Die Sanierung der Monhardter Wasserstube verläuft nicht so reibungslos wie erhofft: Wegen unvorhergesehener Komplikationen genehmigte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung Mehrkosten.
Die ersten Überlegungen zur Sanierung der Monhardter Wasserstube liegen ein gutes Jahrzehnt zurück, und lange war unklar, ob und wann das Vorhaben umgesetzt werden kann. Auflagen mussten in die Planung eingearbeitet werden, Zuschussbescheide ließen auf sich warten. Im vergangenen Jahr ging es dann Knall auf Fall, und der Gemeinderat musste einen Nachtragshaushalt verabschieden, um das Projekt überhaupt so plötzlich finanzieren zu können.
Inzwischen sind die Arbeiten in vollem Gange, und die Bagger fördern Dinge zu Tage, die sowohl die zeitliche als auch die finanzielle Planung zur Makulatur werden lassen. „Eigentlich sind wir ja froh, wenn die Nagold ordentlich Wasser führt“, merkte Günther Garbe an. Dabei hatte der Chef der Stadtwerke Altensteig diverse Wasserkraft-Anlagen im Blick, mit denen der städtische Eigenbetrieb Strom erzeugt. „Aber jetzt gerade ist das eher störend“, fügte er hinzu, denn für die Sanierung des Flößerdenkmals seien Arbeiten im Flussbett erforderlich.
Nachdem die Konstruktion nun trocken gelegt und eine größere Menge „Geschiebe“ – Sedimente und Geröll, das die Nagold angeschwemmt und abgelagert hat – entfernt worden sind, hätten sich neue Komplikationen offenbart, erläuterte Günther Garbe den Altensteiger Stadträten. Zum einen seien die Fundamente nicht so ausgeführt worden, wie in den vorliegenden Plänen ausgewiesen. Da gebe es Höhenunterschiede von bis zu 20 Zentimetern. Außerdem seien die senkrechten Holzbohlen entgegen der Erwartungen einbetoniert worden. Und die unter der Wasserlinie liegenden Holzteile seien „brutal abgenutzt“.
Holzkonstruktion gewährleistet Standfestigkeit
Da von der Holzkonstruktion aber die Standfestigkeit des Gesamtbauwerks abhänge, komme man nicht umhin, da tätig zu werden, was zu Mehrkosten in Höhe von rund 40 000 Euro führen wird. Etwas mehr als 17 000 Euro berechnet die Neubulacher Zimmerei Rothfuß für den Austausch der Eichenpfosten, fast 24 000 Euro die Firma Marc Avi aus Altensteig für das Absichern dieser Arbeiten mit Sprießen.
Außerdem sei es an der Zeit, mit dem Büro Eppler einen Vertrag über die Tragwerksplanung abzuschließen. Da lange fraglich war, ob die Sanierung tatsächlich umgesetzt werden kann, hatte die Altensteiger Stadtverwaltung darauf bislang verzichtet. Bisher erbrachte Leistungen wären dann auf Nachweis abgerechnet worden. Das Angebot des Büros lautet über knapp 52 200 Euro.
„Es bleibt uns ja nichts anderes übrig“
Stadtrat Dieter Renz (FWV) rechnete vor, dass die Gesamtkosten sich inzwischen auf 510 000 Euro belaufen. „Aber es bleibt uns ja nichts anderes übrig, also macht’s einfach fertig“, stellte er fest.
Der Rest des Gremiums sah das offenbar ähnlich und stimmte den Mehrkosten einstimmig zu.