Über die Gleise soll die Brücke gebaut werden. Foto: Eyckeler

Die jüngsten Einwendungen von Projektgegnern fanden beim Gemeinderat keinen Anklang. Alle Fraktionen sprechen sich für den Bau aus.

In den jüngsten Tagen kam noch mal ordentlich Gegenwind auf von einer Bewohnergruppe aus Engstlatt, die sich klar gegen die Brücke Hürsten in geplanter Form ausgesprochen hatte. Gebracht hat es wenig: In der Gemeinderatssitzung nahm das Bauprojekt die nächste Hürde.

 

Die Projektgegner schickten ihre Kritikpunkte und Forderungen vergangene Woche an die Gemeinderäte und die Stadtverwaltung. Aus diesem Grund forderte Stephan Reuß (FDP) die Verwaltung noch mal auf, das Bauvorhaben und die zurückliegende Planung dem Gremium zu schildern. Gegner des Projekts saßen in den Reihen des Publikums.

Kritik am Umgang mit dem Artenschutz

Sabine Stengel, Leiterin des Amts für Bau- und Planungsrecht, kam der Bitte nach: „Die Realisierung der Brücke ist ein langjähriger Wunsch aus Engstlatt und wurde damals zusammen mit dem neuen Wohngebiet eingebracht“, schilderte Stengel.

Das Konzept der Brücke nur für Fußgänger und Radfahrer wurde in Vergangenheit ebenfalls besprochen, davon sei man aber unter anderem aufgrund der nur geringen Kosteneinsparung abgerückt, so Stengel.

Als besonders skandalös beschrieben die Gegner immer wieder den Umgang mit der streng geschützten Schlingnatter im betroffenen Bereich. In Sachen Artenschutz betonte die Amtsleiterin noch mal, dass alle nötigen und zu beachtenden Schritte erfolgt seien. „So haben wir, wie gefordert, eine ökologische Baubegleitung eingesetzt, die entsprechende Vermeidungs- und Vergrämungsmaßnahmen plant und umsetzt.“

Gemeinderat stimmt für die Brücke

Dietmar Foth (FDP) betonte in der Sitzung: „Wir sehen auch jetzt keine veränderte Sachlage. Im Gegenteil: Durch die geplante Regionalstadtbahn und der dadurch unklaren Zukunft des Bahnübergangs in Engstlatt ist diese Brücke wichtiger denn je.“ Zudem berufte sich der FDP-Fraktionschef auf den Engstlatter Ortschaftsrat als demokratisch gewähltes Gremium, das sich einstimmig für den Bau ausgesprochen hat.

Die Engstlatter Projektgegner forderten in ihrem Schreiben eine Vertagung der Abstimmung, bis eine aus ihrer noch laufende Fachaufsichtsbeschwerde nicht vollständig geklärt sei. Das Regierungspräsidium Tübingen wiederum schrieb auf Nachfrage, dass diese Beschwerde bereits abschließend geprüft wurde und demnach vom Tisch ist – mit dem Verweis, dass keine Verstöße festgestellt werden konnten.

Der Gemeinderat stimmte am Abend über den Beschluss ab – und zwar einstimmig pro Brücke.