Das Urnensystem der Firma Weiher mit verschieden hohen Stelen hat die Bitzer Gemeinderäte überzeugt. Foto: Firma Weiher GmbH

Der Bitzer Gemeinderat am Dienstagabend erneut mit dem zuvor vertagten Thema neuer Urnengräber auf dem Friedhof befasst. Diesmal machte er Nägel mit Köpfen – folgte aber nicht dem Vorschlag der Verwaltung.

In der heutigen Zeit sind viele Hinterbliebene nicht mehr in der Lage, ein Grab zu pflegen – sei es, dass die Zeit fehlt, sei es, dass sie weit entfernt wohnen. Auch in Bitz spiegelt sich der Wandel in der Bestattungskultur wider: Die Feuerbestattung wird immer beliebter; die Zahl der Beisetzungen in der Urnenwand steigt kontinuierlich. Mit der Folge, dass auf dem Bitzer Friedhof momentan keine Urnennischen mehr frei sind.

 

In der vergangenen Sitzung hatten Annette Sinz-Beerstecher und Tobias Neumeister vom Rottenburger Büro freiraumconcept mehrere Varianten der Erweiterung des Urnengrabangebots vorgestellt. Letztlich ging es um die Frage: Soll ein neues Urnenfeld entstehen oder die Urnenwand an der Friedhofsmauer erweitert werden? Für die Erweiterung der bestehenden Urnenwände mit 20 Nischen werden etwa 36 000 Euro veranschlagt. Ein neues Urnenfeld mit Stelen käme zwar etwas teurer, wäre aber jederzeit erweiterbar. Platz dafür ist auf dem Bitzer Friedhof ausreichend vorhanden, und zwar auf der freien Fläche links unterhalb der Aussegnungshalle.

Über die letzte Ruhestätte schieden sich die Geister

Die Verwaltung hatte die Erweiterung der bestehenden Urnenwandanlage vorgeschlagen, doch darüber gingen die Meinungen der Gemeinderäte weit auseinander: Björn Schiefer sprach sich dafür aus, mit einem neuen System klein anzufangen, und auch Mathias Beck plädierte für ein Experiment und stellte den Antrag, im ersten Bauabschnitt des neuen Urnenfeldes mit unterschiedlich großen Stelen aus dem System Weiher und mit 20 Nischen zu beginnen – später könne die Anlage dann entsprechend dem Bedarf erweitert werden.

Das Mäuerchen wird durch ein Geländer ersetzt. Foto: Ulrike Zimmermann

Das entsprach dem Entwurf der Planerin; nur die Dimensionen waren andere: Sinz-Beerstecher hatte gleich 42 Nischen vorgeschlagen. Sie veranschlagt die Kosten auf 79 000 Euro, von denen allein 30 000 Euro auf die Planung entfallen. Die wäre im Falle der Erweiterung der Bestandsanlage wesentlich günstiger ausgefallen, hätte nur 9500 Euro gekostet.

Keine neue Treppe am Südportal

Hätte. Der Gemeinderat beschloss, das Büro freiraumconcept mit der Planung einer Urnenanlage mit zunächst 20 Nischen zu beauftragen – samt einem neuen Rundweg. Anders als in dieser Sache waren sich die Ratsmitglieder in der Frage der Sanierung der Friedhofstreppe am Südportal einig. „Die Treppe ist noch nicht so schlecht, dass man dafür 25 000 Euro ausgeben muss“, begründete Bürgermeisterin Raphaela Gonser den Beschlussvorschlag, dem das Gremium geschlossen folgte: Entsprechend dem in der Septembersitzung auf dem Friedhof vorgestellten Verfahren werden die seitlichen Mauern entfernt und durch ein Geländer ersetzt. Die Kosten belaufen sich auf rund 2000 Euro.