Viel Geld steuerte das Land für die Aufwertung des historischen Dorfkerns bei. Auf dem umgestalteten Dreschhallenareal blüht es mittlerweile. Foto: Volker Schweizer

Fünf Jahre lang war Dormettingen eine sogenannte ELR-Schwerpunktgemeinde. Das hat Millionenbeträge in die 1100-Seelen-Gemeinde gebracht.

ELR steht für Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum. Dieses unterstützt die integrierte Strukturentwicklung. Ziel ist es, zeitgemäße Wohnangebote, lebendige Ortskerne, einladende Plätze und Grünanlagen sowie intakte Infrastrukturen zu schaffen.

 

Viele Städte, aber auch kleine Dörfer, haben davon schon profitiert, der „Schieferflecken“ im Besonderen. Denn der 1100-Seelen- Ort war von 2020 bis 2024 eine sogenannte ELR-Schwerpunktgemeinde.

„Wir haben große Fortschritte in der Innenentwicklung gemacht“, betonte Bürgermeister Anton Müller im Gemeinderat. Er sprach deshalb von einem „Segen für Dormettingen“.

Nur wenige private Förderanträge

Dass jetzt das Regierungspräsidium einen sogenannten Evaluierungsbericht will, ist Zufall. Müller schreibt ihn gerne,– wenn er auch nicht ohne Schönheitsfehler ist: Zu Müllers großem Bedauern gingen von Privatleuten nur wenige Anträge ein, obwohl die Gemeinde intensiv Werbung betrieben habe.

Umso mehr wurde der historische Dorfkern umgekrempelt. Der Bürgermeister erinnerte an den Abbruch der Dreschhalle, die Neugestaltung der freiwerdenden Fläche und den Ausbau der Äußeren Dorfstraße, aber auch an den Umzug des Bauhofs sowie den Bau einer neuen Werks- und Lagerhalle im Gewerbegebiet „Bubensulz“.

Millionenbeträge für Dormettingen

Millionenbeträge seien nach Dormettingen geflossen. Das Geld, versicherte er, „ist gut angelegt“.

Müller bringt in den nächsten Wochen alle Maßnahmen aufs Papier. Maximal zehn Seiten dürfen es sein.

Die Behörde will auch über den Naturschutz und die Barrierefreiheit informiert sein, und über das altersgerechte Wohnen. Zu letzterem Punkt will Müller das Baugebiet „Kaffeebühl“ anführen. Ist das Schreiben fertig, kommt es in den Gemeinderat, dann geht es nach Tübingen.

Auch ohne Schwerpunkt Aussicht auf Geld

Es sei eher unwahrscheinlich, meinte der Rathaus-Chef auf die Frage von Ulrich Steimle, dass Dormettingen wieder einmal ELR-Schwerpunktgemeinde werde. Ausschließen wolle er es aber nicht. An Projekten in der Zukunft mangle es schließlich nicht. Aber auch ohne den Zusatz „Schwerpunktgemeinde“ könne man Mittel aus dem Förderprogramm bekommen.