Mit der Aufhebung der Sanierungssatzung kann die städtebauliche Erneuerungsmaßnahme „Ortsmitte III“ abgeschlossen und abgerechnet werden. Das Fazit: Die Gemeinde hat die große Chance für eine innerörtliche Erneuerung sehr erfolgreich genutzt.
Schon im Vorfeld – als 2011 der Startschuss für die städtebauliche Erneuerungsmaßnahme „Ortsmitte III“ gefallen war – wurde deutlich, dass der bewilligte Förderrahmen im Landessanierungsprogramm über 667 000 Euro und mit Landesmitteln von 400 000 Euro nicht ausreichen werde, um alle Mängel zu beseitigen.
Ansprechpartner für die Bürger war Wolfgang Fürst von der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH (KE). Er legte dem Gemeinderat seinen Abschlussbericht vor – mit beeindruckenden Zahlen. Das Gremium hatte zu Beginn der Sanierung Fördergrundsätze für private Maßnahmen zur Modernisierung beschlossen. Danach betrug die Förderung von baulichen und energetischen Maßnahmen zur Erreichung zeitgemäßer Wohn- und Arbeitsverhältnisse 20 Prozent der berücksichtigungsfähigen Kosten. 14 Privatgebäude wurden baulich und energetisch saniert. Die Kostenerstattung im Rahmen der Fördermaßnahmen betrug 322 663 Euro.
Der private Eigentümer hat den Preis immer weiter in utopische Höhen getrieben
Zwei Gebäude – Staiglestraße 33 und Paulinenstraße 6 – wurden abgerissen und mit 70 Prozent gefördert. 2021 wurde das ehemalige Alb-Hotel in der Paulinenstraße abgebrochen. 1904 gebaut, hatte der Verfall des Gebäudes schon vor über 30 Jahren begonnen, und das gesamte Areal war zunehmend dem Vandalismus ausgesetzt.
Im Jahr 2001 sicherte sich die Gemeinde für das gesamte Quartier dann das Vorkaufsrecht – aber der private Eigentümer trieb den Preis immer wieder in utopische Höhen. Erst 2019 wurde man sich einig. Über die Aufnahme der Fläche ins Sanierungsgebiet Ortsmitte III konnte sich die Gemeinde Fördermittel für den Abbruch des Gebäudes und das Räumen des Grundstücks sichern.
Mit dem Verkauf des Geländes an die Volksbank Albstadt wurde ein Kapitel abgeschlossen, das die Bitzer Kommunalpolitik jahrzehntelang beschäftigt hatte, und mitten im Ortskern ist ein modernes Gebäude mit neun Wohneinheiten entstanden. Die sanierungsbedingten Ausgaben betrugen 94 649 Euro. Die Sanierung der Schulstraße und der Kreuzung Staigle-/Zeppelinstraße wurde mit 320 990 Euro gefördert. Das gemeindeeigene Gebäude Silcherstraße 2 wurde erfolgreich modernisiert.
42 Wohneinheiten sind saniert respektive neu gebaut worden
Die Gesamtkosten beliefen sich auf 460 000 Euro. Die berücksichtigungsfähigen Kosten der Maßnahme waren zu 60 Prozent zuwendungsfähig. Alle sechs Wohneinheiten sind vermietet. Insgesamt wurden 42 Wohneinheiten saniert oder neu gebaut. Wolfgang Fürst sprach von einem „super Ergebnis“.
Ziel der Maßnahme war in erster Linie eine bauliche und energetische Modernisierung im privaten Bereich und eine Aufwertung des Ortsbildes. Mittels Fragebögen hatten 28 Wohneigentümer damals signalisiert, sich an den Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen beteiligen zu wollen. Ursprünglich 4,3 Hektar groß, wurde das Sanierungsgebiet fünf Mal erweitert, so dass es am Ende 5,2 Hektar umfasste. Auch der Bewilligungszeitraum wurde mehrfach verlängert und endete am 31. Dezember 2023. 2018 wurde der Förderrahmen um 466 667 Euro und Fördermittel des Landes von 280 000 Euro erhöht. Damit standen insgesamt 680 000 Euro Landesmittel und ein Förderrahmen von 1,33 Millionen Euro für die Umsetzung von privaten und kommunalen Sanierungen zur Verfügung.
Die Gemeinde Bitz wurde bei der Abwicklung der Maßnahme von der Kommunalentwicklung GmbH unterstützt.