Die Längenfeldschule ist einer von vielen Standorten der Hector Kinderakademien. Foto: Eyckeler

Mit den Hector Kinderakademien sollen Kinder speziell gefördert werden. An der Balinger Längenfeldschule befindet sich einer von 69 Standorten im Land. Zwei Beteiligte berichteten über das Projekt.

Die sogenannten Hector Kinderakademien bieten als einziges landesweites Förderprogramm besonders begabten und hochbegabten Grundschulkindern ein speziell für sie entwickeltes Förderprogramm an. Einer von 69 Standorten in Baden-Württemberg befindet sich an der Balinger Längenfeldschule. Der Gemeinderat musste nun darüber entscheiden, ob der Standort in Balingen erhalten bleibt.

 

Seit 2010 werden die Kurse am Standort Balingen an der Längenfeldschule angeboten. Rektorin Diana Hofer und Melanie Sautter leiten die Akademie als Geschäftsführerinnen.

Sie waren beide am Dienstagabend in der Gemeinderatssitzung zu Gast und berichteten über die Stiftung und was dort alles vermittelt wird.

Rund 400 Kinder aktuell eingeschrieben

Aktuell sind rund 400 Kinder aus mehr als 25 verschiedenen Grundschulen an der Akademie eingeschrieben. „227 von ihnen nehmen im laufenden Semester an den 37 angebotenen Kursen teil“, informierten die beiden Damen.

Der Schwerpunkt der Kursthemen der Hector Kinderakademien liegt laut vorliegender Beschlussfassung und Präsentation vom Dienstag auf den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik).

Mit dem Kursangebot sollen die Interessen und Potenziale der Kinder gefördert sowie intellektuelle und soziale Herausforderungen geschaffen werden. Die Kinder sollen ihre bereichsspezifischen Kenntnisse vertiefen, neue Kompetenzen entwickeln und ihre Kreativität entfalten können.

Lehrer entscheiden, wer mitmachen darf

Und wie genau werden die Kinder ausgewählt? Beziehungsweise, wer darf mitmachen? „Die Klassenlehrkräfte nominieren geeignete Kinder. Die Eltern können ihre Kinder nicht selbst anmelden“, betonte Hofer.

Das wollte Nathalie Hahn noch etwas genauer wissen: „Entscheiden das einzelne Lehrer oder mehrere?“, fragte sie. Die beiden Gäste stellten klar: „Die Klassenkonferenz entscheidet.“ Sprich alle Lehrer der Kinder, damit eine möglichst faire Auswahl getroffen wird.

Die Kurse finden außerhalb der Unterrichtszeit überwiegend in den Räumen der Längenfeldschule statt. Chemiekurse etwa werden im Fachraum der Realschule Balingen durchgeführt. Außerdem finden Kurse im Naturerlebniszentrum in Oberdigisheim und im NTS in Albstadt statt.

Gemeinderäte stimmen für weitere Förderung

Auch Exkursionen zum Beispiel ins Werkforum nach Dotternhausen, zur Experimenta nach Heilbronn und Erkundungen auf der schwäbischen Alb stehen auf dem Programm.

Zur Kasse bitten will man die Kinder – oder vielmehr die Eltern der Kinder – nicht. Die Akademien werden von der Hector Stiftung II finanziert. Jährlich stehen 65 000 Euro für die Honorare der Kursleitungen, Anrechnungsstunden der Geschäftsführerinnen, Sekretariatsstunden und für die sächlichen Kosten zur Verfügung. Das Landes-Kultusministerium unterstützt die Hector Kinderakademien.

„Wir wären schlecht beraten, wenn wir der weiteren Förderung dieses Projekts nicht zustimmen würden“, sagte Klaus Hahn, und so sahen es auch seine Ratskollegen. Am Ende stimmte der Gemeinderat dafür, dass an der Längenfeldschule weiterhin ein Standort der Hector Kinderakademie eingerichtet bleibt und entsprechende Fördergelder beantragt werden.