Niedereschach stellt auf ein modernes Chlorungsverfahren um. Die Vorteile – weniger Geruch, bessere Wasserqualität, keine Gefahrstoffe.
Das neue Verfahren soll Abhilfe beim Auftreten von Chlorgeruch an den Trinkwasser-Entnahmestellen schaffen und ist bereits gestartet. Profitieren werden davon zunächst die Wasserkunden in Kappel und im Niedereschacher Gewerbegebiet.
Die Gemeinde Niedereschach betreibt die Wasserversorgung für das Gemeindegebiet mit Trinkwasser über den Eigenbetrieb „Wasserversorgung Niedereschach“ in Eigenregie.
Das Trinkwasser wird dabei teils über lange Leitungswege und diverse Hochbehälter, unter anderem auch dem Hochbehälter Kappel, bis zu den Verbrauchern transportiert. Im Hochbehälter Kappel wird das Wasser gemischt.
Geringe Menge an Chlor
Um die mikrobiologische Qualität vom Wasser bis zum Verbraucher abzusichern, wird dem Trinkwasser eine geringe Menge an Chlor zugegeben. Bisher wurde dazu Chlorbleichlauge verwendet.
Nun kommt ein neues Verfahren zum Einsatz, bei dem keine Gefahrstoffe mehr verwendet werden müssen. Die neue Anlagentechnik stellt mittels Membranzellenelektrolyse aus Kochsalztabletten und Trinkwasser eine pH-neutrale Natriumhypochlorit-Lösung her.
Chlordioxid wird ersetzt
Diese ersetzt das bisher zur Desinfektion eingesetzte Chlordioxid, beziehungsweise die Chlorbleichlauge. Die Herstellung des neuen Wirkstoffs erfolgt konform mit der „Liste der Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren gemäß der Trinkwasserverordnung“, die vom Umweltbundesamt (UBA) herausgegeben wird.
Die gute Wirksamkeit und hohe Stabilität des pH-neutralen Desinfektionsmittels führe dazu, dass bei der Behandlung von Trinkwasser in der kommunalen Wasserversorgung die Wirkung gegen Keime und Biofilme auch an sehr weit entfernten Stellen des Leitungsnetzes noch festgestellt werden könne.
Durch die Reduktion der Biofilme erhöhe sich die Sicherheit, dass sich in Leitungssystemen Bakterien und sonstige Keime nicht übermäßig vermehren und das Trinkwasser kontaminieren können.
Chlorgeruch an Entnahmestellen
Bei der Reduktion von Biofilmen könne durch die Abbaureaktionen der Biofilme (organisches Material), übergangsweise ein Chlorgeruch entstehen. Dieser werde nicht überall auftreten und wenn er auftrete, dann nur zeitlich begrenzt.
Dies hänge davon ab, wie viel Biofilm vorhanden ist und wie viel abgebaut wird. Zudem hänge es von der Wasserabnahme an dem betroffenen Leitungsstrang ab. „Der Abbau ist hygienisch als auch gesundheitlich vollkommen unbedenklich“, wird betont.
Sollte jemand bei sich an einer Entnahmestelle einen Chlorgeruch wahrnehmen, dann sollte an dieser Entnahmestelle verstärkt Wasser abgenommen und gegebenenfalls gespült werden.
Regelmäßige Kontrolle
„Bitte kontrollieren Sie auch ihre Wasserfilter, sofern Sie einen solchen in der Küche oder am Wassereingang direkt nach dem Wasserzähler installiert haben“, lautet der weitere Hinweis der Wasserexperten.
Sofern der Wasserfilter mit einer Rückspülfunktion ausgestattet ist, sollte der Filter zurückgespült werden, um die gefilterten Feststoffe aus dem Filter zu spülen.
Wenn keine Rückspülfunktion vorhanden ist, muss gegebenenfalls der Filter oder die Filterkartusche ausgetauscht werden.
Gut zu wissen
Für Kunden
Wichtig ist, dass für Wasserkunden keinerlei Einschränkung bei der Nutzung des Trinkwassers gegeben ist und der Chlorgeruch innerhalb kurzer Zeit wieder verschwindet. Durch regelmäßige Nutzung der betroffenen Entnahmestelle kann der Vorgang beschleunigt werden. Zug um Zug wird das bisherige Verfahren bei der Transportchlorung von den diversen Hochbehältern bis zum Endabnehmer auf ein neues Verfahren umgestellt.