Mit der Schulentwicklung befasst sich der Gemeinderat in einer Sondersitzung. Hier ein Blick auf die Friedrichschule. Foto: Jürgen Liebau

In einer Sondersitzung stellte Christian Rohleder von ConceptK den Bestand an den beiden Schulstandorten vor. Warum eine Sanierung von ihm die schlechteste Bewertung erhält und welche anderen Optionen es gibt.

Zum einen gebe es die Möglichkeit, die beiden Schulstandorte zu erhalten, dies aber verbunden mit einer aufwendigen Sanierung.

 

Dazu gab es im Vorfeld auch einen Workshop zum Thema Schulentwicklung in Furtwangen mit Schulleitung, Lehrern, Eltern und Stadtverwaltung, was als Grundlage für den Bedarf für die Schulen diente.

Anne-Frank-Schule Bei der baulichen Analyse der Pavillons der Anne-Frank-Schule traten zahlreiche Mängel zutage. Vor allem sei eine Sanierung hier riskant, da mögliche Schäden an der Grundstruktur der Schule noch nicht festgestellt werden konnten. Das könnte die Sanierung wesentlich verteuern. Das räumliche Konzept der Pavillons dagegen sei gut und entspreche modernen Anforderungen.

Friedrichschule Bei der Friedrichschule, die im Übrigen unter Denkmalschutz steht, sei auf jeden Fall eine grundlegende Sanierung notwendig. Wichtige Maßnahmen, beispielsweise die Barrierefreiheit, seien nur schwierig zu realisieren. Eine komplette Sanierung beider Schulen einschließlich Sporthalle würde 29,1 Millionen Euro kosten. Dazu kämen aber noch etwa 1,7 Millionen Euro für die Unterbringung der Schüler in Containern während der Sanierung.

Thema Zusammenlegung Für die Zusammenlegung der beiden Grundschulen müsste am Standort Friedrichschule ein großer Erweiterungsbau entstehen. Durch diesen Neubau und dem stufenweisen Bezug könnte die Unterbringung der Schüler bei der Sanierung ohne weitere Kosten realisiert werden.

Thema Sporthalle Sinnvoll wäre eine Sporthalle im Stadtgarten, um für alle Schüler Sportunterricht vor Ort anbieten zu können. Einschließlich Sporthallen würde dies 31,1 Millionen Euro kosten.

Sowohl bei der Generalsanierung beider Schulen wie bei der Zusammenlegung müssten aber Jugendmusikschule und Modelleisenbahner das Gebäude der Friedrichschule verlassen, um die notwendigen Räumlichkeiten zur Verfügung stellen zu können.

Gemeinsame neue Schule Die dritte Möglichkeit ist ein kompletter Neubau für eine gemeinsame Grundschule mit SBBZ (Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum). Möglich wäre dies am jetzigen Standort des Rettungszentrums, für das aktuell ein neuer Standort gesucht wird. Hier wäre die räumliche Situation im Gebäude wesentlich besser, die Gesamtfläche aber immer noch relativ klein.

Auf der „grünen Wiese“? Die Alternative wäre ein Neubau „auf der grünen Wiese“, wo man genügend Platz rund um die Schule und ideale Bedingungen für ein modernes Schulgebäude finden könnte. Ob sich ein solches Grundstück finden ließe, ist allerdings fraglich. Beide Neubau-Möglichkeiten lägen ebenfalls knapp über 31 Millionen Euro.

Christian Rohleder nannte zum Abschluss noch eine Bewertung der verschiedenen Möglichkeiten mit Berücksichtigung der räumlichen und pädagogischen Konzepte.

Eine Rangliste Nicht besonders gut kommt dabei die Sanierung der Bestandsgebäude weg, die mit 3,0, beziehungsweise 2,9 für die beiden Schulen gewertet wurde.

Deutlich besser ist das Ergebnis bei einer Zusammenlegung mit Erweiterung der Friedrichschule mit der Note 2,4. Ein Neubau in der Jahnstraße würde das Ergebnis mit der Note 2,3 nur unwesentlich verbessern. Deutlich besser wäre das Ergebnis dank der dann idealen Bedingungen für einen Neubau auf der grünen Wiese, was mit der Note 1,6 bewertet wurde.

Das sagen die Fraktionen

Stellungnahmen
Nach dem Referat zur möglichen weiteren Entwicklung bei den Grundschulen soll in der Sitzung des Gemeinderates im Dezember das weitere Vorgehen beraten werden, wofür die nun von den Gemeinderäten aufgestellten Fragen noch aufgearbeitet werden.Für Rainer Jung
(FW) war die große Frage, was bei einem Neubau oder auch nur bei einem Umzug in die Friedrichschule mit den nicht mehr genutzten Schulgebäuden geschieht. Für einen kompletten Neubau „auf der grünen Wiese“ werde man wohl kaum ein passendes Grundstück in der Stadt finden: Müsste man wieder auf einen „Hügel“ ausweichen? Die Gebäude seien auf jeden Fall sanierungsbedürftig, aber bei einem Auszug dürfte man sie auch nicht verfallen lassen, nicht zuletzt wegen der Sicherheit. Dazu kämen für den Haushalt weitere große Themen wie die Kindergärten. Manfred Kühne
(CDU) fragte nach Fördermöglichkeiten für diese Baumaßnahmen, die aber nach Referent Christian Rohleder vom Büro ConceptK kaum kalkulierbar seien und zwischen zehn und 80 Prozent liegen könnten. Bei den beengten Platzverhältnissen für den Neubau in der Jahnstraße brachte Kühne auch die Fläche des Bregtalbades und die Jahnhalle in die Diskussion. Karin Jäger
(UL) brachte bei der Diskussion die notwendigen Parkplätze, sei es für Autos oder Fahrräder, bei den beiden Neubau-Möglichkeiten ins Gespräch. Außerdem stelle sich die Frage, ob man bei einem Neubau nicht ebenso die Grundschule Neukirch integrieren sollte.Auch Heinz Guhl
(SPD) stellte die Frage, ob Schulen und Rettungszentrum beides von der Stadt finanziell zu bewältigen wäre. Er wies aber auch auf die guten Erfahrungen im Bauausschuss OHG hin, wo man viele Kostensteigerungen habe vermeiden können. Bürgermeister Josef Herdner
bestätigte, dass das Thema Schulen, aber auch die Kindergärten zusammen mit dem Rettungszentrum für die Stadt eine riesige Finanzlast bedeuten würden. Auf jeden Fall sei die Investition in die Bildung von besonderer Bedeutung. Er kündigte an, dass die gestellten Fragen aufgearbeitet werden. Man müsse sich Zeit nehmen für die nächsten Schritte. Aber man müsse bald entscheiden, in welche Richtung es gehen soll.