Steht bei den jungen Dotternhausenern hoch im Kurs: der Jugendtreff in der Schlossbergschule. Foto: Volker Schweizer

Die Jugendarbeit war das bestimmende Thema im Gemeinderat in Dotternhausen. Trotz positiver Entwicklung bleibt ein Problem

Im Jugendtreff ist in der Tat richtig viel los“, fasste Silke Brobeil das vergangene Jahr zusammen. Ein Eindruck, den Bürgermeisterin Marion Maier bestätigte. Das Konzept sei nach einer gewissen Delle vor zwei Jahren umgestellt worden und werde nun sehr gut angenommen, so Maier.​

 

Zusammen mit der Sozialpädagogin Verena Schetter informierte die Geschäftsbereichsleiterin vom Diasporahaus Bietenhausen über die aktuellen Entwicklungen – und erntete dafür viel Beifall. „Ihr macht das toll“, lobte Markus Schnekenburger das Team. Der Jugendtreff werde zu einer echten Institution im Ort, an der man einfach Spaß habe.

Sein Kollege Marcus Eichstädt zeigte sich vor allem über die hohe Teilnehmerzahl erfreut. Auch Andreas Gerg unterstrich die Wichtigkeit der Arbeit, sah aber noch Potenziale. Er signalisierte, dass die Gemeinderäte den Jugendtreff gerne einmal persönlich besuchen würden, um mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.

Weihnachtliches Highlight

Die Jugendgruppe, die immer am Dienstagnachmittag von 16.30 bis 18 Uhr zusammenkommt, habe sich fest etabliert. Verena Schetter berichtete, dass es sich um eine konstante Gruppe mit durchschnittlich elf Teilnehmern handle. „Es ist uns gelungen, alte Gesichter zurückzugewinnen, und gleichzeitig kamen neue Jugendliche hinzu“, freute sie sich. Neben den Programmpunkten gewinnen die Beziehungsarbeit und der persönliche Austausch stark an Bedeutung. Ein echtes Highlight war zudem die erstmalige Teilnahme am Weihnachtszauber des Sportvereins. „Das war richtig cool“, schwärmte Schetter. Die Jugendlichen hätten schon im Vorfeld Plakate und Flyer entworfen. Auch dieses Jahr wolle man wieder am Markt teilnehmen.

Auch ein Ort für jüngere Kinder

Ein ebenso stabiles Bild zeigt sich am Donnerstagnachmittag von 16.15 bis 17.45 Uhr bei der Grundschulgruppe mit im Schnitt zehn Kindern. „Die wöchentlichen Angebote werden von den Kindern sehr gerne angenommen“, unterstrich Verena Schetter. Zudem beteilige sich der Nachwuchs zahlreich am Ferienprogramm. Mario Maurer lobte diesen Ansatz ausdrücklich: „Die Entscheidung war absolut richtig, gezielt auch mit den Kleinen etwas zu machen.“ Seine eigenen Kinder gingen dort so gerne hin wie in einen Verein. Als Anregung schlug er vor, über eine Akustikpaneele für den Raum nachzudenken.

Wunsch nach Jugendclub

Nach wie vor besteht aber bei den älteren Jugendlichen der große Wunsch nach einem eigenen Jugendclub. Verena Schetter berichtete, dass bereits viele Ideen und Wünsche gesammelt worden seien. Allerdings hat das Projekt zuletzt einen Dämpfer erhalten. Durch das Abitur im März waren die Jugendlichen schwer beschäftigt. Danach sei es schwer gewesen, wieder in engen Kontakt zu kommen, da viele direkt einen Job oder ein Studium angetreten hätten. „Das Projekt ist deshalb etwas eingeschlafen, auch weil uns aktuell noch ein passender Raum fehlt“, räumte Schetter ein.

Die Bürgermeisterin gab jedoch direkt Entwarnung und erklärte, dass der Gemeinderat an einer Lösung dran sei. Hinter verschlossenen Türen war der Jugendclub wohl schon Thema. Das Schulareal sei allerdings weniger geeignet, da dies zu Konflikten führen würde. „Das Projekt ist trotzdem nicht ad acta gelegt, es zieht sich nur etwas und braucht noch ein wenig Geduld“, betonte Maier.

Öffnungszeiten werden nicht angetastet

Mit Blick auf die kommenden Monate soll der eingeschlagene Kurs fortgesetzt werden. Verena Schetter führte aus, dass die derzeitigen Öffnungszeiten genau so belassen werden sollen. Um die Jugendlichen noch stärker einzubinden, wolle man sie künftig vermehrt durch kleine Aufgaben in den Ablauf integrieren. „Für die Sommerferien planen wir derzeit ein Angebot pro Woche“, kündigte sie an.

Und vielleicht misst sich der Gemeinderat demnächst mit den Jugendlichen sportlich. Da die Bürgermeisterin als sehr fußballbegeistert gilt, wurde vorgeschlagen, um das runde Leder zu spielen. Silke Brobeil nahm die Anregung begeistert auf. Sie erinnerte sich: „Früher gab es schon mal ein Tischkicker-Turnier, auch das könnte man definitiv wiederholen.“