Die Unterbringung von Flüchtlingen ist Aufgabe der Kommunen. Foto: © Frank Gärtner – stock.adobe.com

Wo können geflüchtete Menschen in Furtwangen untergebracht werden? Damit muss sich der Gemeinderat intensiv beschäftigen. Das tat er bereits in seiner jüngsten Sitzung.

Furtwangen - Die Frage nach Wohnraum für Flüchtlinge und deren Integration beschäftigt den Gemeinderat. Dies machte die Diskussion deutlich, nachdem der Integrationsbeauftragte der Stadt Furtwangen, Erhard Gwosch, seine Arbeit für die in Furtwangen untergebrachten Flüchtlinge ausführlich erläutert hatte.

Dabei wurde deutlich, dass sich der Gemeinderat in absehbarer Zeit mit diesem Thema beschäftigen muss, da vor allem die Anmietung entsprechender Wohnräume durch die Stadt immer schwieriger wird. Erhard Gwosch hatte dargestellt, dass die Stadt dringend auf der Suche nach Wohnungen sei, die sie für die Unterbringung von Flüchtlingen anmieten könnte. Die Situation sei sehr schwierig. Thomas Riesle (CDU) hob hervor, dass sich der Gemeinderat unter anderem damit beschäftigen muss, ob und wie man Flüchtlinge auch in Wohn-Containern unterbringen könne.

Wo könnten Wohncontainer stehen?

Nicht zuletzt, so Bürgermeister Josef Herdner, müsse beraten werden, wo man solche Container aufstellen könne, da nicht genügend Wohnraum zur Verfügung steht. Gleichzeitig appellierte er an die Bürger, vorhandenen Wohnraum für diesen Zweck zu melden. Thomas Riesle fragte, ob die Stadt darauf Einfluss habe, ob Einzelpersonen oder Familien mit Kindern nach Furtwangen kommen, die einfacher zu integrieren seien. Denn auf Nachfrage von Rainer Jung hatte Erhard Gwosch auch erläutert, dass es immer wieder Flüchtlinge gibt, die aus ihren Wohnungen verschwinden, um in anderen Regionen "unterzutauchen". Dies seien allerdings im wesentlichen Einzelpersonen. Einen direkten Einfluss habe man zwar nicht. Ganz wesentlich aber sei der zur Verfügung stehende Wohnraum. Die Behörden gingen gerne auf entsprechende Anfragen ein, wenn Wohnungen bereitgestellt werden können, die für kleinere oder gar größere Familien geeignet wären. Nicht ganz einfach, erläuterte Gwosch darüber hinaus, sei es, den Flüchtlingen, das neue Umfeld und die Lebensumstände in einer deutschen Stadt nahe zu bringen.

Es mangelt an Vorbereitung auf das neue Lebensumfeld

Weshalb die Flüchtlinge nicht in ihrer Gemeinschaftsunterkunft im Kreis auf ihr neues Lebensumfeld vorbereitet werden könnten, fragte Rainer Jung (FWV) nach. Es sei ihm selbst ein Rätsel, wieso nichts im Vorfeld geschehe, meinte Erhard Gwosch.

Ulrich Mescheder (UL) fragte nach dem Übergang in das Arbeitsleben, wenn die Asylbewerber dann im Lauf der Zeit eine Arbeitserlaubnis bekommen. Doch dies sei kein Problem, ebenso wenig die Aufnahme in die Schule. Deutliche Engpässe gebe es allerdings bei der Betreuung in Kindergarten oder Hort, weil hier jeweils lange Wartelisten bestünden.

Problem der Kinderbetreuung

Als Beispiel schilderte er die Situation von Kindern einer Familie in Furtwangen, wo der Vater inzwischen einen Arbeitsplatz gefunden habe und die Mutter einen Integrationskurs in Villingen besuchen soll. Aber die Betreuung der Kinder während dieser Zeiten könne nur schwer organisiert werden, da unter anderem zu wenig Kindergartenplätze vorhanden seien, erläuterte Gwosch.

Auch warme Kleidung wird gebraucht

Das Problem einer Vereinsamung der Flüchtlinge gebe es eigentlich nicht, meinte er auf Nachfrage von Ulrich Hättich (SPD). Ein Problem im Gegensatz dazu sei aber die Versorgung mit entsprechender Kleidung, da die Flüchtlinge oft aus deutlich wärmeren Ländern mit Sommerschuhen und dünnen Hosen in den Schwarzwald kämen. Auf Frage von Dirk Ebeling (CDU) wurde deutlich, dass es zwei bis drei Jahre dauere, bis das Asylverfahren im Einzelfall entschieden ist. Bis dann eine endgültige Aufenthaltsgenehmigung oder Niederlassung möglich ist, dauere es insgesamt etwa fünf Jahre.

Bürgermeister hofft auf Helfer für den Arbeitskreis Asyl

Am Ende der Diskussion gab Bürgermeister Josef Herdner der Hoffnung Ausdruck, dass der Arbeitskreis Asyl wieder weitere Helfer gewinnen kann, um seine wichtige Arbeit für die Flüchtlinge weiterführen zu können.