Der Gemeinderat plädierte für die Kinderbetreuung in den Ferien. Die Elternbeiträge werden jedoch angepasst.
Die freiwillig von der Stadt angebotene Ferienbetreuung für Schulkinder während der Pfingst- und Sommerferien 2026 bleibt in den beiden Modellen – halbtags ohne Mittagessen und als Ganztagesbetreuung – bestehen. Darauf einigte sich der Gemeinderat am Donnerstag, 11. Dezember, einstimmig in Verbindung mit einer Anpassung der Elternbeiträge. Diese decken künftig 60 statt bisher 40 Prozent der tatsächlich anfallenden Kosten ab.
Bürgermeister Patrick Haas informierte, dass ab dem kommenden Schuljahr das Ganztagesförderungsgesetz in Kraft tritt. „Gesetzlich haben Eltern im Zuge der Ganztagesförderung – mit Ausnahme von vier Schließwochen pro Jahr – Anspruch auf eine Betreuung ihrer Kinder“, erklärte Haas. Gemeinsam mit dem Gemeinderat wolle er sich im kommenden Halbjahr intensiver mit diesem Thema befassen. „Die Ganztagesbetreuung wird mit Sicherheit in den kommenden Monaten erneut auf die Tagesordnung kommen“, sagte er und verwies darauf, dass sich die Kosten für Familien mit Familienpass reduzieren. Schulkinder erhalten zudem bevorzugt einen der freien Betreuungsplätze.
Engagiert für das Thema bezeichnete Petra Moog (CDU) die Ferienbetreuung als eine wichtige und unverzichtbare Unterstützung für berufstätige Eltern. Sie regte an, in den Pfingst- und Sommerferien auch Vorschulkinder zu berücksichtigen, damit diese einen ersten Eindruck von ihrer künftigen Schule gewinnen können. Außerdem plädierte sie für eine Ausweitung des Angebots auf die erste Schulwoche, da die Einschulung der Vorschulkinder meist gegen Ende dieser Woche stattfindet. Beginn und Ende der täglichen Betreuung sollten nach ihren Worten an die Erfahrungen aus dem Vorjahr angepasst werden.
Betreuungsangebot mit hohem Stellenwert
„Unsere Fraktion erklärt sich einverstanden mit der Erhöhung der Elternbeiträge und der Beibehaltung der Kosten in Höhe von 4,90 Euro pro Mittagessen“, sagte Moog weiter. Hinsichtlich der Gewinnung von Betreuungspersonal schlug sie vor, die Suche auf Ferienjobber, Vereine oder Personen auszuweiten, die sich in der Nachbarschaftshilfe engagieren. „Eine Möglichkeit wäre auch, sich bei der Schulsozialarbeit zu erkundigen“, betonte sie und unterstrich den hohen Stellenwert, den das Betreuungsangebot für berufstätige Familien heute hat.
Kerstin Skodell (SPD) stimmte ihrer Vorrednerin vollumfänglich zu und bezeichnete den Erhalt der Ferienbetreuung bis zum Beginn der Ganztagesbetreuung im kommenden Schuljahr als wichtige freiwillige Leistung. „Derartige Angebote machen Hüfingen für junge Familien attraktiv“, sagte sie und verwies auf bereits erkennbare positive Auswirkungen. Sie ergänzte, dass künftig weitere Lösungsansätze zu entwickeln seien. Als Beispiel nannte sie die unterschiedlichen Haltungen der Kindergärten, von denen einige bereit seien, Ferienbetreuung anzubieten, während andere das ablehnten.
Ausweitung der Betreuungszeiten
„Es ist praktisch alles gesagt“, zeigte sich auch Michael Steinemann (Freies Forum) mit seinen Vorrednern einig. „Warum sollten wir wegen eines Brückenjahres bis zum Start der Ganztagesbetreuung ein Fass aufmachen?“, ergänzte er. Philipp Wills (LBU) sprach sich vor allem für die Ausweitung der Betreuungszeiten für Vorschulkinder bis zum Schulbeginn aus. Er schlug zudem vor, die Kosten für ein Mittagessen in diesem Jahr aus Gründen der Einheitlichkeit auf 4,50 Euro zu begrenzen.
Die Umsetzung des Ganztagesförderungsgesetzes beginnt ab dem kommenden Schuljahr an der Lucian-Reich-Schule mit der ersten Klassenstufe. In den folgenden Schuljahren kommt jeweils eine weitere Jahrgangsstufe hinzu, sodass das Gesetz mit Beginn des Schuljahres 2029/2030 für alle vier Grundschulklassen vollständig greift.