Innenstadtbewohner müssen ab 2026 mehr berappen für das Anwohnerparken. Doch im Gemeinderat wurde klar: Das Problem muss grundsätzlich angepackt werden.
Erst zwei Jahre zurück liegt die Erhöhung der Gebühr für Bewohnerparkberechtigungen in Ebingen und Tailfingen. Nun hat der Gemeinderat die Gebühren erneut erhöht: auf 75 Euro jährlich für die Innenstadt Ebingen und auf 60 Euro pro Jahr für die Peripherie der Innenstadt Ebingen und für Tailfingen.
Dass er die Einstufung in die Gebührenzone eins, die Innenstadt von Ebingen, für falsch bewertet hält, daraus machte Friedrich Rau (Bündnis 90/Die Grünen) kein Hehl. Er kritisierte – nicht zum ersten Mal –, dass die Innenstadt Ebingen massiv unter dem Park- und Parksuchverkehr leide, der die Sicherheit der Fußgänger, vor allem der Kinder, gefährde – selbst bei der „beschlossenen Höchstgeschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde“.
„Teilweise halsbrecherische Querungsversuche“
Mitarbeiter der Innenstadthändler und Kunden, auch der Banken, nähmen den Straßenraum in Anspruch und blockierten ihn „teilweise durch halsbrecherische Querungsversuche“. Nämliches gelte für die Elterntaxis zur Kirchgabenschule, die „durch ihre täglichen Wendemanöver den öffentlichen Raum stark gefährden“.
Eine Verbesserung der Wohnlage und der sozialen Verhältnisse im Hufeisen-Viertel sei nur möglich, wenn der öffentliche Raum befriedet werden – und nicht mehr als Abstellplatz für Fahrzeuge genutzt. Den Zusammenhang zwischen Verkehr und der Wohnsituation würden auch viele Bewohner nicht mehr erkennen: „Es ist halt bequem, die Karre vor die Haustür zu stellen.“ Aber wer den Sumpf trockenlegen wolle, dürfe eben nicht die Frösche fragen.
Der Vorschlag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen lautete deshalb, eine neue „Zone Null“ auszuweisen für den Parkausweis im Hufeisen, der dann 100 Euro im Jahr kosten solle. Nur 20 Euro solle hingegen zahlen, wer den Parkplatz neben der Realschule nutze.
Für Besucher und Kunden ist die Langwatte bereit
Innenstadtbesucher und Kunden sollten auf dem Parkplatz Langwatte mit Parkscheibe parken und die Mitarbeiter der Händler einen Parkausweis gegen eine geringe Gebühr erhalten. „Nicht vergessen werden sollte bei dieser Betrachtung, dass für die Bewohner des Unteren Stadtgrabens bisher kein Parkraum zur Verfügung steht“, betonte Rau.
2026 muss der Gemeinderat ran
Oberbürgermeister Roland Tralmer räumte ein, dass sich der Gemeinderat 2026 mit der Parkregelung und der Kostenfrage grundsätzlich auseinandersetzen müsse. Matthias Brauchle, Fraktionschef der Freien Wähler, stimmte ebenfalls zu: „Wenn wir die Zonnen schon neu einteilen, habe ich große Sympathie für Friedrich Raus Vorschlag.“
Michaela Maier, die Leiterin des Ordnungsamtes, erhielt von Roland Tralmer den Auftrag, bis zum Februar einen Entwurf für die Neuaufteilung der Parkzonen zu erarbeiten. Der Anhebung der Gebühren auf 75 respektive 60 Euro stimmten die Räte bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung zu.