Im Stadion des FC Hausen soll ein Kunstrasen verlegt werden. Statt eines Kredits der Gemeinde müssen die Fußballer nun einen Kredit bei einer Bank aufnehmen (Symbolfoto). Foto: Alexander Anlicker

Das Landratsamt Lörrach hat der Gemeinde Hausen sowohl eine Kreditaufnahme für dem Hochbehälter als auch eine Kreditvergabe für den Kunstrasen nicht genehmigt.

Vollzugsreif ist der Haushalt der Gemeinde Hausen. Dies hatte das Landratsamt Anfang Februar bestätigt. Damit kann die Kommune Ausgaben im Rahmen des Haushaltsplanes vornehmen. Wie Bürgermeister Philipp Lotter in der jüngsten Gemeinderatsitzung erläutert, wurde eine Kreditaufnahme über 127 000 Euro für den laufenden Haushalt nicht genehmigt. Mit diesem Geld sollten die Arbeiten am Trinkwasserhochbehälter abgeschlossen werden. Die Maßnahme wurde auf zwei Haushalte verteilt.

 

Der erste Teil konnte bereits im Jahr 2025 verwirklicht werden. Die Durchführung des zweiten Teiles ist mit der Genehmigungsverweigerung nicht gesichert. Gedacht war der Kredit als Übergangslösung. Finanziert soll letztlich über Grundstückserlöse werden. Das Landratsamt verschiebt mit der Kreditverweigerung die Bauausführung und will den Verkauf abwarten.

Harald Klemm, Freie Wähler, stellte in der Gemeinderatsitzung die Frage nach der Vergabe der Arbeiten. Seine Befürchtung: Diese sind bereits in Auftrag geben und müssen gestoppt werden, was eventuell Regressforderungen des Bauunternehmens zur Folge haben könnte.

Kämmerer Jörg Jost beruhigte. Aber sollte der Kredit nicht fließen, verliert die Gemeinde Zeit. Das darf nicht so sein und Philipp Lotter sucht deshalb den Kontakt mit dem Landratsamt. Bürgerinnen und Bürger brauchen sich keine Sorgen um die Trinkwasserbereitstellung zu machen. Diese ist auch ohne sofortigen Arbeitsbeginn beim Hochbehälter gewährleistet.

Kunstrasen

Das Darlehen über 70 000 Euro das die Gemeinde Hausen an den örtlichen Fußballverein gab ist nach Ansicht der Aufsichtsbehörde rechtswidrig. Das Geld wird für den Kunstrasen gebraucht. Die Kreditvergabe der Gemeinde verstößt gegen das Verbot von Bankgeschäften, das in der Gemeindeordnung vorgegeben ist.

Nicht nachvollziehbar für SPD-Gemeinderat Harald Wetzel. „Wir wollen keine Bankgeschäfte machen sondern dem Verein helfen“, so seine Argumentation in der jüngsten Ratssitzung.

Harald Klemm, Freie Wähler, teilte diese Meinung prinzipiell ging aber nicht davon aus, dass es unmöglich ist das Verbot zu ignorieren.

Beschluss aufgehoben

Nach langer Diskussion wurde der Beschluss zur Darlehensvergabe aus dem Jahr 2025 aufgehoben. Zwei Gegenstimmen und eine Enthaltung reichten nicht aus, um der Rechtsaufsicht zu widersprechen.Einigkeit herrschte darüber dem Fußballverein zu helfen. Eine kleine Hintertür hat die Rechtsaufsicht gelassen. Einer Bürgschaft des Dorfes für eine Kreditaufnahme des Vereins bei einer Bank würde sie wohl nicht widersprechen.

Flüchtlingsunterbringung

Zusätzliche Wohnungen für Asylbewerber waren im Gemeinderat in Zell Thema und auch in Hausen ging Bürgermeister Philipp Lotter auf die Anforderung des Kreises ein, mehr Unterbringungsmöglichkeiten für Geflüchtete zu schaffen. Seine Vermutung: Der Kreis will die eigenen Unterbringungen zurückfahren und greift deshalb auf die Kommunen zurück. Bisher waren in Hausen 20 Asylbewerber/innen und Flüchtlinge aufgenommen. Der Kreis beansprucht nun 48 Plätze. Die Verwaltung des Dorfes will für den Mehrbedarf Wohnungen anmieten. Harald Klemm, Freie Wähler, erkundigte sich nach der Möglichkeit für eine Unterbringung im Brennet-Areal. Bürgermeister Philipp Lotter macht sich auf den Prüfungsweg, wie er zusagte.

Kindergarten

Der Kindergarten, momentan das Dauerthema in Hausen und damit, zumindest am Rande der Gemeinderatsitzung, wieder im Gespräch. Innerhalb der Bürgerfragen war zu hören, dass die Leiterin des Kindergartens mittlerweile nicht mehr Teil des aktiven Teams ist. Wie ist die Arbeit jetzt organisiert, wer führt den Kindergarten? Antworten darauf gab es vom Bürgermeister nicht. Wie er verlauten ließ: „Noch nicht, aber schon zeitnah soll informiert werden“. Eine Lösung liege auf dem Tisch. Sie wird von Hauptamtleiterin Christiane Hulla mit dem Kindergartenteam besprochen und dann den Eltern mitgeteilt.