Der scheidende Bürgermeister Armin Pioch (Bildmitte) umrahmt von den Kollegen (von links) Gerhard Feeß, Altensteig, Gerhard Müller, Seewald, und Dieter Bischoff, Pfalzgrafenweiler, sowie dem Ersten Landesbeamten Reinhard Geiser. Foto: Stadler

Im Beisein von Bürgermeisterkollegen und Erstem Landesbeamten Reinhard Geiser verabschiedete sich der Grömbacher Gemeinderat von Armin Pioch. Nach fünfjähriger Amtszeit wechselt Pioch zur Monatsmitte in den Enzkreis – als Bürgermeister der Gemeinde Illingen.

Grömbach - Bürgermeister-Stellvertreter Günter Roller ergriff nach der kürzesten Sitzung in der Amtszeit Piochs nach exakt zehn Minuten das Wort zum Abschied und spickte seine Rede mit Ironie. Kurz und in Form von Notizen – wie bei einem Navigationsgerät – zitierte er Überschriften aus den vergangenen fünf Jahren, die über den scheidenden Schultes zu lesen waren, zum Beispiel "Parteiloser will Bürgermeister in Grömbach werden". Von Quereinsteiger war ebenso die Rede wie "vom Imker zum Bürgermeister". Weiter ging es nach etwa 150-tägiger Amtszeit mit "Verwalten kann man lernen", "Einzelkämpfer mit Teilzeitkraft" und "Tauziehen um die Geschäftsordnung".

Nachdem Roller ein neues Ziel für den scheidenden Bürgermeister eingegeben hatte, folgte "Pioch bewirbt sich weg" und "Will er weg wegen Streit um Windkrafträder?" Roller sprach über die Einführung der Doppik und die Erweiterung des Friedhofs ebenso wie über die Problematik bei der Abrechnung der Unteren Straße, die Bauplatzvergabe und den Glasfaserausbau. Hoffentlich, so Roller, gelinge Pioch auch in Illingen eine so empfehlenswerte Homepage wie die in Grömbach. Zum Kapitel Gemeinderat und Bürgermeister stellte er den Vergleich mit einem Ehepaar an und sagte: "Einer allein ist nie schuld." Eine saubere Übergabe zum 14. September halte er für kritisch, gratulierte aber Pioch zur neuen Bürgermeisterstelle.

Glückwunsche zum Wahlerfolg

Der Erste Landesbeamte und Stellvertreter von Landrat Klaus Michael Rückert, Reinhard Geiser, war nicht froh darüber, dass Pioch nach fünf Jahren, quasi mitten in der Amtszeit, einen neuen Bürgermeisterjob im Enzkreis antritt. Er sprach über Pioch als Naturliebhaber und Imker, der neue Bienenvölker zugekauft hat, seine Leidenschaft für das Renovieren und Sanieren alter Bauernhäuser. Mit einem Wanderführer lud er ihn zu künftigen Besuchen in der Region ein.

Zur Verabschiedung waren die Bürgermeister aus Altensteig, Seewald und Pfalzgrafenweiler gekommen. Stellvertretend für alle Amtskollegen ergriff Dieter Bischoff (Pfalzgrafenweiler) das Wort, um seinen Kollegen mit den Glückwünschen für den Wahlerfolg zu verabschieden. Bischoff erläuterte in seiner Ansprache ausführlich die Aufgaben und Herausforderungen eines Bürgermeisters und thematisierte das nicht einfache Spannungsfeld des Bürgermeisters innerhalb der Bevölkerung. Bischoff dankte Pioch für die gute, kooperative und menschliche Zusammenarbeit und stellte den Neuanfang unter das Hesse-Sprichwort "Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne". Für diesen Neuanfang müsse auch der Gemeinderat entscheiden, wie es weitergehen soll. Bischoff wies bei den Ratsmitgliedern darauf hin, dass sie dem Gemeinwohl verpflichtet seien und bat Bürgermeister-Stellvertreter Günter Roller eine offene Zusammenarbeit an.

Mit den Worten "Ich bin jetzt raus und bin jetzt hier" aus dem Spliff-Song "Déjà Vu" verabschiedete sich Pioch vom Gremium und seinen Amtskollegen. "Das Amt hat mir viel bedeutet, und ich konnte seit 2016 etwas bewegen und Einfluss nehmen durch das entgegengebrachte Vertrauen", sagte er.

Es habe viele Herausforderungen und schwierige Themen sowie eine tiefgreifende Krise durch Corona ohne abschätzbare Folgen gegeben, so Pioch. Von den wegweisenden Projekten, die er realisiert habe, nannte er einige wenige wie Internet, Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe und das Baugebiet Hasenäcker. Diese Projekte habe er nur umsetzen können, da viele Befürworter mitgezogen hätten.

Pioch machte deutlich, dass er als Bürgermeister zwar die Spitze der Verwaltung sei, aber allein nichts durchsetzen könne. Sein Dank galt den vielen engagierten Bürgern und den Vereinen, der Feuerwehr, der Kirchengemeinde und anderen Gruppen. Er bat sie, auch weiterhin für die Gemeinschaft da zu sein und sich zu engagieren. Dem Gemeinderat dankte er und plädierte für einen fairen und lösungsorientierten Umgang mit seinem Nachfolger. Ein Dank galt der Verwaltungsgemeinschaft für deren loyale Zusammenarbeit.

Private Worte galten seiner Frau Barbara Marx, die ihn stets unterstützte und die Fotos für die Internetseite der Gemeinde kostenfrei zur Verfügung gestellt hat. Obwohl er als Amtsträger oft zu wenig Zeit für die Familie gehabt habe, habe er stets auf sie zählen können. Als Fazit hielt er fest, dass sich sein Engagement als Bürgermeister in Grömbach gelohnt habe und er stolz zurückblicke.

Eine Spur Wehmut sei dabei, wenn seine Amtszeit jetzt zu Ende gehe und er in Illingen sein Amt antritt. Spannend sei für ihn die kommende Bürgermeisterwahl in Grömbach. "Nur gemeinsam kann man etwas bewegen – auf Wiedersehen, macht’s gut", sagte er zum Abschied, bevor er mit den Gästen sein Glas erhob.

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