Jonathan Pauli Foto: Andreas Pauli

In Jonathan Paulis Familie hat politisches Engagement Tradition: Schon sein Großvater saß im Geislinger Gemeinderat. Nun setzt sich auch der Enkel für die wichtige Themen vor Ort ein.

Jonathan Paulis Verwandtschaft ist seit jeher politisch engagiert. Der 29-jährige hat eine Lehre zum Bankkaufmann gemacht und studiert derzeit Wirtschaft, Deutsch und Geschichte fürs Lehramt am Gymnasium.

 

Woher kennt man Sie in der Geislingen?

Seit Kindesalter bin ich beim TSV im Fußball als Spieler, Trainer sowie Schiedsrichter und in der Leichtathletik aktiv gewesen. Daher werden die meisten mich über den Sport kennen. In der Kirche habe ich als Ministrant, Vorsitzender der KJG und Kirchengemeinderat mehr als mein halbes Leben lang aktiv mitgewirkt. Mittlerweile bin ich seit drei Jahren Schriftführer der SpVgg Binsdorf, bei welcher ich seit über zehn Jahren Fußball spiele.

Welches ist Ihr Lieblingsort?

Die Gesamtstadt Geislingen hat viele schöne Ecken, die es wert sind, genannt zu werden. Hervorheben möchte ich allerdings die Feldwege bei den drei Kreuzen in Binsdorf, wo ich gerne eine Runde laufe, um abschalten zu können.

Was hat Sie motiviert, sich um einen Sitz im Gemeinderat zu bewerben?

Ich war schon immer jemand, der versucht hat, so gut es geht aktiv in den Vereinen mitzuwirken, da ohne Ehrenamt nichts läuft. Es ist immer schnell gescholten, da ist es besser, aktiv zu einer Verbesserung beizutragen. Auch ist es persönlich für mich schön, nun in der dritten Generation im Gemeinderat vertreten zu sein.

Warum gerade auf der CDU-Liste?

Natürlich wurde mir die Partei ein Stück weit in die Wiege gelegt. Es ist aber auch so, dass ich überzeugt davon bin, dass sich die CDU über die Kommunalpolitik hinaus in die meiner Meinung nach richtige Richtung wandelt. Daher war es mir ein Anliegen, diese in unserer Stadt vertreten zu dürfen.

War dies Ihre erste Kandidatur?

Ich habe 2015 für den Kirchengemeinderat kandidiert und 2019 für den Gemeinderat in Dossenheim bei Heidelberg, meinem Studienort. Dies allerdings ohne Ambitionen. Ich sah darin die Möglichkeit, aktiv einem politischen Wahlkampf in einer größeren Stadt beizuwohnen und Erfahrungswerte zu sammeln. Am Ende war ich positiv über das für mich gute Wahlergebnis überrascht. Daraus schloss ich, dass Ehrlichkeit und Offenheit den Bürgerinnen und Bürgern ein größeres Anliegen sind als der allgemeine Bekanntheitsgrad.

Haben Sie erwartet, genug Stimmen zu holen?

Ich habe es nicht erwartet, doch bin ich der Meinung, dass man sich nie ohne Ambitionen aufstellen lassen würde. Von daher hatte ich mir insgeheim schon „Außenseiterchancen“ ausgerechnet. Parallel habe ich auch für den Ortschaftsrat in Binsdorf kandidiert, bei welchem ich mir mehr Chancen ausgerechnet hatte, und nun bin ich in beiden Gremien.

Wie haben Sie sich bei Bekanntgabe des Wahlergebnisses gefühlt?

Natürlich habe ich mich sehr gefreut. Im gleichen Atemzug war ich aber auch unglaublich dankbar für das Vertrauen, welches mir von den Bürgerinnen und Bürgern gegeben wurde.

Wie haben Sie sich auf Ihr Amt vorbereitet?

Durch Gespräche in der Familie weiß man, was einen erwartet. Auch durch die Tätigkeit im Kirchengemeinderat ist vieles bekannt, wenn auch in kleinerem Rahmen. Ich werde nun verschiedene Bildungsangebote wahrnehmen, um bestmöglich auf die kommenden fünf Jahre vorbereitet zu sein.

Was sehen Sie als wichtigstes Thema in Geislingen an?

Die Kommunikation zwischen Stadt, Bürgern und Vereinen. Diese muss offen, ehrlich und fördernd sein. Eine weitere Thematik, die mir persönlich am Herzen liegt, ist die Verschuldung der Stadt. Hier gibt es einen schmalen Grat zwischen kopfloser und sinnvoller Verschuldung. Daher ist es gut, dass der Gemeinderat sich ein wenig verjüngt hat, da es am Ende an den Folgegenerationen hängenbleibt, was jetzt missgewirtschaftet wird. Als angehende Lehrkraft sind auch die Schulen in der Gesamtstadt ein Themenbereich, in welchen ich mich einbringen will, da wir auch hier in Zukunft vor neuen, größeren Herausforderungen stehen werden – sei es Fachkräftemangel oder Schulplätze.

Für welches Themenfeld sehen Sie sich als Experten?

Ich sehe meine Stärken. mit denen ich mich am besten in der Fraktion einbringen kann, in der Kinder-und Jugendarbeit, dem Themenbereich Schule und im gesamtökonomischen Zusammenhang.

Wie wollen Sie den Kontakt zu den Bürgern pflegen?

Generell habe ich immer ein offenes Ohr für jeden. Durch meine Vereinstätigkeit habe ich Input von anderen Vereinen und weiß, was viele beschäftigt. Auch auf dem Kirchhof nach den Messen oder auf dem Sportplatz wurde schon das ein oder andere Wort gewechselt.