Das baden-württembergische Verkehrsministerium beurteilt in einer Aktion Mängel in Ortsmitten der Städten und Gemeinden. Auch Egenhausen nahm an der Inspektion teil.
Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg hat sich zum Ziel gesetzt, Mängel in der Ortsmitte von Städten und Gemeinden anzusprechen und wenn möglich zu beseitigen. Egenhausen beteiligt sich an der kostenlosen Aktion und hat den Zuschlag zur Qualitätserfassung erhalten.
Lisa Schmidt und Volker Scholz vom Architektur- und Stadtplanungsbüro Pesch aus Stuttgart stellten in der Sitzung 15 Handlungsimpulse und Maßnahmen vor. Manche Dinge ließen sich mit wenig Aufwand, andere mit hohen Kosten verwirklichen.
Sollte die Gemeinde Egenhausen Themen aufgreifen, könnte sie eventuell mit hohen Zuschüssen aus dem Landessanierungsprogramm rechnen. Untersucht wurden bei mehreren Begehungen vorhandene Strukturen in der Ortsdurchfahrt, Defizite benannt , Qualitätsverbesserungen erarbeitet und zusammengetragen.
Parksituation an Volksbank verbesserungswürdig
Ein Thema war die Verkehrssituation bei der Volksbankfiliale. Auf die Längsparkplätze sollte man verzichten, das durch ein Halteverbot kenntlich machen, den vorhandenen Gehweg auf 2,50 Meter verbreitern sowie Pflanzkübel und Sitzbänke aufstellen, um widerrechtliches Parken von vornherein auszuschließen.
Eine Bushaltebucht gegenüber dem Rathaus sei wegen der relativ geringen Frequentierung überflüssig, es genüge eine Haltestelle am Fahrbahnrand. Die dadurch gewonnene Fläche könnte man als Radabstellplatz nutzen.
Schön wäre ein barrierefreier Zugang zum Nahkauf-Beilharz durch eine Rampe. Der Gehweg von vier Metern auf der gegenüberliegenden Seite sei zu breit. Man könnte dort Bäume pflanzen und Sitzbänke aufstellen. Vorgeschlagen wurde außerdem, die Parkfläche vor der Metzgerei Ehret neu zu strukturieren in eine Anfahrt- und Abfahrtszone, Ausweisung eines Behindertenparkstandes und Aufstellung einer Ladesäule für E-Autos.
Die Parkflächen auf dem Adlerplatz wirkten wenig einladend. Dass von der Hauptstraße zur Kirchgasse kein, in der Nacht beleuchteter Fußgängerüberweg vorhanden ist, bedeute auf dem Weg zum Kindergarten und der Grundschule eine latente Gefahr. Hier sollte Abhilfe geschaffen werden.
Mehr Sicherheit bei Fußgängerüberwegen
Das Gleiche gelte für einen Fußgängerüberweg beim Senioren-Wohnpark. Ältere Menschen müssten sich beim Überqueren der Straße sicher fühlen. Empfohlen wird, nach dem Abriss der Gebäude 23 und 25 die Schotterfläche mit einem neuen Gebäude zu bebauen mit ausreichenden Gehwegbreiten und Grünflächen.
Das würde die Ortsmitte aufwerten, ebenso die Beseitigung von Leerständen. Gemeinderat Hans Kern nannte in der anschließenden Aussprache einige der Handlungsimpulse überlegenswert, manches sei aber nicht umsetzbar, weil die zuständigen Behörden bereits ihr Veto eingelegt hätten.
Einen besonderen Behindertenparkplatz vor der Metzgerei Ehret brauche man angesichts der Einwohnerzahl von Egenhausen nicht. „Was ist relevant und was nur Kosmetik“?
Kinderwagen müssten auf Straßenrand ausweichen
Die Grundsatzfrage stellte Gemeinderat Julian Heusel und rühmte bei der Gelegenheit die „alleenartige Einfahrt“ in den Ort. Dass zwei Mütter mit Kinderwagen auf dem Gehweg bei der Volksbankfiliale nicht aneinander vorbeikommen und eine auf den Straßenrand ausweichen müsse, ist Sebastian Bühler negativ aufgefallen.
Zebrastreifen bei der Kirche und ein Fußgängerüberweg beim Wohnpark sind für Florian David notwendig und wichtig. Ingo Waßilowski schlug vor, die Anregungen des beauftragten Büros in einer Klausurtagung des Gemeinderats zu behandeln.