Die Egenhäuser Grundschule wird demnächst saniert. Nun wurden im Gemeinderat die Bauleistungen vergeben. Foto: Jansen

Die Sanierung der Egenhäuser Grundschule soll demnächst starten. Bei den Vergaben der Bauleistungen kam im Gemeinderat jedoch Skepsis auf.

Noch in diesem Frühjahr sollen die Sanierungsarbeiten in der Grundschule Egenhausen losgehen. In der vergangenen Gemeinderatssitzung wurden die Arbeiten an die Baufirmen vergeben. Dabei sorgte eine Vergabe jedoch für Diskussion.

 

Im Februar waren die Schüler der Grundschule bereits in ihr neues Übergangsgebäude gezogen. Im nächsten Schritt mussten jetzt die wirtschaftlichsten Bieter für die Bau-Bereiche herausgesucht werden.

Fensterbau-Vergabe sorgt für Bedenken

Für den Bau der Holz-Aluminium-Fenster im geplanten Anbau verkündete Bürgermeister Sven Holder die Firma „Rolf Pfeffer“ aus Starzach als wirtschaftlichste Bieterin. Für den Bereich waren insgesamt zwei Angebote eingegangen.

Im Baubereich der Kunststofffenster war lediglich ein Angebot eingegangen, welches jedoch vom Gemeinderat als „nicht wertbar“ eingestuft worden war.

Die Anzahl der eingegangenen Angebote bei den Fensterarbeiten sorgte bei Gemeinderat-Mitglied Florian David für Skepsis. Es könne nicht sein, dass bei einer deutschlandweiten Ausschreibung so wenige Firmen bei der Gemeinde ein Angebot abgeben, fand er.

„Da werde ich nicht zustimmen!“

Bei seinen eigenen Bauprojekten achte David darauf, dass er zwischen mehr als nur zwei Firmen entscheide. „Wenn wir nur ein bis zwei Anbieter haben, werde ich da nicht zustimmen“, erklärte er.

Die Gemeinde solle die Ausschreibung noch einmal überprüfen, unter anderem auf die Abgabefrist. Architekt Friedrich Großmann merkte jedoch an, dass die Gemeinde das Angebot nicht mehr ausschlagen könne.

Bei der Ausschreibung handle es sich – anders als bei Davids Bauprojekten – um eine öffentliche Ausschreibung. Daher könne das Ausschlagen eines Angebots, das keine formelle Fehler vorweist und einen angemessenen Preis vorschlägt, zu einer Klage der Firma führen, so Großmann.

Das Angebot von „Rolf Pfeffer“ beläuft sich auf rund 133 058 Euro brutto und liegt damit nur knapp über den Kostenberechnungen des Planungsbüros von rund 131 691 Euro.

Holder: „Das darf so nicht nochmal passieren“

Auch für Bürgermeister Holder waren die Angebote bei den Fensterarbeiten nicht zufriedenstellend. „Das darf so nicht nochmal passieren“, sagte er. Bei solch einer Ausschreibung müsse es mehr Wettbewerb geben.

Das Los für die Holz-Aluminium-Fenster wurde an Ende doch an die Firma „Rolf Pfeffer“ vergeben, mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung. Das Los für die Kunststofffenster wird erneut ausgeschrieben.

Weitere Vergaben

Holzbauarbeiten
Die Holzbauarbeiten wurden an „Holzbau Schaible“ aus Wildberg vergeben. Ihr Angebot von rund 64 034 Euro liegt unter der Kostenkalkulation von rund 76 804 Euro.

Aufzugsarbeiten
Die Aufzugsarbeiten wurden an die Firma „Haushahn“ aus Stuttgart vergeben. Ihr Angebot von rund 34 968 Euro liegt unter der Kostenkalkulation von rund 45 928 Euro.

Dachabdichtungsarbeiten
Die Dachabdichtungsarbeiten wurden an die Firma „Ahlgrimm und Reichenberger“ aus Rohrdorf vergeben. Ihr Angebot von rund 109 552 Euro liegt über der Kostenkalkulation von rund 102 480 Euro.

Gerüstarbeiten
Die Gerüstarbeiten wurden an „Gerüstbau Schäfer“ aus Nagold vergeben. Ihr Angebot von rund 32 351Euro liegt unter der Kostenkalkulation von rund 53 768 Euro.