2006 wurde ein Teil der Terrasse hinter dem Bitzer Rathaus mit einem Pultdach überdacht; nun wurden bei einer Begehung Mängel im Brandschutz von Terrasse und Veranstaltungsraum offenbar. Foto: Ulrike Zimmermann

Kurz vor der Verabschiedung des Bitzer Haushalts 2025 tauchte ein weiteres Problem auf: Aus brandschutztechnischen Gründen benötigt der Veranstaltungssaal im ersten Stock einen zweiten Rettungsweg. Die Kosten: etwa 40 000 Euro.

Im Bitzer Haushalt 2025 sind für die Sanierung der Terrasse des Ortszentrums 48 350 Euro eingeplant. Ehe der Gemeinderat diesen aber verabschieden konnte, musste er über eine ganz andere Frage entscheiden: Soll der Veranstaltungssaal im ersten Obergeschoss brandschutztechnisch ertüchtigt werden oder nicht?

 

Der Saal wird im Jahr etwa 30-mal vermietet, hauptsächlich an den Wochenenden. Er bietet zudem die ideale Größe für zum Beispiel Geburtstagsfeiern, Konfirmationen respektive Kommunionen und Hochzeiten. Die durchschnittliche Gästezahl beträgt zwischen 60 und 80 Personen.

Eine Begehung der Bitzer Terrasse offenbart den mangelhaften Brandschutz

Aus den Vermietungen des Saals hat die Gemeinde jährlich Einnahmen in Höhe von rund 4500 Euro erhalten. Die Terrasse bot bisher genügend Fläche, um sich bei einem eventuellen Brand dorthin zu begeben und auf die Feuerwehr zu warten.

Als dann im Jahr 2006 ein Teil der Terrasse wegen Undichtigkeiten mit einem Pultdach überbaut wurde, wurde nicht bedacht, dass damit die Fläche verkleinert wurde und somit nicht mehr ausreichend war. Da die Errichtung des Pultdaches nicht genehmigungspflichtig war, fiel dieser Sachverhalt nicht auf.

Erst bei einer Begehung durch das Baurechtsamt wurde festgestellt, dass der Brandschutz nicht mehr gewährleistet ist. Erforderlich ist der Einbau einer Brandmeldeanlage oder der Bau eines zweiten Rettungsweges.

Vorsichtshalber muss auch die Garderobe umziehen

Unabhängig davon muss in jedem Fall ein Lärmgutachten erstellt – Kosten 5300 Euro – und im Treppenhaus sowie Flur Rauchwarnmelder eingebaut werden. Außerdem darf sich die Garderobe nicht mehr im Flur befinden, da bei einem Brand der Jacken durch das Material giftige Dämpfe entstehen würden.

Die Garderobe kann im Nebenraum der Küche untergebracht werden; der Umbau beläuft sich auf rund 5000 Euro. Beim Einbau einer Brandmeldeanlage inclusive Brandschutztüren belaufen sich die Kosten auf 33 500 Euro.

Der Bau einer Treppe mit einer Breite von 1,20 Metern als zweiten Rettungsweg über die Terrasse würde etwa 25 000 Euro kosten.

Auflagen erfüllen oder Saal nicht mehr vermieten?

Zunächst ging es aber darum zu entscheiden, ob die Brandschutzauflagen erfüllt werden sollen oder nicht. Bei einer Ablehnung kann der Saal nicht mehr vermietet werden. Auch die Jahreshauptversammlungen der Vereine wären dann nicht mehr dort möglich.

Der Vorschlag von Gemeinderätin Margitta Barth, auf dem Gemeindesaal auszuweichen, wurde wieder verworfen. Mehrheitlich beschloss der Gemeinderat, die brandschutztechnische Ertüchtigung vorzunehmen. Die Verwaltung wird jetzt Angebote einholen und in einer der kommenden Sitzungen vorstellen.

Für die Übergangszeit wurde mit dem Baurechtsamt vereinbart, dass bei einer Personenzahl von 50 bis 80 Personen eine Brandwache durch die Feuerwehr gestellt wird; zudem könnte eine Gerüsttreppe gestellt werden. Unter 50 Personen genügen die installierten Rauchwarnmelder.