In der jüngsten Gemeinderatssitzung sprachen sich die Gemeinderäte mehrheitlich gegen eine Beteiligung der Kommune Ebhausen an der Netze BW aus.
Mit 500 000 Euro wollte sich die Gemeinde Ebhausen an der Kommunalen Beteiligungsgesellschaft Netze BW GmbH & Co. KG beteiligen und sich damit Mitsprachrechte an der Netze BW sichern.
Die Anteile an der Netze BW hätten sogar Vergütungen ausgeschüttet, rechnete Kämmerin Michelle Großholz den Ratsmitgliedern vor. Doch der Gemeinderat hatte Bedenken bezüglich des Deals – denn alles wäre kreditfinanziert worden. Doch die Verzinsung wäre nicht ohne gewesen: 4,38 Prozent für die kommenden fünf Jahre. Hiervon hätte man die Kreditzinsen abziehen müssen.
Die Verwaltung hatte dem Gemeinderat die Beteiligung an der Netze BW bereits vor fünf Jahren zur Entscheidung vorgelegt. Damals wurde das Projekt nicht umgesetzt, und auch jetzt kippte der Gemeinderat den Beschluss.
Thomas Wiedmaier: „Bei mir gehen alle Alarmglocken an“
Ratsmitglied Thomas Wiedmaier etwa meinte, dass zu den Kreditzinsen der Verwaltungsaufwand noch dazu komme – „bei mir gehen alle Alarmglocken an.“ 17 847 Euro Ertrag seien eine knappe Geschichte. Auch Bernd Krebs meinte, dass unterm Strich wenig Ertrag rauskomme, „es sind Scheingenauigkeiten, unterm Strich haben wir nichts. Ich stimme dagegen.“ Nicht so gut sei auch, dass die 500 000 Euro fremdfinanziert seien.
Volker Schuler: „Wir wollten auch ein Zeichen setzen“
Bürgermeister Volker Schuler betonte, es komme bei der Beteiligung an der Netze BW vor allem auf die Mitsprache an: „Die kommunale Familie redet mit beim Thema Energie und Energiewende.“ Dies sei ein wichtiger Themenkomplex – und 40 Prozent der Kommunen hätten bereits mitgemacht und seien an der Netze BW beteiligt. Schuler bekräftigte, dass schon viel Mut dazu gehöre, eine halbe Million in die Hand zu nehmen und sich an der Netze BW zu beteiligen. Man könne mit einer derartigen Beteiligung aber etwas für die Ebhauser Bürger beeinflussen. „Das Ganze ist nicht zuletzt auch eine Frage der Solidarität“, erklärte Volker Schuler. „Wir wollten mit der Beteiligung nicht zuletzt auch ein Zeichen setzen“, so der Bürgermeister.
Ratsmitglied Hans Barucha betonte, dass die Beteiligung infrage zu stellen sei, da alles fremdfinanziert sei. Letztlich kippte der Gemeinderat mehrheitlich die Entscheidung und sprach sich gegen eine Beteiligung der Kommune an der Netze BW aus.