Bestehende Lebensräume sollen in Zukunft besser miteinander verknüpft werden (Symbolfoto). Foto: marcin jucha - stock.adobe.com

Die Stadt Dornhan beauftragt ein Fachbüro mit der Biotopverbundplanung, um bestehende Lebensräume besser miteinander zu verknüpfen.

Die Stadt Dornhan beauftragt ein Fachbüro mit der Biotopverbundplanung. Was dahinter steckt, erläuterte am Montag im Gemeinderat Verena König-Nadj vom Landratsamt Rottweil.

 

Dabei gehe es weniger darum, neue Biotope zu schaffen, sondern vielmehr darum, vorhandene miteinander zu vernetzen. Ziel sei es, das Artensterben aufzuhalten. Ursachen für den Rückgang der Arten seien laut der Biotopverbundbotschafterin vor allem Flächenverluste und die Zerschneidung der Landschaft, etwa durch Straßen. So entstünden Biotopinseln, die unter anderem Inzucht und langfristig das Aussterben von Tierarten begünstigten. Könnten sich Populationen austauschen, entstünden stabile Ökosysteme.

Trittstein-Maßnahmen für den Artenschutz

Das beauftragte Planungsbüro habe die Aufgabe, sogenannte Trittstein-Maßnahmen auszuarbeiten. Dazu zählen Brachen, Hecken, eine extensive Bewirtschaftung von Dauergrünland, Landschaftspflege sowie eine naturnahe Waldbewirtschaftung. Dem Bauhof komme insbesondere beim Heckenschnitt eine wichtige Rolle zu. Im Offenland gelten unter anderem Steinriegel, Felsen, Streuobstgürtel, Mähwiesen, Buntbrachen und winterliche Stoppeläcker als hochwertige Biotope. Im Fokus stünden dabei vor allem weniger mobile Tierarten wie Eidechsen, Libellen, Insekten und Vögel.

Rechtliche Grundlage ist das Biodiversitätsstärkungsgesetz von 2020. Das Umweltministerium geht davon aus, dass bis 2030 alle Kommunen im Land eine Biotopverbundplanung beauftragt haben. Bis dahin soll der Biotopverbund mindestens 15 Prozent des Offenlands umfassen, aktuell sind es rund elf Prozent.

Sorgen um Landwirtschaft und Eigentumsrechte

In der Einwohnerfragestunde gab es auch kritische Nachfragen. Ein Bürger aus Leinstetten äußerte Sorge, private Eigentümer könnten übergangen werden. Stadtrat Matthias Ruthardt wollte wissen, ob Landwirte eingebunden würden und wie die Umsetzung erfolge. Er befürchtete eine Entwertung landwirtschaftlicher Flächen. König-Nadj versicherte: „Man geht auf die Landwirte zu. Bevormundet wird niemand.“ Öffentliche Termine seien vorgesehen. Bürgermeister Huber betonte, man habe kein Interesse an Restriktionen ohne Mitwirkung.

Vorteile für die Stadt und hohe Förderung

Für die Stadt ergeben sich laut Verwaltung Vorteile, da die Planung als Grundlage für Grunderwerb und Ausgleichsmaßnahmen dient, etwa bei neuen Baugebieten.

Die Kosten liegen zwischen 80 000 und 120 000 Euro, Fördermittel von bis zu 90 Prozent stehen in Aussicht. Für Maßnahmen gibt es Zuschüsse von 70 Prozent. Die Planungsdauer beträgt voraussichtlich zwei bis drei Jahre, erste Maßnahmen sollen jedoch früher umgesetzt werden. Susanne Wellhäuser und Volker Miller begrüßten das Vorhaben ausdrücklich.

Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung stimmte der Gemeinderat der Biotopverbundplanung zu.