Die Bürger müssen auch in Gütenbach für ihr Trinkwasser tiefer in die Tasche greifen. (Symbolfoto) Foto: © Hyrma – stock.adobe.com/peter-facebook – Pixabay

Der Gemeinderat stimmt für eine deutliche Gebührenerhöhung. Das hat auch mit der Über- und Unterdeckung zu tun, wie diese Zahlen zeigen.

Deutlich steigen zum kommenden Jahr die Gebühren für Wasser und Abwasser in Gütenbach. Der Wasserpreis steigt von 2,99 Euro auf mit 3,44 Euro je Kubikmeter und die Abwassergebühr von 3,30 Euro auf 4,06 Euro.

 

Möglich gewesen wäre auch eine geringere Steigerung, die aber voraussichtlich in den kommenden Jahren einen noch größeren Anstieg zur Folge hätte. Die letzte Überprüfung der Gebühren erfolgte im März 2023. Die Gebühren sind in der Regel jährlich zu überprüfen. Bei der Überprüfung im März 2025 handelte es sich um eine rückwirkende Überprüfung zum Beginn des Jahres 2025. Nun erfolgt die turnusmäßige Prüfung mit Anpassung der Gebühren Anfang 2026.

Zuletzt wurden die Gebühren im Mai 2023 angepasst. Damals konnte die Abwassergebühr bei 3,30 Euro/Kubikmeter belassen werden. Die Wassergebühr musste um 0,44 Euro auf 2,80 Euro/Kubikmeter (netto) (2,99 brutto) erhöht werden. Sowohl beim Wasser als auch beim Abwasser müssen die Beiträge kostendeckend sein.

Dabei gibt es immer wieder Jahre, in denen die Einnahmen höher sind als die Kosten, das gibt eine Kostenüberdeckung. Häufiger sind aber die Kosten höher als die Einnahmen, dann entsteht eine Unterdeckung. Überdeckung wie Unterdeckung müssen auf die kommenden fünf Jahre verteilt und damit ausgeglichen werden. Sie haben somit für fünf Jahre Einfluss auf den jeweiligen Preis.

Bei der aktuellen Abrechnung mussten daher die Überdeckung und Unterdeckung aus den vergangenen vier Jahren eingerechnet werden. Beim Wasser muss eine Unterdeckung von Gesamt 2747 Euro ausgeglichen werden. Beim Abwasser floss in die Berechnung insgesamt eine Überdeckung von 16 734,01 Euro.

Wassermengen sinken

Bei der Vorstellung der Zahlen wurde deutlich, dass in den vergangenen vier Jahren der Wasserverbrauch und gleichermaßen das anfallende Abwasser gesunken sind. Viele Kosten sind aber Fixkosten, die nun auf eine geringere Wassermenge umgelegt werden müssen. Dies führt in der Folge zu einer Gebührenerhöhung.

Verbrauch muss geschätzt werden

Für die Gebührenkalkulation muss daher der voraussichtliche Verbrauch von Wasser und Abwasser geschätzt werden. Dafür könnte man den Durchschnitt der letzten vier oder nur die letzten zwei Jahre zugrunde legen. Bei der üblichen Berechnung aus vier Jahren ergibt sich ein erwarteter Wasserverbrauch 2026 von 48 000 Kubikmeter, bei zwei Jahren wären es nur 45 000 Kubikmeter. Da der Verbrauch zuletzt laufend gesunken ist, wäre der zweijährige Wert möglicherweise realistischer. Bei der Umlegung der Kosten für 2026 auf 48 000 Kubikmeter sind die Kosten je Kubikmeter niedriger, als wenn diese auf 45 000 Kubikmeter umgelegt werden.

Zwei oder vier Jahre als Grundlage?

Das Entsprechende gilt beim Abwasser. Bei der vierjährigen Berechnung würde der Wasserpreis sich von aktuell 2,99 Euro auf 3,21 Euro erhöhen. Das Abwasser stiege von 3,30 Euro auf 3,77 Euro. Bei der zweijährigen Berechnung würde sich allerdings der Wasserpreis von aktuell 2,99 Euro auf 3,44 Euro erhöhen. Der Preis für Abwasser steigt bei der zweijährigen Berechnung von 3,30 Euro auf 4,06 Euro. Die Gemeinderäte waren sich eine ganze Zeit unschlüssig, ob sie die geringere Erhöhung wählen sollen, um die Bürger nicht so stark zu belasten. Allerdings, so wurde in der Diskussion deutlich, könnte ein niedrigerer Beitrag in den Folgejahren zu einer noch drastischeren Erhöhung führen. Bei der Abstimmung erhielt der Vorschlag der stärkeren Erhöhung mit 3,44 Euro für Wasser und 4,06 Euro für Abwasser sieben Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung.