Im Gemeinderat von Obernheim wurden zahlreiche Aufträge vergeben.
Ziemlich gut gefüllt mit elf Punkten war die Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Obernheimer Gemeinderates. Neben Lehrschwimmbecken und Friedhofskonzept (wir berichteten), waren auch anderweitige Vergaben von Aufträgen und Arbeiten vorzunehmen.
So etwa geht man in Obernheim schon jetzt in die Planung für die Sanierung der Rathausgasse und der Schulstraße im Rahmen der Eigenkontrollverordnung. Diese beiden Straßen sind nämlich in der mittelfristigen Finanzplanung des beschlossenen Haushalts 2026 vorgesehen und gehen auf Kanalbefahrungen und -bewertungen aus den Jahren 2021 bis 2023 zurück.
„Die Maßnahme soll die Sanierung der Abwasserkanäle, Trinkwasserleitungen, Breitband, Telekom, Strom, ein Vollausbau der Straßenoberfläche und Gehwege sowie gegebenenfalls die Errichtung einer Fernwärmeleitung umfassen“, heißt es dazu in der Sitzungsvorlage, die dem Gremium zur Verfügung gestellt wurde.
„Da wäre das volle Programm dabei“
„Da wäre das volle Programm dabei“, erklärte Bürgermeister Alexander Hofer seinen Gemeinderäten. Man sei bei den Befahrungen teils „selber erschrocken“, in welch schlechtem Zustand die Kanäle im Untergrund wirklich sind. Für die Fernwärme fehle aktuell zwar noch das Preisschild, hierzu sei man aber in Gesprächen mit der Energie-Agentur Zollernalb, stellt der Schultes in Aussicht.
Doch egal, wie der Preis hiervon aussieht, teuer wird es auf jeden Fall bei solch einem breit gestreuten Maßnahmenpaket. Deshalb soll alles „mit Hilfe von Förderanträgen für die verschiedenen Einzelbereiche im Tiefbau realisiert werden“, heißt es in der Vorlage weiter.
Die Planungen müssen bereits jetzt anlaufen, weil die Anträge auf Förderung bis zum 1. Oktober dieses Jahres respektive im Falle des Ausgleichsstocks bis Februar 2027 gestellt werden müssen. Wesentliches Ziel der Bedarfsplanung, die jetzt an das Planungsbüro ISAS aus Albstadt vergeben werden sollte, ist es, die Kostenannahme zu erstellen – denn die braucht es wiederum, um die Gesamtkosten kalkulieren zu können. Einen konkreten Zeitplan gibt es indes noch nicht, da „eine Durchführung der Maßnahme nur vorbehaltlich finanzieller Mittel“ erfolgen kann, wie es in der Vorlage heißt. Der Gemeinderat vergab am Ende den Auftrag für gut 23.000 Euro einstimmig an das Albstädter Büro.
Neuer Traktor aus Italien
Ein weiterer, weitaus teurerer, Punkt der Gemeinderatssitzung war die Ersatzbeschaffung eines Schmalspurtraktors für den Bauhof. Der bisher eingesetzt ist mehr als zehn Jahre alt, heißt es in der entsprechenden Vorlage. Immer wieder fallen außerplanmäßige Reparaturen an, zudem kommt noch, dass der Winterdienst am Fahrzeug über die Jahre eindeutig Spuren hinterlassen hat. Deshalb soll nun ein neuer Traktor her, wieder ein Lamborghini. Das Fabrikat aus Italien sei deshalb nötig, weil die Traktoren anderer Hersteller für manche Durchfahrten im Ort schlicht zu breit sind oder eben noch teurer als die jetzt veranschlagten 120.309 Euro.
Hinzu kommen zum eigentlichen Vehikel aber noch die Umrüstung auf den kommunalen Dienst, vor allem die Bereifung schlage hier „leider mit einer höheren Summe zu Buche“. Immerhin können sämtliche Anbaugeräte für den Sommer- und Wintereinsatz weiterverwendet werden, außerdem hat der neue Lamborghini einen stärkeren Motor als der alte.
Das in die Jahre gekommene Fabrikat wird überdies von der Angebotsfirma für 17.500 Euro in Zahlung genommen, so sinkt der gemeindliche Eigenanteil. Das wiederum hat zur Folge, dass man im Rahmen des Haushaltsplans bleibt, hier waren 105.000 Euro für den neuen Traktor veranschlagt. Der Gemeinderat stimmte der Neuanschaffung einstimmig zu. Die Lieferzeit wird mit einem dreiviertel Jahr angegeben.