Das Waldfreibad in Bad Wildbad-Calmbach Foto: Kugel

Die Sanierung des Waldfreibads in Calmbach schreitet voran. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung weitere Arbeiten vergeben.

Die Sanierung des Waldfreibads in Calmbach schreitet weiter voran. In der jüngsten Gemeinderatssitzung vergab das Gremium die nächsten Arbeiten.

 

Das Gewerk „Badetechnische Anlagen“ sei im offenen Verfahren EU-weit ausgeschrieben worden, ist in der Sitzungsvorlage zu lesen. Die Wasseraufbereitung sei das „Herzstück“ des Freibads, sagte Bürgermeister Marco Gauger.

Man sperre bereits das Gelände ab und es gebe Rodungen auf dem Gelände, sagte Stadtbaumeister Volkhard Leetz. Bei der jetzigen Vergabe gehe es um ein relativ großes Paket in Höhe von etwa 1,5 Millionen Euro.

Neues Technikgebäude

Bereits vor einigen Wochen hatte der Gemeinderat den Startschuss für die Sanierung und die ersten Arbeiten in Auftrag gegeben. So soll im ersten Schritt ein neues Technikgebäude errichtet werden. Wichtig sei außerdem die Wasserhaltung. Dazu sollen Tiefbrunnen gebohrt werden, um anstehendes Grundwasser abzusenken.

Mit der weiteren Vergabe geht es um eine neue Klärung und Einspeisung des Wassers. Zudem soll eine neue Leitung bis zum bestehenden Becken gebaut werden und dort dann an die alte Technik angeschlossen werden.

Zwei Bieter hatten bis zum Submissionstermin Angebote abgegeben. Zum einen die Firma Kempe Schwimmbadtechnik GmbH aus Zwenkau (Landkreis Leipzig) mit einem Angebotspreis von rund 1,55 Millionen Euro. Dazu gab es noch ein weiteres Angebot, das in der öffentlichen Sitzung nicht namentlich genannt wurde.

Ohne Wartung

„Das Angebot des zweiten Bieters musste aufgrund fehlender Angaben (wesentliche Preise) ausgeschlossen werden“, heißt es in der Sitzungsvorlage weiter. Das wäre mit Kosten in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro aber ohnehin höher gewesen. Deshalb legte die Firma Zwenke auch das wirtschaftlichste Angebot vor, das sich ohne Wartung auf die Bruttosumme von 1,5 Millionen Euro beläuft.

Im Vergleich zur Kostenberechnung von rund 1,43 Millionen Euro liegt das Angebot laut Vorlage bei 104,9 Prozent und im Vergleich zum bepreisten Leistungsverzeichnis bei 96,3 Prozent.

Bei den Positionen gebe es keine Auffälligkeiten von einzelnen Ausreißern oder Höchstpreisen. Das Angebot sei zudem vom beauftragten Generalplanungsbüro Fritz Planung ausführlich geprüft worden. Deshalb empfiehlt die Verwaltung die Vergabe.

Leetz gab auch einen Ausblick auf die Gesamtkosten für die Maßnahme. Diese lägen laut Prognose derzeit bei rund 3,6 Millionen Euro, das seien „circa 106 Prozent von der ursprünglichen Kostenberechnung“. Rita Locher (FW) fand es gut, „dass es jetzt so schnell geht“ und es die Baustelle bereits gebe.

Bereits bei der ersten Vergabe vor einigen Wochen hatte Ursula Jahn-Zöhrens (SPD) gesagt: „Die letzten Zweifler werden jetzt auch überzeugt sein. Wir erlauben uns diese freiwillige Aufgabe, aber ich halte es für richtig“, sagte sie weiter und hofft, „dass es mit dem Anschluss der alten an die neue Technik klappt“. Sie sei überzeugt von der Maßnahme, mit der es „für die Bürger mehrheitlich etwas Gutes gibt“.

Kurze Badesaison?

Noch nicht klar ist, ob es im nächsten Jahr wenigstens eine kurze Badesaison geben kann. Leetz sagte in der vorletzten Sitzung vor einigen Wochen, dass es im Augenblick so aussehe, als ob nächstes Jahr keine Badesaison möglich sei. Darüber wolle man aber noch mal nachdenken, möglicherweise sei durch einen sowieso notwendigen Testbetrieb wenigstens eine verkürzte Saison möglich.

Bei einer Enthaltung stimmte der Gemeinderat ansonsten geschlossen für die Vergabe den Bau der badetechnischen Anlagen.

Unter dem Punkt Verschiedenes sagte Wilko Rochow-Borg (CDU), dass der Bund ja nun die „Sportmilliarde“ beschlossen habe. Der Bundestag hatte im September den Weg für das Förderprogramm von kommunalen und vereinseigenen Sportstätten frei gemacht. Das Geld – bis zu einer Milliarde Euro bis zum Ende der Legislaturperiode 2029 – stammt aus dem Sondervermögen zur Verbesserung der Infrastruktur und soll von Vereinen und Kommunen ab August 2026 abgerufen werden können, teilt dazu etwa der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mit. Die Antragsstellung soll äußerst niedrigschwellig und unbürokratisch verlaufen.

Rochow-Borg sagte, dass Anträge ab dem 10. November gestellt werden könnten und er fragte nach, ob es Sinn mache, eine mögliche Förderung für die Bauabschnitte zwei und drei zusammen zu stellen. Dies bestätigte Leetz. Es sei „ein guter Weg, diese im Block abzugeben“.