Die Entwässerung für das Neubaugebiet „Am Kirchspielweg“ war erneut Thema im Altensteiger Gemeinderat. Die beschlossene Variante funktioniert nicht. Das ist der Grund.
Eigentlich war die Entwässerung für das Neubaugebiet „Am Kirchspielweg“ in Altensteigdorf schon vom Gemeinderat beschlossen. Nun wurde das Thema noch einmal auf die Tagesordnung gehievt
„Es ist so, dass wir da gewisse Schwierigkeiten haben eine Einigung zu finden über die Leitungsrechte“, erklärte Bauamtsleiterin Nadine Hentschel in der Sitzung. Denn für die Entwässerung müssen Leitungen auch über Privatgrundstücke laufen. Dafür gibt es für die Eigentümer Geld, diese Sätze wurden auch erst kürzlich angehoben. Allerdings werde eine jährliche Entschädigung gewünscht statt einer einmaligen.
Das wurde noch mal geprüft, aber es handle sich definitiv nur um eine einmalige Entschädigung, erklärte Hentschel. Auch habe die Behörde Vergleiche mit anderen Kommunen eingeholt. „Da sieht man, dass wir mit unseren Entschädigungssätzen im Vergleich gut daherkommen“, erklärte sie.
Beschlossene Variante wird verworfen
Die Folge ist nun, dass die eigentlich beschlossene und favorisierte Variante 1 „Köllbach“ verworfen wird, „weil wir so mit der Planung nicht weiterkommen.“ Stattdessen wird nun über die Brandhalde abgeleitet.
Stadtrat Hartmut Hobler fragte, was das für das geplante Retentionsbecken bedeute, wenn die Ableitung nun über die Brandhalde erfolgte. Hentschel erklärte: „Ohne Retentionsbecken geht heute gar nichts mehr.“ Es brauche eine gedrosselte Ableitung. Ein Retentionsbecken soll kurzfristig Wasser zurückhalten, damit es dann langsamer abgegeben werden kann. So sollen etwa Überschwemmungen verhindert werden.Im Wald gebe es bereits Mulden, die diese Funktion erfüllen, „die müsste man noch ein wenig erweitern“, erklärte die Bauamtsleiterin.
Berti Großmann von den freien Wählern bedauerte die Entwicklung. Die erste Variante wäre für die Stadt und für Altensteigdorf deutlich besser gewesen. 2024 hatten die Gespräche mit den Eigentümern begonnen. Diese seien damals ziemlich positiv verlaufen, resümierte er.
Nun „gibt es jetzt auf beiden Seiten nur noch Verlierer, es gibt keine Gewinner“. Zwar könne er emotional den Wunsch nach einer jährlichen Entschädigung nachvollziehen, aber es müsse auch für die Allgemeinheit gedacht werden. „Wir müssen die Variante 2 jetzt machen, damit es in diesem Neubaugebiet weitergehen kann“, sagte er. Das sei „sehr schade“. Auch Bürgermeister Oliver Valha betonte noch einmal, dass die Gespräche gut verlaufen seien.
Einstimmig für die Entschädigung, mehrheitlich für Brandhalde
Stadtrat Andreas Lamparth (Freie Wähler) äußerte Sorgen für den Hang, wenn dort nun die gesamte Entwässerung herabfließe – auch, wenn es bereits ein Retentionsbecken gebe.
Der Gemeinderat bestätigte die beschlossenen Entschädigungssätze einstimmig. Der Beschluss, auf die Brandhalde umzuschwenken, wurde mehrheitlich mit vier Gegenstimmen gefasst.