Das Spielen in der Natur gehört zum Konzept eines Waldkindergartens. Foto: Rumpenhorst/dpa

In Epfendorf soll ein Waldkindergarten entstehen. Das Projekt wurde im Gemeinderat vorgestellt. Dabei kamen im Gremium und in der Bürgerschaft einige Fragen auf.

Epfendorf - Bereits bei der Bürgerfrageviertelstunde fragte ein Bürger nach den Kosten für den Bau und die Unterhaltung und ob es bereits Anmeldungen gäbe. Des Weiteren sei es für ihn nicht nachvollziehbar, weshalb in Epfendorf eine vierte Einrichtung erstellt werde, obwohl bei den anderen Kindergärten Sanierungsbedarf bestehe.

Bürgermeister Mark Prielipp vertröstete ihn auf den nächsten Tagesordnungspunkt, dessen Thema der Waldkindergarten war und in dem seine Fragen beantwortet würden. Der Epfendorfer Architekt Johannes Bantle stellte die Planungen vor.

Abstand zum Wald

Zum geplanten Standort beim Sportplatz Harthausen berichtete er, dass man hier wegen des vorgeschriebenen Waldabstandes von 30 Metern etwa 15 000 Quadratmeter Waldfläche roden müsse. Der Standort im Mützental sei wesentlich besser geeignet. Hier habe man den erforderlichen Abstand und auch die Sonneneinstrahlung sei hier besser. Hier könne man mit einem beheizbaren Bauwagen, Container oder auch einem Gebäude die notwendigen baulichen Maßnahmen treffen.

Eine Sitzgruppe im Freien könne hier gut installiert werden, wobei er einen Untergrund aus Holzhackschnitzeln empfehle. Einen Gemüsegarten, Spielgeräte und weitere Ausstattungen könne man nach und nach zusammen mit den Kindern einrichten, meinte Bantle. Die Anlage sei ohne Strom, Wasser und Telefonanschluss und man müsse zudem einen Antrag auf Ausnahme zur Barrierepflicht stellen.

Besteht überhaupt Bedarf?

Jürgen Behr schlug vor, eine Solaranlage in Betracht zu ziehen und fragte nach den Kosten für das Projekt. Nach der Einschätzung des Architekten müsse die Gemeinde wohl eine Summe von 120 000 Euro bereitstellen.

Uwe Mei war der Ansicht, dass man mit dem Waldkindergarten die Lebensqualität erhöhe und die Gemeinde damit attraktiver mache. Zudem sei es ein gemeinsames Projekt aller Teilorte, das den Zusammenhalt stärken würde, zumal es im Mittelpunkt Epfendorfs stehe.

Kritische Töne kamen von Holger Berndt, der vorschlug zu erheben, ob überhaupt Bedarf an dieser Einrichtung bestehe. Man solle hier erst einsteigen, wenn genügend Anmeldungen vorhanden seien. Prielipp meinte, dass es nicht möglich sei, jetzt schon feste Anmeldungen zu verlangen, allerdings könne man eine Abfrage bei dem infrage kommenden Personenkreis machen. Einige hätten bereits Interesse bekundet. Er appellierte an die Bürgerschaft der Verwaltung mitzuteilen, falls Interesse bestehe.

Erzieher zeigen bereits Interesse

Auf Anfrage von Elke Graf teilte der Bürgermeister mit, dass man bereits jetzt Anfragen von Erziehern habe, die gerne im Waldkindergarten arbeiten würden. Johannes Sauter war der Ansicht, dass man weitere Kindergartenplätze schaffen müsse. Der Bedarf sei da und er habe keinerlei Bedenken, dass die neue Einrichtung nicht angenommen werde.

Bürgermeister Prielipp machte deutlich, dass es sich bei dem neuen Projekt nicht um einen neuen Kindergarten handeln würde. Es sei lediglich ein weiteres Angebot, das einem bereits bestehenden Kindergarten angegliedert werde. In Epfendorf wird man nun weitere Abstimmungsgespräche führen und möglicherweise bereits in der Mai-Sitzung über die weitere Verfahrensweise entscheiden.