Der Vältinschollensee und der Ichenheimer Baggersee sollen zusammengelegt werden. Foto: Archiv

Der geplante Zusammenschluss der beiden Kiesgruben bei Meißenheim kommt schneller voran als ursprünglich vorgesehen. Der Gemeinderat stimmte der Planänderung zu.

Der Gemeinderat hat grünes Licht für eine Änderung beim geplanten Kiesabbau zwischen Meißenheim und Ichenheim gegeben. Konkret geht es um die vorgezogene Nutzung von Teilflächen im Bereich des Trenndamms zwischen den beiden Baggerseen „Vältinsschollensee“ und „Alter Rohrkopf“.

 

Hintergrund ist ein Antrag der „Blatt + RMKS Joint Venture GmbH“, die beide Kiesgruben zusammenlegen will. Der Trenndamm, der die Seen bislang teilt, soll im Zuge des Projekts schrittweise abgebaut werden.

Ursprünglich war vorgesehen, mit den Arbeiten in diesem Abschnitt erst ab dem Jahr 2030 zu beginnen. Nun sollen erste Teilbereiche bereits deutlich früher genutzt werden.

Im Sommer soll es losgehen

Nach den neuen Plänen soll ein Abschnitt schon ab Sommer 2026 abgebaut werden, ein weiterer Teilbereich ab dem Jahr 2028. Die eigentliche Öffnung des Trenndamms bleibt weiterhin für das Jahr 2030 vorgesehen.

Grund für die vorgezogene Planung sind betriebliche Probleme beim Kieswerk der Firma RMKS. In den bestehenden Abbauflächen hat der Anteil an nicht verwertbarem Feinsand und Schluff stark zugenommen.

Nach Angaben des Unternehmens liegt dieser inzwischen bei rund 50 Prozent, was den wirtschaftlichen Betrieb erheblich erschwert. Die Produktion musste deshalb zeitweise bereits eingeschränkt oder sogar eingestellt werden. Durch den früheren Zugriff auf neue Abbauflächen soll ein längerer Stillstand und damit eine Gefährdung des Betriebs vermieden werden.

Nach Einschätzung des Landratsamts als Genehmigungsbehörde handelt es sich bei der Änderung um eine sogenannte Planänderung von unwesentlicher Bedeutung. Das bedeutet, dass kein neues umfangreiches Planfeststellungsverfahren notwendig ist, sofern keine zusätzlichen erheblichen Auswirkungen entstehen.

Keine zusätzlichen Belastungen für Anwohner und Umwelt

Auch laut den vorgelegten Unterlagen sollen sich durch die zeitliche Vorverlagerung keine zusätzlichen Belastungen für Umwelt oder Anwohner ergeben. Die vorgesehenen Ausgleichs- und Schutzmaßnahmen sollen entsprechend ebenfalls früher umgesetzt werden. Zudem bleibe die grundsätzliche Planung des Gesamtprojekts unverändert.

Der Gemeinderat schloss sich dieser Einschätzung an und nahm den Antrag zustimmend zur Kenntnis. Der entsprechende Beschluss wurde einstimmig gefasst. Damit ist der Weg frei für die weitere Prüfung und Genehmigung der Planänderung durch die zuständigen Behörden.

Rohstoffgewinnung

Kies und Sand werden in Baggerseen hauptsächlich abgebaut, um den hohen Bedarf an Baustoffen für die Bauwirtschaft zu decken, erläutert die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg. Der Abbau sei effizient, da das Material direkt durch Saugbagger oder Eimerkettenbagger an die Oberfläche befördert werden kann.