Die Umgestaltung der Kreuzung Schömberger Straße, Hauptstraße und Dormettinger Straße wurde diskutiert. Foto: Merk

Das Gremium in Dotternhausen ringt um Verkehrsberuhigung, Kosten und Sicherheit – eine Entscheidung fällt noch nicht.

Die Umgestaltung der Schömberger Straße stand in der vergangenen Gemeinderatssitzung zur Diskussion. Nach angeregter Debatte wurde der ursprüngliche Beschlussvorschlag durch einen Antrag aus dem Gremium ersetzt.

 

Schon seit geraumer Zeit ist die Straße in Richtung Schömberg ein Thema – insbesondere der Kreuzungsbereich mit der Dormettinger Straße und der Hauptstraße. „Bereits in früheren Jahren und nochmals 2021 sind die Anlieger auf die Gemeinde zugekommen“, heißt es aus dem Rathaus. Beschädigte Kanäle, eine sicherheitskritische Lkw-Schleppkurve sowie ein unzureichend geschützter Fußweg zum Friedhof würden ein koordiniertes Vorgehen erforderlich machen.

Vor diesem Hintergrund wurde dem Gemeinderat eine Beschlussvorlage vorgestellt, die mehrere Maßnahmen bündeln sollte: die bauliche Neugestaltung des Knotenpunkts inklusive Gehwegschutz mit gesicherter Querungsstelle in Richtung Friedhof, eine klare Radwegführung, die Erneuerung des Kanalnetzes sowie die Einführung einer ganzheitlichen Tempo-30-Zone im gesamten Ortsgebiet.

Gemeinde sieht viele Vorteile

Als Vorteile des Konzepts sieht die Gemeinde, dass es wirtschaftlich und technisch sinnvoll sei, den Kanal vollständig auszutauschen und die Temporeduzierung Schleichwege unattraktiver macht. Zudem soll eine einheitliche Geschwindigkeitsregelung unnötige Durchfahrten reduzieren und im Knotenpunkt soll künftig die Regel „rechts vor links“ gelten.

Einigkeit herrschte im Gremium lediglich in einem Punkt: Die Kanalerneuerungen sollten mit der geplanten Neugestaltung kombiniert werden, um Kosten zu sparen. In allen anderen Fragen gingen die Meinungen auseinander.

Kosten und Sinn stehen zur Diskussion

Philipp Kopp bezeichnete den Beschlussvorschlag als „absoluten Krampf“. Er sprach von unnötigen Kosten und bezweifelte, dass Tempo 30 Raser aufhalte. Aus seiner Erfahrung als „Vielfahrer“ könne er dies bestätigen.

Ganz anders bewertete Markus Schnekenburger den Vorschlag. Grundsätzlich halte er ihn für gut, lediglich den Gehweg würde er nicht zurückbauen, sondern eher eine Bordsteinerhöhung zum Schutz der Fußgänger bevorzugen. Auch Andreas Gerg bewertete eine Geschwindigkeitsbegrenzung im Ortskern als „nicht so schlecht“ und verwies auf das gestiegene Verkehrsaufkommen.

Genau hier setzt auch die Zielsetzung der Gemeinde an: die Entlastung der Ortsmitte und die Verlagerung des Durchgangsverkehrs auf die B27. Gemeint sind vor allem Autofahrer, die Dotternhausen als Ausweichroute nutzen, wenn es auf der Bundesstraße zu Staus kommt.

Schleich würden nicht durch Tempo 30 verschwinden

Schleichwege würden jedoch nicht allein durch niedrigere Geschwindigkeiten verschwinden, betont die Gemeinde. Notwendig sei vielmehr eine Mischung aus Verkehrslenkung, klarer Wegweisung und einer baulich spürbaren Ortsdurchfahrt.

Über die Argumente für eine einheitliche Tempobeschränkung wurde ausführlich diskutiert. Am Ende einigte sich das Gremium auf einen Antrag, der zunächst einen gemeinsamen Ortstermin vorsieht, damit sich alle Mitglieder ein eigenes Bild machen können.