Die Hochalbgemeinde Bitz wächst: Der Gemeinderat hat beschlossen, ein neues Baugebiet zu planen.
Die Gemeinde Bitz steht vor neuen Herausforderungen, um den Wünschen von Familien nach einem bezahlbaren Eigenheim zu erfüllen. Fakt ist, dass die Gemeinde trotz aller Bemühungen, innerörtliche Baugebiete zu erschließen, an ihre Grenzen stößt – wie die meisten Kommunen.
Das Problem: Die meisten freien Bauflächen – so genannte „Enkelgrundstücke“, die Eigentümer für die Enkel aufheben wollen, statt sie zu bebauen oder zu verkaufen – sind in privater Hand, und die Gemeindeverwaltung kann diese nicht einfach enteignen. Wohnraum wird gleichzeitig immer knapper. Andererseits aber sollen der Ortskern lebendig und Grünflächen erhalten bleiben – das Prinzip „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ lautet die Maxime. Es ist ein Dilemma, das viele Städte und Gemeinden trifft.
Baugrundstücke fehlen
Der Gemeinderat Bitz hat dennoch – und gerade weil Baugrundstücke fehlen – in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, jetzt in die Planungen für ein neues Baugebiet einzusteigen. In die Auswahl kamen dabei zwei Gebiete: die Fläche „Vor dem Lehle“ in der Hermannsdorfer Straße und das Gebiet „Am tiefen Rain“, nördlich des Gewerbegebiets – es wäre dann ein Mischgebiet. Die Entscheidung für die Fläche „Vor dem Lehle“ fiel im Gemeinderat einstimmig. Das Plangebiet umfasst 0,6 Hektar.
Nah an der Schnoga-Kiste
Ausschlaggebend dafür war nicht nur, dass die Gemeinde bereits im Besitz aller dortigen Grundstücksflächen ist, sondern auch die Nähe zur neuen Kindertagesstätte „Schnoga Kiste“. Das Planungsbüro Künster aus Reutlingen hat der Gemeinderat mit der Planung und Durchführung eines Bebauungsplanverfahrens beauftragt. Es wird nun zunächst ein Strukturkonzept erstellt, das die grobe städtebauliche Ordnung – Anzahl der Bauplätze, Stellung der Gebäude, Erschließung und Ähnliches – darstellt.
Schallimissionen spielen eine wichtige Rolle
Dabei sind auch die Schallimmissionen zu ermitteln, die durch die Sportanlagen auf der Auchte mit dem Festplatz, der Vereinsgaststätte „Sportheim“ und das Kleintierzüchterheims „Hochalbhalle“ mit entsprechenden Veranstaltungen entstehen können. Die Schallabstrahlung der vorhandenen Anlagen und Betriebe muss untersucht werden.
Was ist der maximale Wert?
Es erfolgt dabei eine Bestandsaufnahme, die Ermittlung der heutigen Schallabstrahlung und eine Betrachtung der maximal möglichen Immissionen. Bei Überschreitung der zumutbaren Immissionen wird ein passendes Schallschutzkonzept entwickelt. Für diese Arbeiten hat das Büro Künster ein Vertragsangebot vorgelegt, das sich auf rund 12 170 Euro brutto beläuft. Zusätzliche Beratungsleistungen sowie die Teilnahme an Besprechungen und Gemeinderatssitzungen werden nach Zeitaufwand berechnet.
Weitere Schall-Quelle kommt hinzu
Martin Kahrau sprach in dem Zusammenhang das geplante Nahwärmenetz in Bitz an. Momentan sei für die Heizzentrale der alte Sportplatz vorgesehen. Das bedeute umfangreiche Baumaßnahmen.
Bürgermeisterin Raphaela Gonser hat deswegen schon Kontakt zur GP Joule GmbH aufgenommen. Beide Seiten sind sich einig, dass man dann zusammenarbeiten müsse. Momentan seien aber erst rund 300 Interessenanfragen zum Nahwärmenetz eingegangen. Die Teilnahme ist allerdings entscheidend dafür, ob sich das Nahwärmenetz wirtschaftlich umsetzen lasse. Deshalb habe man sich entschlossen, die Interessensabfrage bis zum 10. Oktober zu verlängern.