Der Gemeinderat beschloss einstimmig, bei der Photovoltaikanlage auf dem Dach des Neubaus der Kindertagesstätte in der Wilhelmstraße auf die klassische Einspeisevergütung zu verzichten und das Marktprämienmodell zu nutzen.
Wer weniger Solarstrom verbraucht, als die eigene Solaranlage produziert, kann den überschüssigen Strom gegen Entgelt ins öffentliche Netz einspeisen. Doch neben der Einspeisevergütung haben Besitzer von Photovoltaik-Anlagen auch die Möglichkeit, Solarstrom direkt zu vermarkten.
In der jüngsten Gemeinderatssitzung erläuterte der Bitzer Klimamanager Roland Huber die Vorteile der Direktvermarktung von Solarstrom als eine alternative Vermarktungsform. In der Energiewirtschaft und speziell in der Solarbranche gewinne diese zunehmend an Bedeutung, denn durch Direktvermarktung könnten bis zu drei Mal mehr Einnahmen als durch die klassische Einspeisevergütung generiert werden.
Errichtung der PV-Anlage auf Bitzer Kita kostet 124 877 Euro
Die Gemeinde hat eine PV-Anlage mit einer Größe von 156,04 KWp für das Dach der Kita in der Wilhelmstraße ausgeschrieben. Drei Angebote gingen fristgerecht ein. Nach der Bewertung der eingereichten Angebote war das kostengünstigste von der Firma Solera GmbH aus Geislingen-Binsdorf mit einem Angebotspreis von 124 877 Euro.
Das Gremium schloss sich einstimmig dem Vorschlag der Verwaltung an, die Arbeiten zur Errichtung der Photovoltaikanlage an die Firma Solera GmbH aus Geislingen-Binsdorf zu vergeben und stimmte ebenso einstimmig der Vergütung des überschüssigen Stroms nach dem Eigenbedarf im Rahmen der Direktvermarktung zu.
Die Vorteile einer solchen Direktvermarktung liegen laut Huber klar auf der Hand. Eine Simulation der geplanten Anlage erbrachte eine Ertragsprognose von rund 1000 KWh/KWp, demnach 156 000 KWh pro Jahr. Die Eigenverbrauchsquote liegt laut der Simulation bei neun Prozent.
Schreinerarbeiten müssen neu ausgeschrieben werden
Die Vergütung für den nicht selbst genutzten Solarstrom setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: dem Marktwert, also dem Betrag, den der Direktvermarkter an der Strombörse erzielt, und der Marktprämie. Unterstützung zur Direktvermarktung des solar-gewonnenen Stromes erhält die Gemeinde durch das für die Erstellung und Anmeldung der Anlage beauftragte Unternehmen.
Nicht ganz so rund lief es bei der Vergabe der Schreinerarbeiten für die neue Kindertagesstätte. Die Kostenberechnung des Architekturbüros Schaudt lag bei etwa 566 200 Euro. Am 8. Mai fand die Submission der öffentlichen Ausschreibung des Gewerks Schreinerarbeiten statt. Es ging nur ein Angebot ein, allerdings verspätet, so dass es nicht gewertet werden kann. Das bedeutet, dass das Gewerk noch einmal ausgeschrieben werden muss.
Die Ausschreibung soll nun beschränkt durchgeführt und in die Abschnitte Wand- und Deckenverkleidungen sowie lose Möblierung aufgeteilt werden. Die Verwaltung hofft, durch die beschränkte und aufgeteilte Ausschreibung Angebote zu erhalten. Die Vergabe soll dann in der Gemeinderatssitzung am 18. Juni erfolgen.