Bedenken zum Wasserschutz zwingen Bad Dürrheim zum Umdenken. Der Gemeinderat legt sich auf einen neuen Standort fest – einstimmig und ohne Mehrkosten für das Projekt.
Der Baugenehmigung für den Schulverbund am Salinensee in Bad Dürrheim wurde bereits im Juni erteilt. Aufgrund von Bedenken rund um die Mineralbrunnen in dieser Zone – der Wasserschutzzone zwei – wurde allerdings ein Standortwechsel beschlossen. Doch für welchen Standort hat der Gemeinderat sich nun entschieden und warum?
Die Frage, warum man sich erst, nachdem die Baugenehmigung erteilt wurde, nach einem alternativen Standort umsieht, beschäftigt Jürgen Rebholz von der FDP: Dass erst im Nachgang Einsprüche zu diesem Standort kämen, die so ausschlaggebend seien, dass man alles hinterher noch ändere, sei verwunderlich.
Es habe einen regen Austausch mit dem Landratsamt gegeben, berichtet Bürgermeister Jonathan Berggötz. Dabei seien immer wieder Hinweise gekommen, dass der Standort in der Wasserschutzzone zwei kritisch sein könnte. Die Chance, dass die Brunnen in Zukunft Schaden nehmen könnten, wolle man zudem auch so gering wie möglich halten. Vor allem da es Alternativen gebe, meint Berggötz.
Der Fachbereich Bauwesen hat zwei Varianten, die sich in der Wasserschutzzone drei befinden, erarbeitet und untersucht, das geht aus den Unterlagen des Gemeinderats hervor.
Verschiedene Varianten
Eine Variante westlich des Bestandsgebäudes wurde in Betracht gezogen. Hierfür wären jedoch umfangreiche Leitungsverlegungen notwendig geworden. Die Umsetzung wäre zeit- und kostenintensiv, weswegen diese Variante nicht weiterverfolgt wurde.
Aufgrund nicht realisierbarer Grundstücksankäufe, bei denen eine Verschiebung des Gebäudes unter Inanspruchnahme privater Flächen in südwestlicher Richtung vorgesehen war schied aus nach Angaben der Verwaltung aus. Favorit und beschlossen wurde Variante eins, die ebenfalls eine Verschiebung des Gebäudes nach Südwesten vorsieht, jedoch komplett auf städtischen Flächen realisiert werden kann. Er befindet sich somit in unmittelbarer Nähe der Fahrradstellplätze.
Keine Mehrkosten
Dieser alternative Standort sei bei Beibehaltung des Raumprogramms außerdem förderunschädlich, erklärt Berggötz. Das bedeute, dass die Förderung für die Errichtung eines Schulverbunds am Salinensee von 1,6 Millionen Euro noch immer gegeben sei. Zudem bringe die Standortverlegung keine Mehrkosten mit sich – vielmehr könne das Projekt so sogar günstiger werden.
Am vorgesehenen Grundriss für das Schulverbundsgebäude ändere sich gar nichts, ergänzt Bärbel Gliese, Architektin des Bereichs Stadtplanung, Bauwesen und Hochbau. Das Gebäude werde einfach gedreht und passe somit „exakt“ an den neuen Standort. Dieser erlaube sogar mehr Sonneneinstrahlung in die Räumlichkeiten als der ursprüngliche.
Einstimmiger Beschluss
Christiane Schell, Rektorin der Grund- und Werkrealschule berichtet, dass es im neuen Jahr erneut vier Erste Klassen geben wird, denn es habe schon Anmeldungen von 104 Kindern gegeben. Sie und Stephanie Martin, Rektorin der Realschule am Salinensee, seien daher dankbar, dass es mit der Errichtung des Schulverbundsgebäude vorangehe.
Franz Eisele von den Freien Wählern kommentierte für die Fraktion: „Wir unterstützen das zu 100 Prozent.“