Gemeinderat Hüfingen erarbeitet mehr als 80 Vorschläge. Ein Plan ermöglicht einen konstruktiven Auf- und Umbruch.
„Die Zustimmung zum Haushaltsplan ist für einen Gemeinderat der wichtigste Beschluss des Jahres, da er die strategische Ausrichtung einer Stadt inklusive der Priorisierung zukünftiger Projekte und Maßnahmen festlegt“, leitete Bürgermeister Patrick Haas zu Beginn der Haushaltsberatungen ein.
Er appellierte, trotz schwieriger Haushaltsjahre, den Kopf nicht in den Sand zu stecken und mit Vorsicht zukünftige Projekte anzugehen. Haas bezeichnete die realisierten Vorhaben der vergangenen Jahre als solide Basis einer zukunftsfähigen Stadt.
Im Hinblick auf die einhergehende Reduzierung der Rücklagen von 20 auf unter zehn Millionen Euro appellierte er an einen achtsamen Umgang mit den Ressourcen. Haas lobte den Gemeinderat, dem es nach stundenlangen Vorberatungen gelang, mehr als 80 Vorschläge der Fraktionen so einzuarbeiten, dass sich die finanzielle Situation im Ergebnishaushalt um 410 000 Euro verbesserte.
Er verwies auf ein Investitionsvolumen, das 2026 mit 4,5 Millionen Euro um mehr als die Hälfte unter jenem der Vorjahre liegt. Dennoch biete es genügend Spielraum, um Pflichtaufgaben und Großprojekte zu realisieren.
„Defizit im laufenden Geschäft minimiert, Investitionen komplett refinanziert, Rücklagenverzehr gestoppt, weiterhin schuldenfrei“, lautete das Fazit von Markus Leichenauer (CDU) zu den Haushaltsberatungen, die der Stadt die Fortsetzung eines konstruktiven Auf- und Umbruchs ermöglichen sollen.
Verantwortung beweisen
Markus Leichenauer (CDU) appellierte an einen verantwortungsvollen Umgang mit den Finanzen, eine kommunale Entwicklung gemäß der Zukunftsstrategie 2040 und Generationengerechtigkeit. Er plädierte für eine gut strukturierte Kindertages- und Schulkindbetreuung. Eine bedarfsgerechte Entwicklung von Feuerwehr, öffentlichen Gebäuden und von Freizeiteinrichtungen bezeichnete er als zielführend.
Kerstin Skodell (SPD) forderte angesichts der Vorgaben von Bund und Land bezüglich des Minus im Gesamtergebnishaushalt, umgehend zu handeln. Als finanzielle Schwerpunkte für 2026 machte sie die Fertigstellung des Feuerwehrgerätehauses in Hüfingen und die Investitionen in die Sozialraumplanung aus. Sie forderte außerdem, als Basis einer erfolgreichen Stadtpolitik die Leistungsfähigkeit der Verwaltung einer strukturellen Prüfung zu unterziehen.
Michael Steinemann (Freies Forum) forderte, die Gebühren regelmäßig anzupassen. Er signalisierte erneut, dass er die Sozialraumplanung auf dem Areal des ehemaligen Hotels Frank für notwendig aber verfrüht hält. Ähnlich stufte er die Erhöhung des Stellendeputats im Bereich der Sozialarbeit an der Lucian-Reich-Schule ein. Steinemann plädierte dafür, die Neubaugebiete in allen Ortsteilen und den Dorfmittelpunkt Behla weiterzuentwickeln.
Die Unterschiede
Peter Albert (LBU) führte mit Blick auf die Vergrößerung des Palmhofs die Erhaltung der Trinkwasserqualität von Hüfingen zuoberst an. Er forderte die baldige Erstellung eines Verkehrskonzepts inklusive Optimierung des Radwegenetzes ein. Zudem setzte er sich für einen Friedwald bei Mistelbrunn und die Entwicklung der Stadt und der Dörfer ein. Er lehnt weiter die Erweiterung der Holzhackschnitzelanlage ab. Reinhard Isak (SPD) beleuchtete den Haushalt der Stadtwerke.
Einstimmiger Beschluss
Der Gemeinderat votierte einstimmig der Haushaltssatzung für das Jahr 2026 zu, die im Ergebnishaushalt mit – aktuell geplant – einem negativen Saldo von 189.000 Euro und im Finanzhaushalt mit einem Plus von 40.000 Euro abschließt. Kreditaufnahmen und Verpflichtungsermächtigungen für Investitionen sind auch 2026 nicht vorgesehen.