeln, die Sanierung des Freibads mit der Einweihung 2005, die Gestaltung der beiden Kreisverkehre im Ort und die Erweiterung der Aussegnungshalle. Dieterle war Wegbereiter für die Aussiedlung der Betriebe ins gewerbliche Baugebiet Schornzhardt, er unterstützte beim Bau der neuen Sporthalle und bei der Sanierung der Festhalle.

Ehrenbürger von La Loupe

Darüber hinaus war Horst Dieterle bereits als 17-Jähriger mit dem Tennisclub bei der Gründung der Partnerschaft von Pfalzgrafenweiler mit La Loupe in Frankreich dabei. Er reiste oft in die Partnerstadt, organisierte über den HGV Busfahrten nach Frankreich und ist zwischenzeitlich Ehrenbürger von La Loupe.

Als Bürgermeister-Stellvertreter gab es für ihn nur wenige Einsätze, blickt er zurück. Selten musste er Bürgermeister Dieter Bischoff als Leiter der Gemeinderatssitzungen vertreten. Stattdessen oblag ihm die Einführung des Bürgermeisters nach Wiederwahlen. Die Zusammenarbeit im Gemeinderat sei stets auf sachlicher Ebene abgelaufen, meint Dieterle zur Gremienarbeit.

Noch täglich im Betrieb

Seit 2007 ist Horst Dieterle Vorsitzender des Vereins Schwarzwald Film- und Video-Amateure. Er drehte in den vergangenen Jahren mehrere Videos, etwa zum Jubiläum 300 Jahre Neu-Nuifra oder über den Umzug beim Jubiläum 1250 Jahre Schopfloch. Der Meister der Radio- und Fernsehtechnik, zuvor ausgebildet zum Radio- und Fernsehmechaniker, übernahm 1989 von seinen Eltern Emil und Berta Dieterle das Geschäft Elektro Dieterle in der Kronenstraße. Den Betrieb übergab er vor fünf Jahren an seinen Sohn Ralph, ist aber immer noch täglich im Geschäft und kümmert sich um Warenannahme, Bestellungen, Telefon und Arbeitsvorbereitung.

Seit 51 Jahren ist Horst Dieterle mit seiner Frau Doris verheiratet. Die beiden haben zwei Söhne und zwei Enkelkinder. Für die Zukunft hat er sich vorgenommen, mit seiner Frau öfter Kurzreisen zu unternehmen. Er will sich verstärkt in der Natur bewegen und sich nebenher seinem Hobby, dem Filmen, widmen. Schade findet der scheidende Bürgermeister-Stellvertreter, dass der vor Jahren ins Auge gefasste Rundkurs mit Schmalspurgleisen und einer darauf fahrenden Dampflok in Pfalzgrafenweiler im Sande verlaufen ist. Ein schöner Moment als Kommunalpolitiker war für ihn die Freibadeinweihung, bei der er mit Bürgermeister und Architekt die Rutsche eingeweiht hat.