Jugendliche haben gemeinsam mit der Künstlerin Nicole Haeger Schilder für ihre Lieblingsorte gestaltet. (Archivfoto) Foto: Werner

Verena Boos, Leiterin der Jugendkunstschule Kreisel im Landkreis Rottweil, begründete vor dem Oberndorfer Gemeinderat, warum es sich lohnt, in die Arbeit der Jugendkunstschule zu investieren und warum die Vertragsgrundlage zur öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zwischen den Beteiligten Städten auf 10 Jahre verlängert werden sollte.

„Es war einmal ein kleiner Haufen kunstbegeisterter Bürger, die mit dem Mut und der Entschlossenheit von Löwen Neuland betreten haben, mit dem gemeinsamen Abenteuer der Jugendkunstschule“, schilderte Leiterin Verena Boos dem Oberndorfer Gemeinderat die Entstehung der Jugendkunstschule Kreisel im Landkreis Rottweil. Diese wurde vor 22 Jahren vom Lions Club Rottweil gegründet, erzählte Boos.

 

Im Jahr 2005 übernahm die Gemeinde Oberndorf die Trägerschaft der Jugendkunstschule vom Lions Club und die Kommunen Oberndorf, Dunningen, Rottweil, Schramberg und Sulz schlossen sich zusammen für ihren Betrieb. 2022 konnte der Kreisel seinen 20. Geburtstag feiern – mit breitgefächertem Angebot in allen Standorten. Das Highlight des Jubiläumsjahres sei der Jugendkunstschultag des Landes gewesen, der nach Oberndorf gebracht werden konnte. „Kollegen aus dem ganzen Ländle waren zu Gast“, so die Leiterin.

Über 1050 Kinder erreicht

Anlass ihres Besuchs im Gemeinderat war die anstehende Abstimmung über die Verlängerung der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung über den Kreisel für die nächsten 10 Jahre. Boos berichtete in diesem Zusammenhang von dem vielfältigen, regelmäßig erweiterten Angebot der Jugendkunstschule. Im Jahr 2023 habe der Kreisel rund 2200 Unterrichtseinheiten gegeben und dabei über 1050 Kinder erreicht. Neben den regelmäßigen Kursen würden Sonderveranstaltungen und Ferienprogramme angeboten und Sonderprojekte realisiert, wie das Schilderprojekt für die Linde 13. „Über Rahmen und Holzbau bis hin zu den Zeichenateliers ist ein breites kreatives Angebot hier in Oberndorf und vor Ort geboten“, zählt sie auf. Auch würden Kurse für die Hector Kinderakademie, ein Begabtenförderungsprogramm, durchgeführt, erläuterte die Leiterin.

Mit humanen Preisen von monatlich 28 Euro für einen Kurs, der vier- bis fünfmal im Monat stattfinde, sei das Angebot sehr zugänglich, versicherte Boos auf Nachfrage von Gemeinderat Dieter Rinker (FWV). Zudem gebe es immer wieder offene Angebote wie Kunstsäle. Zusätzlich würden Kinder über die Schulkooperationen erreicht. Die Finanzierung der Schulkooperationen sei unterschiedlich, zum Teil liefe diese über die Kommunen, über die Schulen selbst oder würde über Fördervereine bezahlt, berichtete Boos auf Anfrage von Gemeinderätin Ruth Hunds (SPD). Zudem gebe es Fördermittel vom Land für die Kooperationen.

Am stärksten vertreten

Im November vergangenen Jahres sei es ihr gelungen, den Rottweiler Gemeinderat davon zu überzeugen, die doppelte Anzahl an Kursen als bisher zu Grundfinanzieren. Damit steige die Beteiligung von Rottweil am Kreisel von 12,5 Prozent auf 22,22 Prozent, die Einzahlung von Rottweil steigt von 6700 Euro auf 15 220 Euro an. Damit sinke der Anteil von Oberndorf von bisher 37,5 Prozent auf 33,34 Prozent, womit sich die Gesamtkosten für Oberndorf nur geringfügig auf 22 873,90 Euro erhöhen. Oberndorf habe den größten Anteil, da die Stadt die Trägerin der Schule ist, antwortete Boos auf Nachfrage von Christoph Seidel (CDU). Dafür erhalte Oberndorf mindestens zwölf Kurse. Schramberg erhält mindestens acht Kurse, wie jetzt auch Rottweil. Auf Dunningen und Sulz entfallen mindestens vier Kurse.

Der Beschlussvorschlag wurde einstimmig angenommen