Der Freie-Wähler-Kandidat David Seeg hat es geschafft. Mit 3470 Stimmen zieht er in den neuen Balinger Gemeinderat ein. Was er bewegen will.
Während Georg Seeg bereits nicht mehr für die Kommunalwahl 2024 kandidiert hatte, bleibt der Familienname im Gremium erhalten. Denn: Der Sohn des nun ausscheidenden SPD-lers, David Seeg, sitzt nun mit erhaltenen 3470 Stimmen für die Freien Wähler im Balinger Gemeinderat.
Mit seinem persönlichen Ergebnis ist der 42-jährige Familienvater zweier Kinder „absolut zufrieden und auch positiv überrascht“, erzählt er im Redaktionsgespräch. „Wir wohnen erst seit drei Jahren in Erzingen und wurden extrem gut aufgenommen. Da war es auch selbstverständlich, dass wir uns im Dorfleben einbringen.“
Seeg: Ich war schon immer politisch interessiert
Über die vielen Stimmen aus seinem Wohnort habe er sich riesig gefreut. Neben dem Gemeinderat kandidierte Seeg auch für den Kreistag und den Ortschaftsrat Erzingen. In Letztern ist er ebenfalls hineingewählt worden. Auf die beiden Balinger Gremien lag ihmzufolge der Hauptfokus.
Das Sprichwort „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ passt bei Seeg – Lehrer am Schulverbund Burladingen – fast wie die Faust aufs Auge. „Ich war durch meinen Vater und dessen Engagement im Gemeinderat schon immer kommunalpolitisch sehr interessiert, habe häufig über verschiedene Themen mit ihm diskutiert“, sagt David Seeg.
2024 erste Kandidatur
Bislang geschah dies aber ohne Parteibuch. „Ich bin bislang nicht in eine Parteischiene gerutscht. Deswegen war es auch logisch, dass ich mich für die Freien Wähler engagiere“, erzählt der 42-Jährige. „Ich folge sehr gerne den Spuren meines Vaters, sie trugen zur Motivation für meine eigene Kandidatur bei. Ich trete aber nicht in seine Fußstapfen, sondern will meinen Weg finden und gehen.“
Familienthemen und Vereinsleben besonders wichtig
Für ihn war es die allererste Kandidatur für ein kommunalpolitisches Amt. Früher sei dies nicht möglich gewesen, da bis vor drei Jahren noch nicht endgültig klar war, wo sein Lebensmittelpunkt sein wird. Diesen hat er seit drei Jahren in Erzingen gefunden.
Große Vorfreude, große Herausforderungen
Dort ist er Mitglied beim SV Erzingen. Beim TV Streichen ist er ebenfalls noch engagiert, hat für den Verein Handball gespielt. Es ist daher kein Wunder, dass sich der junge Familienvater und Sportlehrer verstärkt auf Themen rund um das Familienwesen und Vereinsleben konzentrieren möchte in der kommenden Zeit als Gemeinderat.
Neben großer Vorfreude sieht David Seeg auch große Herausforderungen, die auf den neuen Gemeinderat zukommen werden. „Es wird immer daran klemmen, die vielen Wünsche und Visionen von Stadt oder Bevölkerung in Einklang zu bringen mit den zu Verfügung stehenden Finanzmitteln.“ Aufgabe sei es, einen guten Mittelweg zu finden, erzählt Seeg.
Das wird wohl nicht immer ohne Streitereien und Diskussionen im Gremium ablaufen. Aber genau das mache die Aufgabe im Gemeinderat ja so spannend, meint Seeg, der sich auch auf die Debatten im Gremium freut. „Wichtig ist es, dabei den respektvollen und kollegialen Umgang mit den Ratskollegen beizubehalten – und am Ende einen Kompromiss zu finden, der zum Wohle der Stadt und der Bevölkerung ausfällt.“