Die Gemeinderatssitzung in Bitz begann am Dienstag auf dem Friedhof, gemeinsam mit Vertretern des Büros freiraumconcept aus Rottenburg. Themen waren der Torbogen beim Haupteingang im Süden, die Mauer an der Treppe und neue Urnengräber.
Bereits 2014 beschäftigte sich der Gemeinderat Bitz mit der Frage, ob die alte Linde rechts neben dem Haupteingang im Süden aus Sicherheitsgründen entfernt werden muss.
Ein Baumgutachten konnte die Fällung abwenden, inzwischen ist die Linde als Naturdenkmal eingetragen. Der Torbogen des Haupteingangs hingegen ist nicht mehr standfest.
Ein Riss zieht sich durch das Tor des Bitzer Friedhofs
Ein Querriss, der sich über die ganze Tiefe des Bauteils erstreckt, wird immer breiter. Aber ein neues Fundament kann nicht erstellt werden, ohne das Wurzelwerk der alten Linde nicht irreversibel zu beschädigen.
Annette Sinz-Beerstecher vom Büro freiraumconcept aus Rottenburg präsentierte dem Gemeinderat zwei Varianten: Eine mit der Verwendung des alten Tores und eine zweite mit einem neuen Tor in der Optik wie das Tor am Seiteneingang gegenüber der Leichenhalle.
Auch die Mauer an der Treppe beginnt zu bröckeln
Wird das bestehende Tor erhalten, ist mit 7500 Euro zu rechnen; bei Variante zwei fallen 12 000 Euro an. Die Mehrheit des Gremiums entschied sich für die erste Variante und beauftragte das Büro mit der Planung und Ausschreibung.
Probleme bereitet auch die Mauer an der Treppe zum Haupteingang. Dort sind bereits Teile ausgebrochen. Der Vorschlag der Verwaltung sah vor, die Mauer zu entfernen und ein Geländer mit Handlauf direkt auf der Treppe zu befestigen. Beziffert wird die Maßnahme mit etwa 2000 Euro.
Während der Diskussion kam auch die Frage auf, ob gleich die ganze Treppe erneuert werden sollte. Das wurde aber aus Kostengründen wieder verworfen und das Gremium beschloss nur ein neues Geländer. Die große Thujahecke neben der Luther-Eiche soll für etwa 300 Euro gefällt werden, damit der Platz besser zur Geltung kommt.
Ergänzen, versetzen – oder ein ganz neues Feld an anderer Stelle?
Komplizierter wurde es mit der Erweiterung der Urnengräber. Dafür legten Annette Sinz-Beerstecher und ihr Kollege Tobias Neumeister gleich mehrere Möglichkeiten vor. Einmal ging es um die Ergänzung der bestehenden Urnenwände – Platz dafür wäre noch.
Wenn der bestehende Brunnen zwischen den beiden oberen Urnenwänden abgebaut oder versetzt wird, könnte an dieser Stelle eine neue Urnenwand mit 28 Nischen Platz finden.
Ein alternativer Platz für eine Urnenstele mit 20 Nischen bestünde oberhalb an der Mauer. Das wäre mit 36 000 Euro die günstigste Variante und würde die kommenden zwei Jahre ausreichen; die große Urnenwand käme auf 61 000 Euro.
Ein anderer Vorschlag der Planer sieht ein ganz neues Urnenfeld mit unterschiedlich großen Stelen auf der gegenüberliegenden Friedhofseite vor.
Entscheidung über neue Urnengräber vertagt
Während allerdings eine Nische in der Urnenwand 700 Euro kostet, würden für eine Nische in der Stele 1400 bis 1800 Euro anfallen, je nach verwendetem Baumaterial. Diese könnten laufend nach Bedarf ergänzt werden.
Für 35 Nischen müssten 75 000 Euro eingeplant werden, zuzüglich eines neuen Rundweges. Auch die Aufstellung von zwei Türmen mit 32 Nischen wäre denkbar. Kostenpunkt dafür: 64 000 Euro. Allerdings würden diese weit über die Friedhofsmauer ragen.
Bürgermeisterin Raphaela Gonser plädierte für die Erweiterung der Urnenwände mit der günstigsten Variante. Gemeinderat Björn Schiefer stellte den Antrag, die Entscheidung zu vertagen und in der nächsten Sitzung noch einmal darüber zu beraten. Dieser Antrag wurde mehrheitlich angenommen.